Geilenkirchener Künstlerin: „Ein bisschen Kalligrafie muss sein”

Von: Udo Stüßer
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Ein Glas mit sprudelndem Sekt
Ein Glas mit sprudelndem Sekt vor blauem Himmel: Brigitte Breiksch-Elkenhans verbindet Malerei mit Texten. Aber auch schöne Landschaftsbilder schmücken ihr Haus. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „So viel Zeit ein Menschenleben.” Brigitte Breiksch-Elkenhans hat diesen Gedanken fein säuberlich mit Schablone ins Bild geschrieben. Ein Glas mit sprudelndem Sekt vor blauem Himmel und den Wogen des tiefblauen Meeres. Sprudeln als Symbol für Energie.

Überhaupt verbindet die studierte Grafik-Designerin ihre Bilder gerne mit Texten. „Manche Texte sind viel zu schade, um nur in einem Buch zu stehen. Auf einem Bild im Wohnzimmer hat man Zitate oder Lebensweisheiten immer vor Augen”, sagte sie. So findet man in ihren Werken auch viel Nachdenkliches. „Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht.”

Die Geilenkirchener Künstlerin liest viel. Aus den Büchern hat sie viele Inspirationen für ihre Werke erhalten.

Als sie das Buch „Traumfänger” von Marlo Morgan über die Reise einer Frau in die Welt der Aborigines las, schreckte sie mitten in der Nacht hoch und hatte ein neues Bild vor Augen. Sie machte sich Notizen. Heute schmückt das Kunstwerk ihr Wohnzimmer: Die Umrisse Australiens sind erkennbar, helle und dunkle Brauntöne als Symbol extremer Trockenheit, Felszeichnungen, und das Känguru darf natürlich auch nicht fehlen. Fehlen darf auch ein Zitat aus dem Buch nicht: „Mit leeren Händen geboren, mit leeren Händen gestorben. Ich habe das Leben in seiner ganzen Fülle kennengelernt.”

Brigitte Breiksch-Elkenhans malt nicht nur abstrakt, früher mit Öl, heute mit Acrylfarben schafft sie wunderschöne Landschaftsbilder. Die Künstlerin liebt Schweden. Hier entstanden herrliche Gemälde. Ein Ferienhaus auf weiter Waldlichtung, ein tiefblauer See, der zum Bad einlädt. Man möchte förmlich hineinspringen.

Schon als Schülerin der Geilenkirchener Realschule entdeckte Brigitte Breiksch-Elkenhans ihre Liebe zur Kunst. „Meine Lehrerin Elisabeth Schaffrath hat mich dazu gebracht, Grafik-Design zu studieren. Das aber sehr zum Leidwesen meines Vaters, der aus mir lieber eine Architektin gemacht hätte”, blickt sie zurück.

Drei Jahre war sie nach dem Studium bei einer Supermarktkette in der Werbung tätig, arbeitete ein Jahr in einer Werbeagentur, bevor sie zur Raketenschule der Artillerie in Niedrheid ging. Hier war sie für die grafische Gestaltung von Schulungsbüchern und Urkunden zuständig. Seit 1981 ist sie nur noch in ihrem Haus in der Albrecht-Dürer-Straße tätig.

Mehr als 100 Bilder hat sie in den vergangenen Jahren geschaffen. Auf einen bestimmten Stil will sie sich nicht festlegen. „Ich liebe die Abwechslung, aber ein bisschen Kalligrafie muss sein”, sagt sie.

Dabei hat sie immer noch ein ganz großes Projekt vor Augen: Den Text „In einer Stunde streckt man einen Baum zu Erden, der hundert Jahre hat gebraucht, um groß zu werden” aus der „Weisheit des Brahmanen” von Friedrich Rückert möchte sie in 100 Staaten übersetzt haben. Die Zettelchen möchte sie dann in einer Collage verarbeiten. „Ich spreche Freunde und Bekannte an, die verreisen, und bitte auch fremde Leute, mir ein Papierstück mit einer Übersetzung aus einem fremden land zu besorgen”, sagt sie.

Aus China, Japan, Vietnam, Kirgistan und Mexiko hat sie unter anderem Übersetzungen vorliegen. Insgesamt 51 Staaten hat sie abgedeckt. Ihre Freundin Ingrid Wopowa hat kürzlich auf dem Zuckerhut Menschen aus Australien und Uruguay getroffen, die ihr den Text übersetzt haben. Was ihr fehlt, sind noch fast alle afrikanischen Staaten.

Doch zunächst einmal freut sich Breiksch-Elkenhans auf die zehnte „Gk-Life-Art” am Sonntag, 16. September, im Sportpark Loherhof, wenn rund 30 Künstler ihre Werke präsentieren. Diese Ausstellung hat die Designerin vor elf Jahren ins Leben gerufen. Im Malerviertel bei strömendem Regen mit zehn Künstlern gestartet, ist die Veranstaltung heute im Loherhof ein Publikumsmagnet.

Zum zehnten Mal findet in Geilenkirchen die „Gk-Life-Art” statt. Die Besucher erleben live, wie Kunst gemacht wird. Die Künstler stellen nicht nur aus, sondern arbeiten am Objekt und stehen für Fragen und zum Erfahrungsaustausch bereit.

Zu sehen sind Portraits, figurative und moderne bildende Kunst, Speckstein, Tiffany, Öl-, Acryl- und Seidenmalerei, Aquarell, Fotografie, Filz, Metall, Miniaturen und Schmuck.

Die Veranstaltung findet statt am Sonntag, 16. September, 11 bis 18 Uhr, im Sportpark Loherhof. Der Eintritt ist frei.

Ansprechpartner sind Brigitte Breiksch-Elkenhans, Tel. 02451/8722, Sylvia Hoffmann, Tel. 02451/911145, und Freddy Solty, Tel. 02451/1234.

In den vergangenen Jahren kamen jeweils rund 1000 Besucher aus der ganzen Region zu dieser Kunstausstellung.

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