Geilenkirchen - Georg Schmitz als Bürgermeister vereidigt

Georg Schmitz als Bürgermeister vereidigt

Von: Jan Mönch
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Hängt es auch nicht schief? Seinen ersten Arbeitstag als Bürgermeister verbrachte Georg Schmitz unter anderem damit, sein Büro ein wenig zu verschönern. „Die Wände waren mir ein bisschen zu kahl“, sagte er am Mittwoch. Foto: Jan Mönch
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Auch die erste Fuhre Visitenkarten hat der neue Bürgermeister schon bekommen. Jeder Bürger kann sich bei ihm ein Exemplar abholen – oder einfach hier ausschneiden. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Dass der Job als Bürgermeister eine Menge Papierkram mit sich bringt, merkte Georg Schmitz gleich an seinem ersten Arbeitstag. „50 Dokumente habe ich schon unterschrieben, vor allen Dingen Alters- und Ehejubiläen“, sagte Schmitz nach dem Mittagessen.

Es hatte Rotkohl mit Bratwurst und Kartoffelpüree gegeben, in einem Café in der Innenstadt. „In meinem ausgelagerten Büro“, scherzte Schmitz in Anspielung auf seinen Wahlkampf, den er ebenda oft kaffeetrinkenderweise verbracht hatte.

Aber auch ein richtiges Büro im Rathaus hat er jetzt. Die feierliche Vereidigung fand zwar erst am Abend in der Ratssitzung statt, formal aber war Georg Schmitz schon seit Mitternacht Bürgermeister von Geilenkirchen. Und neben seiner Signatur unter Glückwunschschreiben („Ich habe jedes einzelne gelesen, Ehrenwort!“) und der ein oder anderen verwaltungsinternen Angelegenheit, bestand der vor allen Dingen aus Einweisungen.

Dazu zählte das Einrichten des Computers im Bürgermeisterbüro, das Erklären der Telefonanlage und der „Schlüsselgewalt“, die Georg Schmitz nun hat. Auch der erste Stapel Visitenkarten liegt schon auf seinem geräumigen Schreibtisch, hinter demselben hat Schmitz ein großformatiges Gemälde aufgehängt, gemalt von der Ehefrau seines Sozialamtsleiters Wilfried Schulz.

Und natürlich wurde ihm auch die Garage mit seinem Dienstwagen gezeigt, „ein kleiner Audi A6“, schmunzelte der Bürgermeister. Den werde er aber nur für längere Fahrten nehmen, zum Beispiel wenn es zur Bezirksregierung nach Köln geht oder nach Düsseldorf in ein Ministerium. „Hier fahre ich weitere mit meinem Alten. Damit findet man leichter eine Parklücke und außerdem kennen die Leute ihn.“ Der rote Seat Arosa mit den gelben Feuerwehrstreifen zählt schließlich fast so zum Inventar der Stadt wie der Fahrer selbst.

Bevor es am Abend in die Tagesordnung der Ratssitzung ging, standen noch eine Sitzung des Verwaltungsvorstands an und außerdem eine Kleideranprobe. „Ich wollte mal versuchen, eine Krawatte anzuziehen“, kündigte Schmitz an, mit einer kleinen Spur von Unbehagen in der Stimme. Bislang kannte man ihn schließlich in Karohemd und Weste. Aber: „Mein Amtskollege aus Übach-Palenberg, Wolfgang Jungnitsch, hat mir geraten, dass es bei der Vereidigung doch eine Krawatte sein sollte.“

Das klappte offenbar ganz gut, wie sich am Abend zeigte, Schmitz erschien in Abendgarderobe im rammelvollen Ratssaal. Bis weit in den Flur hatten seine Mitarbeiter die Stuhlreihen platziert, schließlich war mit dem großen Andrang bereits gerechnet worden.

Die Antrittsrede geriet augenzwinkernd, aber auch sehr ehrlich, direkt und mit einem kurzen Exkurs ins Philosophische. „Jetzt stehe ich hier und bin Bürgermeister, geliebt von den einen, belächelt von den anderen. Hier stehe ich, mit all den Attributen, die im Wahlkampf aufkeimten, zum Beispiel: ohne Kompetenz, ahnungslos, nicht geeignet, kaffeetrinkend und händeschüttelnd, und so weiter. Danke, dass ihr mich trotz meiner vermeintlichen Schwächen gewählt habt. Danke, dass ihr mich trotz meiner bewegten Vergangenheit genommen habt – einfach so, wie ich bin!“

Schmitz kündigte an, dass die Stadt vor einem Neustart stehe und betonte, dass dieser nicht leicht werde. Unter anderem übernehme er den höchsten Leerstand an Ladenlokalen, den es je gegeben habe. Auch habe sich die politische Landschaft grundlegend geändert, immerhin bestehe der Rat nun aus sechs Fraktionen und vier fraktionslosen Mitgliedern. Als „Herausforderungen“ stufte Schmitz den Neubau des Hallenbades, die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen und die Vermeidung eines Haushaltssicherungskonzeptes ein. „Vor dieser aktuellen Situation dürfen Erhöhungen von Einnahmen oder Kürzungen von Ausgaben kein Tabu mehr sein.“

Es stehen Veränderungen an, so viel darf als ausgemacht gelten. Georg Schmitz sagte es mit dem Philosophen Arthur Schopenhauer: „Der Wechsel allein ist das Beständige.“

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