„Geilenkirchen wird durchstarten”

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
Trotz Haushaltsmisere blickte
Trotz Haushaltsmisere blickte auch Bürgermeister Thomas Fiedler mit großem Optimismus und vielen Plänen in die Zukunft. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Ein neuer Besen kehrt gut. Aber eine alte Bürste kennt alle Ecken.” Mit humorvollen Worten gab Rüdiger Strübig, seit zehn Jahren Geschäftsführer und einige Jahre gleichzeitig auch Vorsitzender des Aktionskreises, am Sonntag die Bühne frei für Dr. Rita Freches-Heinrichs, nun im zweiten Jahr Vorsitzende des Aktionskreises.

Sie begrüßte zum Neujahrsempfang in Haus Basten zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Militär und öffentlichem Leben und stellte mit Blick auf das vergangene Jahr fest: „Alle Feste des Aktionskreises sind aus meiner subjektiven Sicht echte Höhepunkte im Veranstaltungsreigen der Stadt Geilenkirchen gewesen.”

Kein Gewerbefest

Sie bedauerte lediglich, dass trotz intensiver Bemühungen seitens der Stadt und des Aktionskreises mangels entsprechener Teilnahmebereitschaft der Gewerbetreibenden kein Gewerbefest in den Gewerbegebieten Fürthenrode und Selka stattgefunden habe. Hier müsse über neue Lösungsansätze nachgedacht werden. Freches-Heinrichs wies auf einige Höhepunkte im Programmreigen hin, blickte zurück auf Neujahrsempfang, Beteiligung am Karnevalszug, Autoausstellung, Eröffnung der deutsch-dänischen Wochen, Weinfest, Schlemmermarkt, Beschaffung der LED-Weihnachtsbeleuchtung und Nikolausmarkt.

„Nicht vergessen möchte ich die feierliche Freigabe der Konrad-Adenauer-Straße anlässlich des Weinfestes. Durch die überaus schnelle Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes konnten wir unseren neuen prachtvollen Boulevard bereits zum Weinfest der Bevölkerung präsentieren.”

Weitere Highlights für Geilenkirchen seien das neu errichtete „Gelo-Carré” und die Wiederbelebung des ehemaligen Grafen-Gebäudes gewesen. Die AK-Vorsitzende blickte mit großem Optimismus auf das Jahr: „Geilenkirchen wird durchstarten, wenn nun die ehemalige Stadtpassage, das ehemalige Eisenjansen-Gelände und die Kornmühle fertig gestellt sind und die Geschäfte dort eröffnen.” Eine Vereinheitlichung der Ladenöffnungszeiten seien trotz intensiver Bemühungen nicht erreicht worden. Um die Attraktivität als Einkaufsstadt zu erhöhen, werde dies auch in diesem Jahr eines der Ziele des Aktionskreises sein. „Ich hoffe, dass durch die Eröffnung neuer Läden und Geschäfte eine deutliche Wiederbelebung des innerstädtischen Konsumverhaltens sich bemerkbar machen wird. Geilenkirchen hat durch das Gelo-Carré deutlich an Attraktivität gewonnen und wird in diesem Jahr nach Beendigung der Bauarbeiten weiter an Käuferzuspruch gewinnen und die harten Jahre hoffentlich bald vergessen lassen”, sagte die Vorsitzende der 160 Mitglieder zählenden Vereinigung.

Bürgermeister Thomas Fiedler freute sich über „gesunden Mittelstand und den richtigen unternehmerischen Geist” in Geilenkirchen: „Ich habe aus den Unternehmen in unserer Stadt in den letzten Monaten viel mehr positive als negative Nachrichten vernommen”, versicherte er. Bei der Gelegenheit ging Fiedler aber auch auf die Haushaltsmisere ein: Inwieweit eine Stadt trotz miserabler Haushaltslage sich überhaupt noch bewegen könne oder den Eindruck des Stillstands vermittele, hänge ganz entscheidend davon ab, wie sich private Initiativen und öffentliches Handeln ergänzen. „Den Willen zur Vergrößerung, zur Ansiedlung, zum Standortwechsel innerhalb der Stadt, den ich im letzten Jahr und in den ersten Wochen dieses neuen Jahres vernommen habe, werte ich als deutliches Zeichen der Stärke der örtlichen Wirtschaft.”

Er freue sich aber auch auf die attraktive Wiederbelebung der Kornmühle, auf einen Erweiterungsbau des Arbeitsamtes, auf die Neugestaltung des Vorplatzes des Gymnasiums St. Ursula und auf die Sanierung des Marktplatzes. Die diskutierte Alternative zur Neugestaltung des Platzes vor St.Ursula, nämlich den Ausbau zwischen dem zentralen Kreisverkehr und dem Gelo-Carré, wolle er mit dem Aktionskreis und dann mit der Bezirksregierung beraten. Ernstzunehmende Stimmen im Stadtrat sagten, der vierte Bauabschnitt müsse vorgezogen werden, solange die Fördergelder noch da seien. Von der Bezirksregierung wolle er wissen, wie verlässlich deren Unterstützung sei.

Fiedler ging auch auf Geilenkirchen als Schulstadt mit mehr als 7000 Schülern und die Diskussion um den Fortbestand der Realschule ein. Der Stadtrat habe sich für die Schulvielfalt ausgesprochen. „Ich prognostiziere, dass wir Anfang März vor Anmeldezahlen der Schulen stehen, die uns für den Schuljahrgang 2012/2013 vor die gleiche Frage wie Ende des letzten Jahres stellen.” Fiedler befürchtete: „In Bälde wird es nämlich die Bezirksregierung sein, die uns in dieser Frage das Heft aus der Hand nimmt.”

Für 2012 kündigte der Bürgermeister ein Klimaschutzkonzept für Geilenkirchen an. Obwohl die städtischen Kassen klamm seien, werde also auch in diesem Jahr einiges in Geilenkirchen los sein, freute er sich auch auf ein Pfingstfest mit zahlreichen bretonischen Freunden, auf die Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des Awacs-Verbandes und die „vielen, vielen Feste und Feiern in den Ortschaften, die immer wieder beweisen, dass hier, zwischen Rhein und Maas, eine europäische Kompetenzregion ganz besonderer Art liegt, nämlich eine für Gastlichkeit, Frohsinn und Brauchtumspflege”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert