Gesamtschule: Die Schule erleichtert, die Politik irritiert

Von: Jan Mönch
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Keine Kooperation: Die Gesamtschule bleibt ohne Teilstandort.

Übach-Palenberg. Die Neuigkeit vom Scheitern der Gesamtschul-Kooperation zwischen Übach-Palenberg und Baesweiler dürfte an der Willy-Brandt Gesamtschule für entspanntes Aufatmen gesorgt haben. Dass die Entscheidung an den zuständigen politischen Gremien vorbei getroffen worden ist, hat aber zumindest auf der Oppositionsbank für Verwunderung gesorgt.

Die Übach-Palenberger Stadtverwaltung hatte die Kollegen in Baesweiler kürzlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass es zu der Kooperation nicht kommen wird. Hierfür sei keine politische Mehrheit vorhanden. Die Politik wird also als Grund für die Absage vorgeschoben, ohne dass sie offiziell gefragt worden ist. Die Verwaltung und Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch indes haben somit darauf verzichtet, sich öffentlich zu positionieren.

„Auf welcher Grundlage?“

Heiner Weißborn hatte sich zwar von Anfang an als entschiedener Gegner einer Dependance in Baesweiler positioniert. Dass er aber aus der Zeitung erfuhr, dass vollendete Tatsachen geschaffen worden sind, ist dem SPD-Fraktionschef hörbar übel aufgestoßen.

„Auf welcher Grundlage ist die Kooperation vom Tisch?“, fragt er. „Es gibt dazu keinen politischen Beschluss, weder vom Schulausschuss noch vom Hauptausschuss oder vom Rat.“ Und mehr noch wundert er sich darüber, dass die Stadt Übach-Palenberg den Nachbarn zugesichert haben soll, der möglichen Gründung einer eigenen Gesamtschule auf Baesweiler Gebiet gegenüber der Bezirksregierung nicht zu widersprechen. Weißborn: „Dann müssen wir doch Widerspruch einlegen. Sonst wäre unser Standort gefährdet.“

Dass keine politische Mehrheit für die Kooperation vorhanden ist, ist jedenfalls zutreffend. Dies bestätigt auch CDU-Fraktionschef Gudduschat auf Anfrage. „Wir haben uns innerhalb der Koalition darauf geeinigt, dass wir kein grünes Licht geben werden. Zumindest im Moment nicht.“

Auch zu einem späteren Zeitpunkt halte er dies für sehr unwahrscheinlich, zumal die Baesweiler Nachbarn sich ja eher früh als spät nach einer anderen Lösung umsehen müssten. Ausschlaggebend für die Entscheidung der CDU und ihrer Koalitionspartner sei die Stimmung an der Gesamtschule gewesen. Weder Eltern noch Lehrer hätten dem Ansinnen der Baesweiler positiv gegenübergestanden. Man habe keinen politischen Weg gehen wollen, der dem Willen an der Schule so fundamental widerspricht.

Baesweilers Bürgermeister Willi Linkens hat nach eigener Aussage bis heute nichts Schriftliches in der Hand. „Wir haben erfahren, dass eine Mehrheit nicht gesichert ist“, sagt er.

„Wir hatten die Hoffnung, unter Einbeziehung der Bezirksregierung eine konstruktive Lösung für beide Städte finden zu können“, sagt Linkens. Ob Baesweiler jetzt auf eine eigene Gesamtschule setzt, ließ der Bürgermeister am Dienstag offen. Dies müsse die Diskussion in den politischen Gremien zeigen. Mit einem Veto aus Übach-Palenberg gegen eine mögliche Gründung rechne er nicht.

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