Geschichte der Stadt in Bildern erlebbar machen

Von: Georg Schmitz
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Geilenkirchen. Die Vorfreude auf die Vernissage zeigte sich in einem nie geahnten Publikumsinteresse und einem Andrang, den es bei einer Ausstellungseröffnung im Haus Basten bisher in dieser Größenordnung selten gegeben hat. Diese Tatsache versetzte selbst Bürgermeister Thomas Fiedler in Erstaunen, denn er konnte zur Ausstellung „Geilenkirchener Motive” über 100 Gäste begrüßen.

Die außergewöhnliche Resonanz ist wohl mit der Heimatverbundenheit der meisten Besucher zu erklären, denn erstmals zeigt eine Präsentation eine bisher noch nicht in diesem Umfang zusammengestellte Sammlung von Bildern aus Geilenkirchen und Umgebung.

Für die Ausstellung im 625. Jahr seit der Zuerkennung der Stadtrechte ist es Friedrich Bach gelungen, 152 Exponate mit Geilenkirchener Motiven ausfindig zu machen. Diese Glanzleistung sucht ihresgleichen, und es dauerte weit mehr als ein Jahr, bis der 85-jährige Geilenkirchener die Werke der 52 Malerinnen und Maler von 62 Leihgebern unter „Dach und Fach” von Haus Basten hatte.

So dankte Thomas Fiedler den Initiator Friedrich Bach für die zeitaufwändigen Recherchen, die in den Aufbau der wunderbaren Ausstellung einflossen. Die Werke der Geilenkirchener Künstler seien ein vorzeigbares Beispiel, wie man den Menschen die Geschichte der Stadt erschließbar machen könne.

„Mit Beharrlichkeit und Ausdauer hat Friedrich Bach die Exponate zusammengetragen und hier in Geilenkirchens guter Stube vereinigt”, lobte die 2. Vorsitzende des Historischen Klassenzimmers, Marianne Höppener, die aufopferungsvolle Arbeit von Bach im Vorfeld.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Historischen Klassenzimmers hätten dabei sehr gerne mitgeholfen. Höppener: „Die Ausstellung ist ein Weg miteinander über alte Zeiten und neuen Nachrichten zu plaudern und um Kontakte zu pflegen.”

Ursprünglich hatte Friedrich Bach vorgehabt, lediglich Werke von vier verstorbenen Kunstschaffenden aus Geilenkirchen vorzustellen. Aber aufgrund der wachsenden Zahl der im Laufe der über einjährigen Recherchen gefundenen Bilder änderte Bach dieses Konzept.

Für die Ausstellung waren Bilder in Form von Gemälden, Graphiken und Zeichnungen aus dem gesamten Stadtgebiet mit all seinen Ortschaften willkommen, die nicht nur bekannte Gebäude, sondern auch die typische Landschaft aufzeigen sollten. Dabei sollte es nicht auf die künstlerische Qualität, sondern auf das Bildmotiv ankommen.

„Von vornherein schien es mir sehr wichtig zu vermitteln, dass eine solche Ausstellung auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürger eines räumlich so großen Stadtgebietes fördern könne”, sagte Bach bei der Einführung in die Ausstellung. „Würden sich die Bewohner der zum Stadtgebiet gehörenden Außenorte ebenfalls mit der Bezeichnung ,Geilenkirchener Motive identifizieren können?”, habe sich ihm die Frage gestellt.

Für ihn sei unter anderem maßgeblich gewesen, dass möglichst viele Besucher bei der Betrachtung der Bilder Themen aus dem ihnen vertrauten heimischen Umfeld wiederfinden würden. Die Präsentation habe ihre besondere Prägung dadurch, dass sie nur unter Mitwirkung der Bürger realisiert werden konnte. Denn ohne die Bereitschaft vieler Bürger, ihre „Schätze” als Leihgabe zur Verfügung zu stellen, wäre die Ausstellung nicht machbar gewesen.

Viele Exponate seien erst mit detektivischem Spürsinn aufgefunden worden. Vereinzelt hätte das Organisationsteam schließlich zugelassen, dass Werke noch lebender Künstler in die Präsentation aufgenommen wurden, besonders vor dem Hintergrund, weil diese Bildmotive sonst nicht in der Ausstellung zu sehen gewesen wären. „Was vor einem Jahr nur erst eine Idee war, ist heute Ergebnis gemeinsamer Mühen Wirklichkeit geworden”, sagte Friedrich Bach und dankte allen Mitwirkenden und Helfern, die zu dieser Ausstellung beigetragen haben. Unterstützt wurden die Vorbereitungen besonders durch das Kulturamt der Stadt und dem Historischen Klassenzimmer.

Die ersten Besucher zeigten sich begeistert von der Vielfalt der Werke, die sich aufgrund der bekannten Motive dem Betrachter zumeist sofort erschließen. Die Besucher werfen aber auch einen Blick in die Vergangenheit, denn es werden viele bekannte Gebäude in ursprünglichem Zustand gezeigt, so, wie sie vor der Zerstörung im Krieg oder vor einer Sanierung aussahen.

So bewegt die Wurm in dem Werk von Alfred Amedick noch das Mühlrad an Beeretz Mühle und das Bild von Malte Olbertz zeigt Schloss Leerodt als Vision, wie es unbeschadet die Zeit hätte überstehen können. Andreas Mroz, einer der wenigen noch lebenden Künstler schaute beim Rundgang erstaunt auf ein Gemälde, das die zwei Barockhäuser aus dem Jahr 1686 in Immendorf darstellt. 1993 hatte Mroz das Bild selber gemalt und später veräußert. Nun sah er sein Kunstwerk unter den „Geilenkirchener Motiven” erstmals wieder.

Die Ausstellung ist bis zum 18. Oktober dienstags und donnerstags von 16 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet..
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