Geilenkirchen ist jetzt Nato-Hauptquartier

Von: Udo Stüßer
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In diesem Gebäude befindet sich nun das Hauptquartier, in dem die Einsätze des Geilenkirchener Nato-Verbandes und des britischen Verbandes koordiniert werden.
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Chefin ist Brigadegeneralin Dawn Dunlop. Foto: Markus Bienwald
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Derweil muss Brigadegeneral Karsten Stoye, Kommandeur des Geilenkirchener Verbandes, personelle Einschnitte hinnehmen. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Der Nato-Standort Geilenkirchen wird militärisch erheblich aufgewertet: Die dem Awacs-Verband übergeordnete Kommandobehörde, das Force Command im belgischen Mons, ist umgezogen und hat nun seine Arbeit auf dem Nato-Flugplatz Geilenkirchen-Teveren aufgenommen. Dem Hauptquartier unterstehen der Geilenkirchener Verband und der britische Verband in Waddington.

In Waddington sind sechs Boeing E-3D-Flugzeuge stationiert, deren Besatzungen ausschließlich aus Personal der Royal Air Force bestehen.

Brigadegeneral Karsten Stoye, Kommandeur des Geilenkirchener Nato-Verbandes, sprach am Rande einer militärischen Zeremonie am Dienstag vor Soldaten und zivilen Mitarbeitern von einer extremen Aufwertung des Standortes Geilenkirchen. Eine Planung, den Verband aufzulösen, gebe es nicht. Ganz im Gegenteil: Die Nato arbeite an einer Modernisierung der Flugzeuge. Modernisiert würden die Elektronik und die Cockpits. „Die Nationen haben ihre Verteidigungshaushalte reduziert, wir werden am Ende noch 14 modernisierte Flugzeuge haben.“

In den 80er-Jahren waren 18 E-3A-Maschinen als wachsame Augen der Nato von Geilenkirchen aus im Einsatz. In den 90er-Jahren verunglückte eine Maschine, eine weitere wurde zwischenzeitlich ausgemustert, so dass der E-3A-Verband heute über 16 Flugzeuge verfügt. Künftig sollen zwei weitere Frühwarnflugzeuge ausgemustert werden.

Auch das Personal des Geilenkirchener Verbandes soll reduziert werden. In den nächsten drei Jahren sollen 600 militärische Dienstposten abgebaut werden. „Wir werden das Personal auf 1400 militärische und zivile Mitarbeiter reduzieren“, erklärte Stoye. Durch die Verlagerung des Force Command nach Geilenkirchen sind es letztendlich dennoch 1000 Soldaten und 800 Zivilisten, wie Major Johannes Glowka, Sprecher des Verbandes, erklärte.

Der Awacs-Verband, so Brigadegeneral Karsten Stoye, sei einer der wichtigsten Verbände der Nato, sozusagen ein Aushängeschild. Auch wenn die Anzahl der Beschäftigten auf dem Teverener Flugplatz sinke, werde die Wirtschaftskraft nicht reduziert. Der Verband werde weiter Geld in die Hand nehmen und in der Region investieren. Der Jahresetat des Geilenkirchener Verbandes beträgt 250 Millionen Euro.

Vor den Soldaten und zivilen Mitarbeitern erklärte der Kommandeur, dass man nicht nur alleine durch den Umzug des Force Command von Mons nach Teveren, sondern auch durch eine interne Umstrukturierung und Reduktion von fünf auf drei Organisationsblöcken schlanker und effektiver werde. Er dankte allen Aktiven und Ehemaligen für ihre Arbeit und erinnerte bei der Gelegenheit an die Einsätze über Ex-Jugoslawien, Afghanistan und nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 in den USA ebenso wie an die Sicherung von Ereignissen wie Fußball-Weltmeisterschaft und Olympische Spiele.

Wie Major Johannes Glowka erklärte, absolvieren die Geilenkirchener Frühwarnflugzeuge derzeit 80 bis 90 Flugstunden pro Woche zur Rückversicherung der östlichen Nato-Partner. Polen, Rumänien und die baltischen Staaten seien heute die Haupteinsatzgebiete. „Ihre Sicherung macht 85 Prozent unserer Flüge aus“, so Glowka. Weitere 15 Prozent der Flüge machten Übungen aus, ob über Spanien, Norwegen oder den USA.

Die amerikanische Brigadegeneralin Dawn Dunlop, bisher Chefin in Mons und nun in Teveren, betonte, dass durch die Nato 60 Jahre Frieden in Europa herrsche. Die Awacs-Verbände würden die Herausforderungen der Zukunft annehmen. Man müsse flexibel sein und sich den neuen Herausforderungen anpassen. Deshalb sei eine Fusion des Force Command mit dem Verband in Teveren erforderlich.

Man werde sich verändern, allerdings nur organisatorisch. Werte und Qualitätsanspruch blieben unverändert. Die Reduzierung der Flugzeuge und der Personalstärke beeinträchtige keinesfalls die Einsatzfähigkeit des Verbandes, betonte Glowka. „Jetzt befindet sich alles unter einem Dach, jetzt können wir noch effektiver arbeiten. Videokonferenzen und Reisen, die viel Geld kosten, entfallen nun“, sagte er.

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