Gesang der Amsel über iPhone in den Saal

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Christine Schönleber begeiste
Christine Schönleber begeisterte auf ihrer Viola beim Benefizkonzert der Kammerfreunde Übach-Palenberg im Schloss Zweibrüggen. Foto: agsb

Übach-Palenberg. Anlässlich seiner Jubiläumszeit nach 40 Jahren KammerMusikEnsemble Übach-Palenberg entschlossen sich die 14 Mitglieder, beim 32. Benefizkonzert, dem dritten übrigens im Schloss Zweibrüggen, für die von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch initiierte „Aktion Unsere Kinder” aufzutreten.

Die Spendengelder aus dem Konzert kommen, so der Bürgermeister bei seinen einführenden Worten, „den armen Kindern der Stadt” zugute. Erkennbar stieß diese Idee auch auf Sympathie vieler Besucher.

Hanns-Paul Jouck, Gründer und Organisator des Ensembles, begrüßte die Ehrengäste und Besucher, aber auch die Ensemblemitglieder, die inzwischen ein „Mehrgenerationen Ensemble” bilden. „Die dynamische Langlebigkeit des KammerMusikEnsembles liegt in der Musizierfreude, der Motivation während der wöchentlichen gezielten Probearbeit und der Freundschaft unter den gleichberechtigten Mitgliedern” vermittelte er den Gästen.

Das KammerMusikEnsemble wartete mit einem abwechslungsreichen, anspruchsvollen Programm auf, in dem sich besonders Daniel Herchenbach mit seinem Partner Martin Scheufens am Flügel einen Traum erfüllen konnte. Die begeisterungsfähigen Zuhörer wurden Zeugen einer interessanten, teilweise selten zu hörenden Folge von Musik aus vier Jahrhunderten in unterschiedlich reizvoll instrumentaler Besetzung und kontrastreich gefügt zu einem Ganzen.

Ein Streicherquartett mit den Geigern Georg Vorhagen, Elisa Peschen und Daniel Herchenbach, der Bratschistin Christine Schönleber, dem Cellisten Karl-Heinz Bechholtz, dem Kontrabassisten Peter Heinen und Ireen Mommerz am Cembalo eröffnete mit der festlichen Musik zum „Sommernachtstraum” von Henry Purcell, einer Tanzfolge aus der Barockzeit, die einzelnen Sätze einfühlsam, lebendig und technisch sauber vorgetragen.

Mit einem mit dem iPhone demonstrierten echten „Gesang der Amsel” führte Burkhart Ollertz in das folgende Werk „Le Merle Noir” für Flöte und Piano von Olivier Messiaen, einem Komponisten aus dem 20. Jahrhundert, ein. Für manche Zuhörer war es sicher nicht leicht, das sehr bewegte Wechselspiel (der Amsel) der beiden Instrumente Flöte (Burkhart Ollertz) und Flügel (Ireen Mommerz) zu verfolgen. Der Beifall der Zuhörer bewies, dass sie auf Grund einer vortrefflichen Wiedergabe des anspruchsvollen Werkes Zugang zu dieser sensiblen Art der Naturbeschreibung erhalten haben.

Nach diesem faszinierenden „fremden” Höreindruck folgte ein - ebenfalls klanglich ungewöhnlicher - wohltuender Kontrast mit den vierstimmigen von Peter Heinen für die tiefen Streichinstrumente eingerichteten Sätzen aus der Renaissancezeit. Theresia Ackva, Karl-Heinz Bechholtz und Simon Peschen, alle Violoncello, gemeinsam mit dem Kontrabassisten Peter Heinen überzeugten bei ihrem Vortrag mit einem präzisen, klangschönen, lebendigen Zusammenspiel. Am Ende gab es viel Beifall.

Die Arie „Schafe können sicher weiden” von Johann Sebastian Bach bildete den Programmpunkt vor der Pause. Die seit vielen Jahren bewährte Sopranistin Susanne Peschen führte dieses Werk gemeinsam mit Elisa Peschen, Flauto dolce, Burkhart Ollertz, Flöte mit Theresia Ackva und Ireen Mommerz im Basso Continuo, dem fortlaufenden Bass, auf.

Wunderschön die einfühlsam vorgetragene Melodie der sauber intonierten und gut artikulierten Sopranstimme mit der herrlich korrespondierenden, nie überladenen Begleitung der beiden Flöten, wobei die Altblockflöte einen besonderen Glanz ausstrahlte. Die Zuhörer bedankten sich bei den Ausführenden für diesen meisterlichen Vortrag mit Ovationen und gingen mit einer Vielzahl von Eindrücken in die Pause.

Hermann J. Basten und Burkhart Ollertz mit Theresia Ackva und Ireen Mommerz setzten nach der Pause das Programm fort mit den drei Canzonen von Girolamo Frescobaldi für zwei Flöten, Cembalo und Violoncello aus der Renaissancezeit. Die harmonische Umsetzung dieser von großen, durch die verschiedenen Stimmen verlaufenden Melodiebögen geprägten Komposition, strahlte eine meditative Wirkung aus. Anerkennung für eine gelungene Interpretation entlockte dem Publikum entsprechenden Applaus.

Daniel Herchenbach, Violine, und Martin Scheufens, Flügel, setzen das Programm fort mit einem Werk aus der Spätromantik, den Sätzen Introduktion und Rondo von Camille Saint-Saens. Dieses vielfach bekannte - und unter den Geigern auf Grund von technisch schwer zu bewältigen Passagen gefürchtete Werk - meisterten der Solist und sein Partner bravourös. Beide sind Studenten der Technischen Universität und nicht, wie man denken könnte, Studenten der Musikhochschule.

Im Vorfeld waren nicht wenige seiner Freunde skeptisch, ob der Solist dem Werk, auch mit seinem Partner, der auf dem Flügel den Orchesterpart bewältigen musste, gerecht werden konnte. Das Ergebnis der Premiere war überwältigend! Die Zuhörer hielt es nicht auf den Sitzen und es kam zu „Standing ovations”.

Den Abschluss des Programms bildete ein Werk des ungarischen zeitgenössischen Komponisten Ferenc Farkas, die „Partita All Ungaresca” für Streicherensemble. Die aus der ungarischen Folklore stammenden Melodien ließen die Geiger Georg Vorhagen und Elisa Peschen, die Bratschistin Christine Schönleber, die Cellistin Theresia Ackva und den Bassisten Peter Heinen besonders bei den temperamentvollen zügigen Sätzen zu einem wahren Feuerwerk der Tonfolgen hinreißen. Der große Beifall der dankbaren Zuhörer veranlasste die Musiker zu einer Zugabe, ein Satz aus dem Werk von Farkas.

Weitere Termine

Das Spendenergebnis aus dem Benefizkonzert belief sich auf 1500 Euro. Termine der kommenden Benefizkonzerte des KammerMusikEnsembles sind: Sonntag, 18. März, 17 Uhr, in dem evangelischen Gemeindezentrum Kornelimünster zugunsten „Wir für Ruanda-ACA”; Sonntag, 22. April, 17 Uhr, in der katholischen Kirche St. Peter in Aachen, Alexanderstraße, Zugunsten „Förderkreis Schwerkranke Kinder”.

Das kommende Konzert der Freunde der Kammermusik im Schloss Zweibrüggen, dem 13. Schlosskonzert, einem Jazzauftritt mit dem renommierten Duo Pascal Schumacher (Vibraphon) und Jeff Neve (Piano) findet statt am Sonntag, 17. Juni, wieder um 18 Uhr. Karten können reserviert werden per Telefon 02451/43875, Vorverkauf im Bürgerbüro des Rathauses.
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