Geilenkirchen „startet in eine neue Epoche”

Von: Udo Stüßer
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Er forderte die Solidarität mit dem Awacs-Verband und dem Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr: Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Keine Stadt wird einen so schönen Boulevard haben.” Und: „Geilenkirchen startet in eine neue Epoche.” Dr. Rita Freches-Heinrichs, Vorsitzende des Aktionskreises Geilenkirchen, zeichnete am Sonntag beim Neujahrsempfang des Aktionskreises in Haus Basten ein äußerst positives Bild von der weiteren Entwicklung der Stadt.

Sie versicherte, nach der Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes auf der Konrad-Adenauer-Straße im November und nach der Eröffnung des neuen Einkaufszentrums am Jahresende gehe es aufgrund der Attraktivitätssteigerung kontinuierlich mit Geilenkirchen nach oben. Gleichzeitig forderte sie die Geschäftsleute auf, an einem Strang zu ziehen. „Nur so ist ein Überleben möglich.”

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Unter der Überschrift „Die Hoffnung stirbt zuletzt” forderte sie erneut einheitliche Öffnungszeiten. Während sie nach einer kurzen Begrüßung der Gäste aus Politik, Verwaltung und gesellschaftlichem Leben durch AK-Geschäftsführer Rüdiger Strübig die letztjährigen Veranstaltungen des Aktionskreises als äußerst positiv bewertete - „Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen” - wollte sich Bürgermeister Thomas Fiedler nicht über „vergossene Milch des vergangenen Jahres” ausbreiten, sondern sich auf einen programmatischen Ausblick auf das noch junge neue Jahr konzentrieren.

Er dankte den Menschen, die die Stadt im vergangenen Jahr vorangebracht haben, den vielen ehrenamtlich Engagierten, die Tausende von unentgeltlichen Arbeitsstunden in den Sport, in soziale Projekte, in die Brauchtumspflege und in die Kommunalpolitik eingebracht haben. Besonders hob er die Arbeit des Aktionskreises vor.

„Zu danken ist den Unternehmerinnen und Unternehmern dieser Stadt, die, von der Bratwurst-Marie auf dem Marktplatz über den preisgekrönten Käseladen und über viel versprechende Firmengründungen bis hin zu den mittelständischen funkelnden Juwelen beispielsweise in der IT-Branche, im Automotive-Bereich, in der Lasertechnologie und im Handwerk, gezeigt haben, dass diese Stadt ein ausgezeichnetes Gewächshaus für wunderbare unternehmerische Pflanzen ist.” Weiter sagte er mit Blick auf die Unternehmer: „Der Dünger ist Ihr unternehmerischer Geist, dieser besondere Impetus, den man braucht, um sich durchzusetzen und Erfolg zu haben.”

Geilenkirchen werde zukunftsfähig bleiben auch durch die geballte Kompetenz in allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft und durch die starke Präsenz der Schulen. „Und bei der Bildung möchte ich ausdrücklich auch die vielen, vielen Schüler einbeziehen, die unsere Stadt lebendig machen und unser Kulturleben in Konzerten, Ausstellungen und Theateraufführungen bereichern.

Sie zeigen uns jeden Tag aufs Neue, dass die Zukunft gewissermaßen schon da ist. Wir können sie jeden Tag sehen, die zukünftigen Handwerker, Ingenieure oder auch Vereinspräsidenten und Karnevalsprinzen.” Mit Blick auf die Jugend sagte er: „Ihr gebt unserer Stadt eine ganz besondere Dynamik. Dafür herzlich Dank.”

Mit Blick auf das Jahr betonte Fiedler, „dass wir im November den 2. Bauabschnitt der Konrad-Adenauer-Straße einweihen können”. 2011 sei auch das Jahr, in dem zahlreiche Projekte vollendet würden, die durch das Konjunkturpaket II finanziert werden. Ein anderes wichtiges Anliegen sei die DSL-Versorgung der Ortschaften. „Leider werden die Finanzmittel in 2011 nur für die Ausstattung einiger weniger Ortschaften reichen.” Trotz schwieriger Haushaltslage müsse die Behebung der Winterschäden im Straßennetz zusätzlich zu der ohnehin notwendigen Straßensanierung geschultert werden.

Auf die Haushaltslage ging Fiedler ebenfalls ein: „Zum ersten Mal wird Geilenkirchen verpflichtet sein, ein Haushaltssicherungskonzept vorzulegen. Die Stadt soll zeigen, dass sie bis 2014 wieder einen ausgeglichenen Haushalt, also eine schwarze Null erreicht. Sie wird aber nur zeigen können, dass sie von 8,7 Millionen Euro Defizit auf sechs Millionen Euro zurückklettern kann.” Laut Kommunalaufsicht, also Kreis Heinsberg und Bezirksregierung, müsse Geilenkirchen nun alle Pflichtausgaben wahrnehmen und dürfe im Jahr nur noch zwei Drittel der Summe in Investitionsprojekte stecken, die die Stadt für die Tilgung der Kredite aufwende.

„Das sind in 2011 gerade mal 900.000 Euro, die Geilenkirchen investieren darf.” Die Stadt müsse nun bei den freiwilligen Ausgaben, also bei Sport, Kultur und Vereinsförderung, sparen. „Die Lichter werden nicht ausgehen, die Schulen werden weiter beheizt, aber bei den freiwilligen Ausgaben werden wir den Geilenkirchenern Einschnitte nicht ersparen können.” Es werde derzeit viel über einen interkommunalen Lastenausgleich gesprochen. „Da schwant uns Bürgermeistern im Kreis Heinsberg nichts Gutes, denn verglichen mit der Kassenlage der NRW-Großstädte leben wir noch auf einer Insel der Glückseligen”, sagte Fiedler und versicherte: „Dagegen werden wir uns wehren.”

Beim Neujahrsempfang richtete Fiedler auch einen Appell an die geladenen Gäste: „Bleiben wir fest in unserer Solidarität mit dem E-3A-Verband und dem Verifikationszentrum. Lassen wir uns nicht ein auf Spekulationen. Bleiben wir stolz auf unsere beiden friedenswahrenden militärischen Verbände in Geilenkirchen, die den Namen unserer Stadt weltweit zu einem household name und zu einem sympathischen Kürzel GK hat werden lassen.” Er forderte die Solidarität mit den über 200 deutschen Soldaten im fliegenden Verband, die „jetzt am Boden bleiben müssen, während die anderen nationalen Kontingente sich an der ISAF-Unterstützungsaktion beteiligen”.

Für die musikalische Untermalung des Neujahrsempfangs sorgte die Musikschule Geilenkirchen. Viel Beifall erhielten Catherina Lennartz (Querflöte), Marco Schmelzer (Klavier) sowie Miljana Mandaric und Marco Grunert (beide Cello). Den Festvortrag hielt Dr. Helmut Greif von der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer. Er sprach über die Wirtschaftsregion Aachen im Zeitalter der Globalisierung und über die Chancen und Potenziale einer Region unter besonderer Berücksichtigung des Kreises Heinsberg.
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