Geilenkirchens jüngste Ratsfrau tritt den Dienst an

Von: Udo Stüßer
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Jurastudium und Politik: Für viele Hobbys bleibt da wenig Zeit. Gute Bücher sind aber ein Steckenpferd von Jennifer Diederichs. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Jennifer Diederichs hat am Mittwoch Geburtstag. 29 Jahre alt wird die junge Frau aus Bauchem. Doch die Feier mit Freunden und mit der Familie, allen voran Oma Thea, wird erst am Wochenende stattfinden. Stattdessen wird Jennifer Diederichs am Mittwochabend erwartungsvoll im Ratssaal sitzen.

Während der konstituierenden Sitzung des Stadtrates um 18 Uhr wird sie als jüngste Frau im neuen Stadtrat vereidigt. „Es ist schon spannend, was auf mich zukommt“, blickt die Christdemokratin erwartungsvoll auf die neue Legislaturperiode. „Es ist schon spannend, was auf mich zukommt“, blickt sie erwartungsvoll auf die neue Legislaturperiode.

Über das Wahlergebnis im Wahlbezirk 9 Bauchem am 25. Mai hat sie sich sehr gefreut. Immerhin lag sie gleich bei ihrer ersten Kandidatur mit 42,4 Prozent nicht nur klar an der Spitze, sondern auch noch 6,4 Prozent über dem Ergebnis ihres christdemokratischen Vorgängers Johannes Henßen. Und dabei hatte sie bekannte kommunalpolitische Gegner wie den SPD-Parteichef Stefan Mesaros (19,8 Prozent), Hilde Volles (Grüne/11 Prozent) und Bernd Oltmanns (Bürgerliste /16,6 Prozent).

Jetzt hat die 29-Jährige ihr Ziel erreicht, nach vielem Klinkenkenputzen in Bauchem, nach vielen Gesprächen mit Bürgern. Und nach einem Wahlkampf, der genau in ihre Prüfungsphase fiel. Nach einem Studium der Politikwissenschaften in Trier studiert die Absolventin des St.-Ursula-Gymnasiums Jura in Bonn. Das erste Staatsexamen hat sie fast schon in der Tasche.

Langeweile hatte die Geilenkirchenerin in der jüngsten Zeit sicherlich nicht. Die kannte sie auch schon als Schülerin nicht. Denn bereits als 17-Jährige stieg sie in die Politik ein. Das Interesse wurde bereits durch den Unterricht in der Realschule geweckt. „Von den großen Parteien habe ich mir die Programme zuschicken lassen“, blickt Jennifer Diederichs auf die Anfänge. „Und da ich auch in der katholischen Kirche engagiert war, sagte mir damals schon die CDU am meisten zu.“

Diederichs trat in die Junge Union und kurze Zeit später in die CDU ein. 2005 wurde sie als Beisitzerin in den JU-Kreisvorstand gewählt, seit 2011 ist sie Kreisgeschäftsführerin. Den Geilenkirchener JU-Stadtverbandsvorsitz hatte sie in den Jahren 2009 bis 2013 inne. Sie bedauert das oft fehlende politische Engagement der jungen Menschen. „In der JU in Geilenkirchen waren es meist nur fünf bis sechs junge Leute, die regelmäßig kamen. Das Problem haben aber alle Jugendorganisationen.“

Als Ursachen sieht sie zeitliche Probleme aufgrund von Studium oder Ausbildung und Wegzug nach dem Abitur. „Und man braucht als junger Mensch viel Geduld, um in einer Partei etwas zu erreichen. Junge Menschen kämpfen häufig gegen Windmühlen, und das ist nicht attraktiv.“ Deshalb fordert sie: „Alle Parteien müssen sich zukunftsfähig aufstellen und sich jungen Menschen öffnen.“

Als Stadtverordnete der Christdemokraten sieht sie sich unter anderem als Interessenvertreterin der jungen Menschen. Sicherlich weiß auch sie, dass so manche Wünsche der Jugendlichen nicht erfüllbar sind. Das heiß ersehnte Kino wird sicherlich nicht kommen. „Ein riesiges Angebot für Jugendliche gibt es in Geilenkirchen nicht. Ich aber habe mich als Jugendliche immer im katholischen Jugendheim Oase wohlgefühlt“, sagt sie. Und genau da will sie ansetzen. „Ich möchte die Jugendheime in der Stadt unterstützen.“ Deshalb strebt sie auch einen Platz im Ausschuss für Bildung, Soziales, Sport und Kultur an.

Ob es klappt, wird sich am Abend zeigen. Für Jennifer Diederichs jedenfalls wäre es ein kleines Geburtstagsgeschenk. Überhaupt zählt die 29-Jährige die Sozialpolitik zu ihren Schwerpunkten. „Dieses Feld, das oft zu kurz kommt, muss eine Volkspartei besetzen. Mit der ausgeschiedenen Marlis Tings hat die Geilenkirchener CDU ihr soziales Gewissen verloren.“

Jennifer Diederichs will nun in deren Fußstapfen treten. „Aber es sind große Fußstapfen“, weiß sie. U3-Betreuung und Ganztagsschul-Angebot sind ihre Themen. „Die Welt ist in diesen Bereichen in Geilenkirchen in Ordnung. Aber es könnte noch ein bisschen besser sein.“ Die neue Stadtverordnete will ein Auge darauf werfen, dass jeder das bekommt, was er braucht, ob Kita-Platz oder Tagesmutter.

Bei allem hat sie die Nachhaltigkeit im Auge. „Mit Blick auf die Finanzen, auf die Umwelt und auf das Soziale muss man in der Politik zukunftsfähig arbeiten“, erklärt sie. Zunächst aber freut sie sich auf ihre künftige Ratsarbeit: „Im Rat hat man die Chance, etwas zu bewegen.“

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