Geilenkirchener Sportanlagen: Jetzt haben die Vereine wieder das Wort

Von: Udo Stüßer
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Der Sportplatz in Kraudorf wird nicht aufgegeben, allerdings soll auch kein Geld mehr investiert werden. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Jetzt sind die Sportvereine wieder gefragt: Das vom Büro Geo 3 aus Bedburg im Auftrag der Stadt Geilenkirchen vorgelegte Entwicklungs- und Sanierungskonzept der Sportanlagen fand nicht die Zustimmung des Ausschusses für Bildung, Soziales, Sport und Kultur.

Das Konzept wurde am Dienstagabend von den Ausschussmitgliedern lediglich zur Kenntnis genommen, die Verwaltung soll nun gemeinsam mit dem Stadtsportverband und den Vereinen eine Prioritätenliste erarbeiten, über die der Ausschuss dann in seiner nächsten Sitzung im März entscheiden wird.

Auslöser dieser Entscheidung war die Tatsache, dass es zwei Prioritätenlisten gibt. Eine Liste ist das Ergebnis eines Abstimmungsgespräches zwischen Vertretern des Stadtsportverbandes und der Verwaltung. Dieses Konzept ist allerdings nicht identisch mit den Vorschlägen des Planers, die dem Ausschuss zur Abstimmung vorlagen. Dabei liegen Stadtsportverband und Geo 3 mit ihren Meinungen gar nicht so weit auseinander. Beide haben dem Sportplatz Immendorf jedenfalls oberste Priorität eingeräumt.

Bei der Vorstellung des Konzeptes gestand Martin Hiller, Geschäftsführer von Geo 3, eingangs: „Es hat Wellen geschlagen. Ich hoffe, dass ich einige Dinge ausräumen kann.“ Ursache dieser „Wellen“ und Aufregung bei den Vereinen war ein Fehler auf Seite 36 des Gutachtens. Unter dem Punkt Sportanlage Nirm-Kraudorf stand hier „Rückbau und Aufgabe des Sportplatzes“.

Hiller stellte dies im Ausschuss richtig: „Wir wollen den Sportplatz nicht aufgeben, sondern künftig keine weiteren Investitionen tätigen. Hier kann man auch in drei, vier oder fünf Jahren noch Sport treiben.“ Dazu meinte SPD-Fraktionschef Christoph Grundmann im Verlauf der späteren Diskussion: „Danke, dass Sie die Verantwortung übernommen haben, das hat für Wirbel gesorgt.“

Nur Pflege oder falsche Pflege

Karin Hölscher, Vorsitzende des Stadtsportverbandes, warb darum, trotz der unterschiedlichen Prioritätenlisten dem vorliegenden Konzept zuzustimmen. Seit 15 Jahren sei sie im Stadtsportverband aktiv. Im Laufe dieser Jahre habe sich der Zustand der Sportstätten immer weiter verschlechtert, es sei nur Pflege oder falsche Pflege betrieben worden, Erneuerungsmaßnahmen seien nicht vorgenommen worden.

„Wir wollen gemeinsam etwas erreichen. Wir wollen den Fußballvereinen ein vernünftiges Spiel ermöglichen“, sagte die Geschäftsführerin des Budo Sport Clubs Geilenkirchen. Ein Jahr lang habe sich der Stadtsportverband gemeinsam mit der Verwaltung mit dem Thema beschäftigt und eine Prioritätenliste erarbeitet. Sie sei nun enttäuscht, dass Geo 3 eine andere Liste vorgelegt habe.

„Wir haben unsere Liste den Vereinen vorgelegt, dort ist sie auf Zustimmung gestoßen. Die Fußballvereine haben eingesehen, dass auch Leichtathleten Möglichkeiten haben müssen, ihren Sport auszuüben“, sagte sie und betonte: „Wir haben ein Team zusammengestellt, das das Projekt weitertreiben will. Von der Verwaltung haben wir grünes Licht bekommen.“ Es mache jetzt keinen Sinn zu warten. Denn: „Die Preise werden steigen. Die Vereine stehen hinter unserem Konzept, wir arbeiten gut mit der Verwaltung zusammen.“

Noch viel Detailarbeit

SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Grundmann hingegen meinte, es sei noch viel Detailarbeit erforderlich. Der Stadtsportverband solle nochmals mit allen Vereinen reden, eine Prioritätenliste erarbeiten und dann mit dem Kämmerer reden. Dies sah auch CDU-Fraktionschef Max Weiler so: „Wir reden von unterschiedlichen Listen. Wenn ich nicht weiß, wie die Vereine dazu stehen, kann ich nichts beschließen.“

Auch Jürgen Benden, Fraktionsvorsitzender der Grünen, meinte. „Was Sie vorgestellt haben, ist vom Ansatz gut. Das möchte ich allerdings noch ausgearbeitet haben.“ Ihm fehle in dem Konzept der Schulsport. „Der findet in Geilenkirchen nur unter erschwerten Bedingungen statt und ist in dem Konzept gar nicht vorgekommen“, sagte er und berichtete von „Bauchschmerzen“, weil der Sportplatz Prummern aufgegeben werde.

„Kinder sollen sich bewegen und nicht nur vor dem Bildschirm sitzen.“ Auch Wilfried Kleinen, Fraktionschef „Geilenkirchen bewegen! und FDP“ wollte das Konzept lediglich zur Kenntnis nehmen.

„Die Verwaltung soll mit dem Stadtsportverband und den Vereinen ein schlüssiges Konzept erarbeiten, über das der Ausschuss dann beschließen wird.“ Während Karin Hölscher es für falsch hielt, das Konzept aufzuschieben, meinte Ausschussvorsitzender Marko Banzet (SPD): „Wir verschwenden keine Zeit, es wird ja weiter daran gearbeitet.“ Dies sah auch Max Weiler so: „Die nächste Sitzung ist im März, erste Aktionen sind für 2018 geplant. Die Zeit reicht.“

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