Geilenkirchener Berufs- und Studieninformationsbörse lockt Tausende

Von: Daniela Martinak
Letzte Aktualisierung:
6304767.jpg
Kevin und Ingo wollen Maschinenbau studieren und üben sich schon mal. Foto: Daniela Martinak

Geilenkirchen. Tobias Wilhelm schaut sich gespannt um. „Das waren noch Zeiten“, murmelt der 21-Jährige vor sich hin und beobachtet die zahlreichen Schüler, die sich in der Turnhalle des Geilenkirchener St.-Ursula-Gymnasiums tummeln. Alle auf der Suche nach der richtigen Melodie für die Zukunftsmusik.

„Am besten in eine Zukunft ohne finanzielle Sorgen und auch ein bisschen Spaß darf gerne dabei sein“, bringt Anna es auf den Punkt und spricht wohl damit ihren Klassenkameraden aus der Seele. Mit ihrer Freundin Klara klappert sie einen nach dem anderen der insgesamt 49 Stände auf der Berufs- und Informationsbörse „Be Future!“ ab. Prompt landen die beiden am Stand des Finanzamtes.

Dort wartet niemand anders als Tobias auf die Mädchen. „Auch ich war hier einmal Schüler und habe diese Messe besucht“, erklärt der Teverener, um erst einmal eine Brücke zu schlagen. Vor drei Jahren habe er ebenso wie jetzt Klara und Anna dort gestanden, nicht gewusst, was er nach der Schule machen soll und sich dann für den Beruf des Finanzwirtes entschieden.

Ein Jahr später hatte er sich bereits für das duale Studium eingeschrieben. „Meine heutigen Kollegen, die mich vor drei Jahren hier beraten haben, haben mir den Beruf so richtig schmackhaft gemacht“, versichert Tobias.

Jetzt steht der 21-Jährige selber dort und will ebenfalls interessierte qualitative Bewerber anlocken. „Sonst halten sich die Leute ja eher fern vom Finanzamt, aber dort zu arbeiten, ist gar nicht so übel“, witzelt er. Neben dem Beamtentum gibt es aber auch Infos zu Berufen wie Handwerker/-in, Versicherungskaufmann/-frau, Altenpfleger/-in, Koch/Köchin und Erzieher/-in. Außerdem erhalten die Schüler auch Einblicke in sämtliche Studiengänge, die anwesende Universitäten vorstellen.

Dass sie studieren wollen, wissen etwa Lena und Juliane. Die beiden 16-Jährigen balancieren den bereits gesammelten Haufen an Infomappen und Flyern gerade zum Stand der Maastricht University. Das wäre was für die Abiturientinnen.

„Nicht nur, dass wir es spannend finden, in ein anderes Land zu gehen, auch die Chance, dort Gesundheitswesen oder Marketing zu studieren, wollen wir nutzen“, sind sich die Geilenkirchenerinnen sicher.

Das sehen all die anderen jungen und älteren Besucher dieser messeähnlichen Veranstaltung genauso. „Eine tolle Sache“, betont Anneliese Baarun, die mit ihrem Sohn Jens von Heinsberg hierher gekommen ist, und sich sicher ist, „dass viele Jugendliche solche Börsen nutzen sollten, um sich ein Bild vom Berufsalltag zu machen und Vorstellungen über ihre berufliche Zukunft zu bekommen, sowie sich vielleicht sogar einen Praktikumsplatz zu suchen oder gar eine Ausbildungsstelle zu finden“.

Die Organisatoren von „Be Future!“, die diese Veranstaltung vor zwölf Jahren ins Leben gerufen haben, um damit ein Pendant zur Aachener Berufswahlmesse zu gründen, Wilfried Kleinen und Robert Jansen, heben vor allem die ungezwungene Atmosphäre hervor. „Die Schüler in der Region sind eher zurückhaltend. Hier, in ihrem Umfeld fühlen sie sich wohl und trauen sich, Fragen zu stellen“, erklärt Robert Jansen, der auch als Lehrer am Gymnasium unterrichtet.

Inzwischen sei die Berufs- und Studieninformationsmesse in Geilenkirchen so beliebt, dass er kaum noch Firmen anschreiben müsse, sie würden sich sogar selbst bewerben, dort ausstellen und informieren zu dürfen. Auf die Frage, warum denn gerade an den Ständen der Polizei und der Bundeswehr soviel los sei, antwortete er ohne Zögern: „Nun ja, auch die Schüler wissen einen sicheren Arbeitsplatz zu schätzen“.

Unterm Strich hätte der Tag nicht besser laufen können. Eine Plattform, die an einem Ort und einem Tag zahlreichen Schülern etliche Möglichkeiten bietet und das inzwischen in einem überregionalen Rahmen. Die Vorbereitungen für das kommende Jahr sind auch schon abgeschlossen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert