Gemeinsame Schule ist keine Alternative

Von: Manfred Hahn
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Übach-Palenberg/Geilenkirchen. Eine Anregung des grünen Kommunalpolitikers Hans Jürgen Benden aus der Nachbarstadt Geilenkirchen heizte im Übach-Palenberger Haupt- und Finanzausschuss erneut die Diskussion um die auslaufende Auflösung der Gemeinschaftshauptschule (GHS) Boscheln an.

Benden hatte im Geilenkirchener Ausschuss für Bildung und Soziales vorgeschlagen, mit Übach-Palenberg an einem Kooperationsvertrag zu arbeiten, um die Hauptschule – auch als Schule für Schüler aus Geilenkirchen – vielleicht doch noch erhalten zu können.

Nachdem die Übach-Palenberger Grüne Brigitte Appelrath im Haupt- und Finanzausschuss solche Gespräche auch aus Übach-Palenberger Sicht vorgeschlagen hatte, widersprach Beigeordneter Engelbert Piotrowski dem nachdrücklich und wiederholte die Situationsbeschreibung, die er auch schon im Schulausschuss gegeben hatte: Die Zahl der Grundschüler hat sich in der Stadt drastisch verringert, und bei einer Übertrittsquote von 3,5 Prozent (vor einigen Jahren lag sie noch bei 14 Prozent) kann keine Eingangsklasse an der GHS Boscheln zustande kommen.

Auch dann nicht, wenn man fünf auswärtige Schüler und Inklusionsschüler (also bisherige Förderschüler) dazu rechnet. Außerdem würde eine einzügige Hauptschule nur genehmigt, wenn keine andere Hauptschule (im Fall Übach-Palenberg wäre das die in Baesweiler) erreichbar ist oder keine andere erreichbar Schule adäquate Schulabschlüsse bietet. Dies tun aber, so Engelbert Piotrowski, in der Stadt sowohl die Gesamt- als auch die Realschule.

„Der Schulkonsens zwischen SPD, Grünen und CDU im Landtag hat die Hauptschule zum Auslaufmodell gemacht!“ Daran erinnerte Engelbert Piotrowski und fügte hinzu, dass diese politische Entscheidung das Verhalten der Eltern bei Schulanmeldungen beeinflusst habe.

Der Beigeordnete ging dann noch einmal auf einen Fragenkatalog ein, den Brigitte Appelrath für die Grünen im Schulausschuss vorgelegt hatte. Dabei sagte er unter anderem, dass eine Abstimmung mit Baesweiler wegen der dortigen Hauptschule nicht erforderlich sei. Hauptschulen müssten auch Schüler aufnehmen, deren Eltern nicht vor Ort wohnen. Vorgezogene Anmeldeverfahren, wie im Schulausschuss vorgeschlagen, seien rechtlich unzulässig. Auch eine Umwandlung in die neue Schulform „Schwerpunktschule“ könne eine Schule mit so wenigen Regelschülern wie die GHS Boscheln nicht leisten, denn das bedürfe der Aufnahme von Förderschülern mit vier verschiedenen Förderschwerpunkten (Lernen, Sprache, soziale und emotionale Entwicklung und ein weiterer Schwerpunkt).

Unterstützung erhielt Piotrowski von Erich Konietzka von der Schulaufsicht beim Kreis. Es habe schon zweimal Ausnahmegenehmigungen für die GHS Boscheln, einzügig zu starten, gegeben, so Konietzka, ein drittes Mal sei damit nicht zu rechnen.

Beigeordneter Piotrowski betonte die gesetzliche Verpflichtung der Stadt als Schulträger, die Hauptschule auslaufend aufzulösen, was bedeutet, dass keine neuen Eingangsklassen gebildet werden, die derzeitigen Schüler jedoch bis zum Ende der zehnten Klasse mit den verschiedenen Anschlussmöglichkeiten beschult werden.

Die Diskussion im Ausschuss zeigte, dass die große Mehrheit der Auflösung zustimmen wird. Entschieden werden soll in der kommenden Ratssitzung.

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