Geilenkirchen ist solidarisch mit Quimperlé

Von: Udo Stüßer
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Land unter: Dieses Bild zeigt die überflutete Unterstadt von Quimperlé. Foto: stock/Panoramic
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Partnerschaftsvereinsvorsitzender Willy Davids und Bürgermeister Thomas Fiedler präsentieren Bilder aus Quimperlé. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Quimperlé säuft ab. Bereits vier Mal in diesem Winter haben Sturmfluten vor der bretonischen Küste den Fluss Laita zum Überlaufen gebracht. Viele Menschen sind in der pittoresken Altstadt von diesen Überflutungen betroffen. Geilenkirchen zeigt sich solidarisch.

Bürgermeister Thomas Fiedler, der seit Weihnachten in ständigem Kontakt mit seinem bretonischen Amtskollegen Alain Pennec steht, und Willy Davids, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Geilenkirchen-Quimperlé, rufen nun im 48. Jahr der lebendigen und dynamischen Partnerschaft gemeinsam zu einer Spendenaktion auf.

„Mit den Spenden soll den hart getroffenen Familien in der Unterstadt von Quimperlé geholfen werden. Mit der Aktion zeigen wir unseren Freunden in der Partnerstadt: Wir denken an Euch, wir machen uns Sorgen und wollen Euch unterstützen“, erklärt Thomas Fiedler.

Wassermassen in der Stadt

Tausende Male seien Geilenkirchener in die 1000 Kilometer entfernte Partnerstadt gefahren, um sich an der Schönheit der Bretagne zu erfreuen und in Quimperlé zu feiern. Jetzt müsse man auch Hilfe leisten. Seit dem 24. Dezember sei die Laita vier Mal über die Ufer getreten, die Unterstadt habe bis zu einen Meter hoch unter Wasser gestanden. „Wassermassen werden durch die Stadt gedrückt, das Rhein-Hochwasser in Köln ist dagegen friedlich“, sagt Fiedler.

Ursache für die Überschwemmungen in vielen bretonischen Städten sei eine Massierung von Tiefdruckgebieten über dem Atlantik mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern in der Stunde. Zwölf Kilometer beträgt etwa die Entfernung von Quimperlé bis zum Atlantik. „Das Meerwasser wird vom Sturm in die Laita hineingedrückt, mittlerweile ist die ganze Innenstadt abgesoffen“, so Fiedler.

„Die Geschäfte in der Unterstadt stehen leer, die Geschäftsinhaber sehen keine Basis mehr für einen Neuanfang“, denkt Willy Davids auch an die wirtschaftliche Situation der Stadt, die auch stark vom Tourismus abhängig ist. Ein Haus sei eingestürzt, viele Wohnungen unbewohnbar. Und dabei habe Quimperlé alleine in den Jahren 2004 bis 2006 rund sechs Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert.

„Nun aber“, so Fiedler, „sind die Menschen verzweifelt. Die Politik gerät unter Druck. Viele fragen sich, ob man genug getan hat für den Hochwasserschutz. Aber gegen diese Naturgewalten ist man einfach ohnmächtig.“ Die meisten Menschen in Quimperlé seien nicht oder nur unzureichend versichert. Gerade deshalb sind die französischen Freunde im wirtschaftlich ohnehin bereits hart getroffenen Departement Finistère, was so viel wie „Ende der Erde“ bedeutet, auf Hilfe angewiesen.

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