Geilenkirchen - Geilenkirchener Grüne kritisieren „City Graniti”

Geilenkirchener Grüne kritisieren „City Graniti”

Von: st
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Über Geschmack lässt sich be
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Sind die neuen Kübel in der Geilenkirchener City ansehnlich oder nicht? Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Wenn Geilenkirchens Grünen-Chef Jürgen Benden durch die Innenstadt geht, dreht sich ihm förmlich der Magen um: „Unsere Befürchtungen sind auf brutalste Art bestätigt worden”, sagt er im Gespräch mit Blick auf die kürzlich aufgestellten Pflanzkübel aus Granit.

„Die absolut überdimensionierten und unästhetischen Granitkübel machen unsere Innenstadt zur City Graniti”, kritisiert er. Wie allgemein bekannt sei, habe sich die Ratsfraktion der Grünen in vielfacher Hinsicht gegen die nun abgeschlossene Neugestaltung der Innenstadt im ersten und auch im zweiten Bauabschnitt ausgesprochen. „Auch wenn wir andere Vorstellungen hatten, sind wir in unserer Stadt weitergekommen. Aber das ist ein Rückschritt. Jetzt haben wir eine Stadt voller Beton und Granit”, sagte er.

Nicht nur die Ästhetik, sondern hauptsächlich die Kosten sind es, die dem Grünen Kopfschmerzen bereiten. „Uns ist sehr wohl bekannt, dass Sie sich auch für die kostengünstigere und natürlichere Alternative aus Holz ausgesprochen haben und genau wie wir eine Bepflanzung mit richtigen Bäumen bevorzugt haben”, schreibt er Bürgermeister Thomas Fiedler und bittet ihn, Anfragen zu diesem Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch, 23. November, zu setzen.

Um die Folgekosten der von der Mehrheit aus CDU und FDP durchgesetzten Granit-Optik besser einschätzen zu können, möchte er nicht nur wissen, welchen Preis die Stadt für die Pflanzkübel bezahlt hat, sondern auch, wie viele Mitarbeiter wie viele Stunden mit der Aufstellung beschäftigt waren und welche Kosten der Stadt dadurch entstanden sind. Auch die Mietkosten für den eingesetzten Kran interessieren ihn. „Ursprünglich war angedacht, die Pflanzbehälter bei Bedarf zu versetzen”, sagt er. Doch dass das so ohne Weiteres möglich ist, bezweifelt er.

„Ist bei den Ausmaßen und dem Gewicht der Granitkübel eine Versetzung bei Bedarf noch möglich? Wenn ja, mit welchen Kosten ist dann jeweils pro Granitkübel zu rechnen?” Benden kritisiert auch, dass beim Ausrichten der Granitkübel unterschiedlich große Hohlräume unter den Kübeln entstanden sind, in den sich bereits Papier und Unrat verfangen haben. „Wie viel Pflegeaufwand ist hier zu erwarten? Welcher Kostenansatz ist hierfür einzuplanen?”, will Benden wissen. Ebenso wie andere Städte habe Geilenkirchen mit Graffiti-Schmierereien ein massives Problem. „Viele Mülleimer und Granit-Würfel sind doch schon beschmiert. Die großen und glatten Flächen der Granitkübel bieten sich auch als ideale Fläche an.” Die Grünen fragen nun, ob diese Kübel gegen Schmierereien imprägniert sind, welche Kosten entstanden sind und ob man Graffiti rückstandslos entfernen kann.

Bei der Neugestaltung der Innenstadt seien aufgrund der städteplanerischen Vorstellungen von CDU und FDP unnötigerweise zwei Dutzend teils sehr alte und das Stadtbild prägende Bäume gefällt worden, die nun gepflanzten Buchen könnten hierfür kein Ausgleich sein. „Wir fordern einen ökologischen Ausgleich”, sagt Benden. Mit den Beschlüssen von CDU und FDP, kastenförmig geschnittene Buchen zu pflanzen, sei ein erheblich unnötiger Kostenfaktor für die nächsten Jahre geschaffen worden. Mindestens zweimal im Jahr müssten sie von einem Fachmann geschnitten werden. Auch hier fragt Benden nach dem Zeit- und Kostenaufwand. „Die Stadt Geilenkirchen befindet sich in einer schwierigen Haushaltslage und muss in den nächsten Jahren den Gürtel in allen Bereichen enger schnallen”, meint Benden und drückt sein Unverständnis gegenüber CDU und FDP aus, „die sich doch immer als Sparfraktion darstellen wollen”.
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