Geschäfte sollen zum Weinfest öffnen

Von: Manfred Hahn
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Appetit auf Wein und Kulinarisches haben das Weinfest im städtischen Veranstaltungskalender fest etabliert. Stadt und Aktionskreis gehen deshalb davon aus, dass Verdi kein Problem damit haben dürfte, wenn es an einen verkaufsoffenen Sonntag gekoppelt wird. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Die Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen, im Klartext die Termine für die verkaufsoffenen Sonntage, muss in der Juli-Ratssitzung neu beschlossen werden. Diese Entscheidung traf der Geilenkirchener Stadtrat am Mittwochabend zwar einstimmig, aber nicht ohne zuvor kontrovers und ausgiebig zu diskutieren.

Hintergrund ist die Klage der Gewerkschaft Verdi, wegen der das Frühlingsfest im Niederheider Gewerbegebiet abgesagt werden musste.

Davon ist nun auch das Schlemmerfest „Culinara“ in gut einer Woche betroffen, das ohne Einkaufsmöglichkeiten in den Geschäften auskommen muss. Der Aktionskreis hatte den verkaufsoffenen Sonntag in diesem Falle selbst abgesagt.

Besserung in Sicht

Die Diskussion eröffnete SPD-Sprecher Christoph Grundmann. Er habe mit Vertretern von Verdi gesprochen und dabei erfahren, dass die Gewerkschaft mindestens drei Wochen vor den anstehenden Terminen informiert werden wolle, für die Culinara sei eine Absprache damit zu spät. Grundmann fand es auch nicht gerade glücklich, dass die für dieses Jahr noch anstehenden Öffnungs- und Veranstaltungstage alle in das letzte Quartal fallen. Hans-Josef Paulus (CDU) hoffte auf erfolgreiche Bemühungen der Handelsketten zur Lockerung des Ladenöffnungsgesetzes. Darauf hat man in Geilenkirchen aber natürlich keinerlei Einfluss.

Nach einer Frage von Wilfried Kleinen (Geilenkirchen bewegen! und FDP) zur Zusammenarbeit von Stadt und Aktionskreis der Geilenkirchener Geschäftsleute, berichtete Beigeordneter Herbert Brunen über Gespräche in einem Arbeitskreis zur Vorbereitung der Verhandlungen mit Verdi. Dabei müsse man nachweisen, dass die Besucherfrequenz bei der Veranstaltung, die parallel zur Verkaufsöffnung stattfindet, höher ist (oder in der Vergangenheit höher war) als die Zahl der Einkaufenden. Mit Nachdruck wies Brunen dabei darauf hin, dass die Gewerkschaft Verdi keine Genehmigungsbehörde sei und lediglich informiert werden müsse.

Besseres Verhältnis zu Verdi

Einen zusätzlichen Aspekt brachte Grünen-Sprecher Jürgen Benden in die Diskussion. Es sei schade, dass man sich bei Veranstaltungen stets auf den Marktplatz konzentriere, was zur Verödung von Gerbergasse und Friedlandplatz führe. „Geilenkirchen besteht nicht nur aus dem Marktplatz“, so Benden. Rainer Jansen (ebenfalls Grüne) hält es für sinnvoll, ein besseres Verhältnis zu Verdi zu suchen. Später ergänzte er in Bezug auf die Culinara: „Wir wissen seit sieben Wochen von der Verdi-Haltung, hätten also noch Zeit gehabt, die Dreiwochenfrist für die Culinara einzuhalten“.

Das sah auch Marko Banzet von der SPD so. Im „vorauseilenden Gehorsam“ habe der Arbeitskreis von Stadt und Aktionskreis die Geschäftsöffnungspläne zu früh zurückgenommen. „Das ist doch Sache des Aktionskreises“, verteidigte Helmut Gerads (Bürgerliste), den Verband. Damit war das angesprochen, was unterschwellig die Diskussion begleitete: Die Frage nach der Haltung des Aktionskreises nämlich.

Und Bürgermeister Georg Schmitz bestätigte dann auch, dass sich der Aktionskreis im Punkt der Sonntagsladenöffnung zugunsten des Weinfestes gegen die Culinara entschieden habe.

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