Gelbe Engel: Seit drei Jahrzehnten für den ADAC unterwegs

Von: Udo Stüßer
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Wenn Not am Mann ist, springen sie selbst mit ein: Hans-Jürgen (links) und Albert Zimmermann. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Tag für Tag sind die Gelben Engel im Einsatz und stehen Autofahrern bei platten Reifen und leeren Batterien zur Seite. Wenn in diesen Tagen der ADAC-Notruf seinen 50. „Geburtstag“ feiert, können auch Albert und Hans-Jürgen Zimmermann, Senior- und Juniorchef des gleichnamigen Autohauses mit angeschlossener Werkstatt in Geilenkirchen, eine eindrucksvolle Bilanz vorlegen.

Seit mehr als 30 Jahren fährt die Familie Zimmermann für den ADAC. „Das sind über 2000 Einsätze im Jahr“, erklärt der Juniorchef, Kfz-Mechaniker-Meister Hans-Jürgen Zimmermann. Derweil blickt der 83 Jahre alte Kfz-Mechaniker-Meister Albert Zimmermann auf die Anfänge seines Abschleppdienstes zurück. Das war genau zwei Jahre nach der Gründung des Autohauses im Jahre 1958. „Da habe ich selbst einen Transporter zum Abschleppwagen umgebaut.

Den Kran musste ich noch mit einer Handkurbel betätigen“, erzählt er. Das war in einer Zeit, in der man so manches Pferdefuhrwerk auf der Straße sah, an dem Petroleumlampen für Licht sorgten. Liegengebliebene Autos gehörten damals schon zu seinem Alltagsgeschäft. „In dieser Zeit fuhr ich häufig für den Zoll, beispielsweise wenn Schmuggler ihre Autos im Wald festgefahren hatten“, blickt er zurück. „Und auf manche Fahrzeuge hatte man sogar geschossen.“

Albert Zimmermann denkt auch an die Zusammenarbeit mit der Polizei. Damals wie heute sind die Abschleppwagen von Zimmermann nach Verkehrsunfällen gefragt. Damals der umgebaute Transporter, seit 1983 der Abschleppwagen des ADAC.

Seit 1983 ist das Autohaus Zimmermann für den ADAC im Einsatz. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr stehen drei Fahrzeuge in Bereitschaft. Drei Fahrer arbeiten im Schichtdienst: Während ein Fahrer im Dienst ist, hat ein zweiter Bereitschaft und der dritte frei. So geht es Tag für Tag im Wechsel. Ist dennoch Not am Mann, springen auch Albert und Hans-Jürgen Zimmermann als Gelbe Engel mit ein. Nur die Dritte im Bunde der Geschäftsleitung, Albert Zimmermanns Enkelin Jil Zimmermann, geht nicht mit an Bord der Abschleppwagen.

Sie hat jüngst in Florida den Bachelor in Automotive Management erworben und ist für den Verkauf zuständig. Voraussetzung für den Fahrer der Abschleppfahrzeuge sind der Lkw-Führerschein und technische Grundkenntnisse. „Wenn wir gerufen werden, ist oft die Autobatterie leer oder es muss ein Reifen gewechselt oder der Keilriemen ausgetauscht werden“, nennt Hans-Jürgen Zimmermann Gründe für das Ausrücken seiner Fahrzeuge. Ist die Ursache der Panne vor Ort nicht zu beheben, muss abgeschleppt werden.

Da es neben Geilenkirchen nur noch je einen ADAC-Stützpunkt in Wassenberg und in Erkelenz gibt, haben die Geilenkirchener Fahrer an manchen Tagen kaum eine Verschnaufpause. „Die Einsätze werden nicht weniger. Auf der einen Seite werden die Autos komplizierter, andererseits können viele Autofahrer heute noch nicht einmal mehr einen Reifen wechseln“, sagt Hans-Jürgen Zimmermann.

Aber es sind nicht nur Batterie, Reifen und Elektronik, die den Autobesitzer den ADAC rufen lassen. Nicht nur einmal wurden die Fahrer des ADAC gerufen, weil ein Kind im Auto eingeschlossen war. „Manchmal sind es auch Tiere, die wir an heißen Sommertagen aus Autos befreien müssen“, erzählt Albert Zimmermann. „Manche Autos sind heute schwer zu öffnen. Sie sind wie Panzer gebaut. Da kann man nur die Scheibe einschlagen“, sagt Hans-Jürgen Zimmermann.

Sicherlich ist den Fahrern bei manchen Einsätzen zum Schmunzeln zumute, manche können aber auch eine erheblich psychische Belastung sein: „Wenn man fast zeitgleich mit dem Notarzt nach einem schweren Verkehrsunfall am Unfallort ankommt und die Schwerverletzten sieht, belastet das“, sagt der Juniorchef. Derweil erinnert sich der Seniorchef noch an Einsätze mit seinem Transporter Marke Eigenbau: „Da habe ich das Auto abgeschleppt und den Leichtverletzten ins Krankenhaus gebracht.“ Heute wäre das nicht mehr möglich, alle Arbeitsabläufe werden vom ADAC strengstens reglementiert, die Leistungsfähigkeit der Abschleppdienste wird regelmäßig überprüft.

Nach einer Panne freuen sich sicherlich die meisten Autofahrer über die Hilfe der Gelben Engel. Aber es gab auch Schlitzohren, die den Helfern alte Schäden anlasten wollten. „Sie haben nach dem Abschleppen behauptet, wir hätten Schäden verursacht. Um so etwas zu vermeiden, inspizieren unsere Fahrer gemeinsam mit dem Auftraggeber dessen Fahrzeug“, so Hans-Jürgen Zimmermann.

Aber dadurch lassen sie sich nicht entmutigen. Sie sind auch weiterhin auf unseren Straßen im Einsatz: 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

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