Geilenkirchen setzt sich für fairen Handel in der Welt ein

Von: Udo Stüßer
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Susanne Köppl, Georg Schmitz, Herbert Brunen und Jürgen Benden (vorne v.l.) sowie Heiner Coenen und Lisanne Kappler bereiten die Bewerbung als Fairtrade Town vor. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Lisanne Kappler ist eine ganz normale Geilenkirchener Bürgerin. Sie lebt mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann in Bauchem. In einer Partei ist sie nicht aktiv. Dennoch ist sie nicht unpolitisch. So hofft sie auf einen fairen Handel, auf eine Verbesserung der Situation der Kleinbauern in der Dritten Welt und auf ein verändertes Konsumentenverhalten.

„Es sollte uns doch allen wichtig sein, dass wir ökologisch, ökonomisch und sozial nicht auf Kosten künftiger Generationen oder auf Kosten entwicklungsschwacher Länder konsumieren“, sagte sie und stellte fest:. „Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Oft entscheidet das Preis-Leistungs-Verhältnis.“Die junge Mutter will ein Zeichen für eine faire Welt setzen. Das will auch die Stadt Geilenkirchen und wird sich für den Titel Fairtrade Town bewerben. Dies hat der Stadtrat in seiner Dezembersitzung auf Antrag der Grünen-Fraktion beschlossen.

Jetzt ist der Startschuss der Bewerbungsphase im Rathaus gefallen. Geilenkirchen sei dann die erste Stadt im Kreis Heinsberg, die mit diesem Titel ausgezeichnet würde, erklärte Bürgermeister Georg Schmitz. „Fairtrade verbindet Konsumenten, Unternehmen und Produzentenorganisationen und sorgt durch verbesserte Preise für Kleinbauernfamilien für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Schwellen- und Entwicklungsländern“, sagte Schmitz. Nach den Sommerferien soll die Bewerbungsmappe abgegeben werden.

Lisanne Kappler freut sich, dass die Stadt, in der sie lebt, Verantwortung übernimmt, und hat sich deshalb der Projektgruppe angeschlossen, die die Bewerbung vorbereitet. Der gehört auch Initiator Jürgen Benden, Parteichef der Grünen, an. „Unser Ziel ist, eine Vorreiterrolle und soziale Verantwortung zu übernehmen. Neben London und Brüssel präsentieren wir uns als moderne, weltoffene Stadt“, erklärte Benden. „Wir leisten uns 1000 Euro teure Kaffeeautomaten und greifen dann zur billigsten Kaffeebohne“, kritisierte er. Dabei sei die fair gehandelte Bohne nicht wesentlich teurer.

Fairtrade sei aber nicht nur die fair gehandelte Kaffeebohne. Dazu gehörten auch Reis, Getreide, Süßwaren, Tee, Kosmetika oder Gold.

Geilenkirchens Wirtschaftsförderin Susanne Köppl, ebenfalls Mitglied der Projektgruppe, sieht das Projekt als einen Teil des Stadtmarketings. Sie will nun alle Einzelhändler anschreiben und für Fairtrade-Produkte werben. „Mit der Aufklärungsarbeit müssen wir bereits in den Kindergärten beginnen“, meinte sie.

Letzter im Bunde der Projektsteuerung ist Aktionskreis-Geschäftsführer Heiner Coenen: „Die Kaufleute in Geilenkirchen möchten den qualitativen Ansatz, nachhaltig zu wirtschaften, nicht verpassen.“

Coenen sieht naturnähere Materialien als Ergänzung der Produktpalette Geilenkirchener Kaufleute. Durch fairen Handel könne die Wirtschaft in Schwellenländern stabilisiert werden.

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