Geilenkirchener Mädchen backen Lebkuchen-Krippe

Von: Andrea Schever
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Sind stolz auf ihre selbstgestaltete Lebkuchen-Krippe (v.l.): Emilia Göricke, Feloumena Nacken, Hannah Große, Laura Kirchkessner und Maya Heinen. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen-Hünshoven. Der eine backt fleißig Plätzchen, der andere schmückt schon jetzt den Tannenbaum und wieder ein anderer konzentriert sich nur noch auf die Weihnachtsgeschenke. Die Vorweihnachts-Traditionen sind so mannigfaltig wie die Menschen selber.

Einen Brauch, den viele kennen, nämlich den des Lebkuchen-Häuschens, haben auch einige Geilenkirchener Mädchen in diesen Tagen gepflegt – nicht jedoch, ohne dem Projekt dank zweier helfender Mütter eine eigene Note zu geben: Sie backten ihre ganz eigene und einmalige Lebkuchen-Krippe.

Gemeinsam machten sich Feloumena Nacken (8), Maya Heinen (8), Emilia Göricke (8), Hannah Große (8) und Laura Kirchkessner (9) in dieser Woche ans Werk, um das, was ihnen derzeit durch ihren Kommunionsunterricht sehr präsent ist, einmal in etwas anderer Form zum Ausdruck zu bringen. Für sie hat Weihnachten nämlich weniger mit dem Weihnachtsmann als mit Jesus zu tun.

Bevor es jedoch ans Backen beziehungsweise Verzieren ging, lasen die fünf Mädchen zusammen mit den zwei Müttern, Ursula Göricke und Waltraud Große, die Weihnachtsgeschichte noch einmal in einem Kinderbuch. Im Sitzkreis um ihre selbst gebastelte Gruppenkerze herum konnten sie sich so noch einmal in Erinnerung rufen, was sie alles für die Krippen-Szene brauchten: Maria, Josef, Jesuskindchen, Esel, Schafe, Hirten und die Drei Heiligen Könige.

Damit das Herstellen der Lebkuchenkrippe für die Kinder nicht so langwierig wurde, hatte Waltraud Große den Lebkuchenteig schon im Vorfeld gebacken und auskühlen lassen. Dann war Arbeitsteilung angesagt: Die Erwachsenen spielten Baumeister der Krippe, die Kinder verzierten die Krippenfiguren aus Teig. Aus fünf eckigen Platten entstand die Krippe Marke Eigenbau, fixiert mit ganz viel Zuckerguss und einigen Zahnstochern.

In mehrfacher Ausführung

„Ich übernehme Maria!“, „Und ich den Esel!“, „Ich die Könige!“ – dass die Krippenfiguren später in gleich mehrfacher Ausführung verziert wurden, sollte bei der Begeisterung der Mädchen für den Teig, den bunten Zuckerguss und die Zuckerstreusel nicht verwundern. Und eine bunte Verzierung war schöner als die andere.

Wann, wie und wo der Brauch des Lebkuchen-Häuschens entstanden ist, können heute selbst Historiker nicht mehr sagen. Sicher ist nur, dass die direkten Vorgänger des uns bekannten Lebkuchen in Schriften des 13. und 14. Jahrhunderts belegt sind. Darüber, wie aus dem haltbaren und stabilen Gebäck ein Häuschen wurde und wie die Verbindung mit dem Märchen von Hänsel und Gretel in der Vorweihnachtszeit verankert wurde, gibt es nur Spekulationen. Möglicherweise wurden vielen Kindern in der dunklen Weihnachtszeit Märchen zur Unterhaltung vorgelesen, darunter eben auch das von Hänsel, Gretel und der Hexe in ihrem Knusperhäuschen. Und gemeinsames Basteln gehört nun einfach einmal in die Weihnachtszeit.

Die fünf Mädchen waren an diesem Abend mit ihren selbst verzierten Krippenfiguren nicht nur zufrieden, sondern verdienterweise stolz auf sie. In blaue, rote, grüne oder komplett bunte Gewänder gehüllt durften Maria und Josef dann einen Moment antrocknen, bevor sie vorsichtig von Waltraud Große mit Zuckerguss in der Krippe befestigt wurden. Ebenso wurden Schafe, Esel und König mit Standfüßen versorgt, so dass die Mädchen nach dem Händewaschen die fertige Krippe in Augenschein nehmen konnten.

Den großen Augen folgte rasch die Frage, ob man denn schon naschen dürfe. Aber damit sollten die fünf dann wohl doch noch etwas warten. Denn was die meisten nicht wissen: Eigentlich ist die Adventszeit eine Fastenzeit. Obwohl man in diesen Tagen förmlich mit Süßigkeiten überhäuft wird, sollten Christen sich bis Weihnachten mäßigen. Erst dann darf wieder nach Herzenslust genascht werden.

Aber wie heißt es so schön: Vorfreude ist die schönste Freude. Und beim Anblick der schönen bunten Krippe vergeht die Zeit bis Heiligabend doch fast wie im Flug.

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