Geilenkirchen behält seine Nato-Airbase

Von: René Benden, Detlef Drewes und Franz Windelen
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Geilenkirchen/Brüssel. Die Nato hält trotz umfangreicher Reformen in ihrer Struktur am Standort Geilenkirchen fest. Hochrangige Diplomaten betonten am Montag gegenüber unserem Brüsseler Büro, dass an „Standort und personeller Ausstattung von Geilenkirchen” nicht gerüttelt werden soll.

Damit sind die Arbeitsplätze auf der Geilenkirchener Airbase gesichert. Derzeit beschäftigt das Militärbündnis dort rund 2400 Menschen - davon 850 Zivilangestellte. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Gerüchte um eine Verkleinerung oder gar eine Auflösung des Verbandes in Geilenkirchen gegeben.

Im Rahmen der neuen Strategie, die die 28 Verteidigungs- und Außenminister des Bündnisses am Donnerstag zum ersten Mal diskutieren, ist eine drastische Reduzierung des Personals geplant. Bis zu 30 Prozent der 12.500 Nato-Beschäftigten in Europa stehen zur Disposition.

In der Region, vor allem in Geilenkirchen dürfte die Erleichterung über den Erhalt der Nato-Airbase groß sein. Denn der Stützpunkt ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor - nicht nur als Arbeitgeber. Im Jahr 2009 betrug der gesamtwirtschaftliche Beitrag des Stützpunktes 431 Millionen Euro. Der größte Teil dieser Summe ist an Dienstleister und Händler der Region geflossen.

Um die Zukunft des Nato-Aufklärungsverbandes in Geilenkirchen mit seinen 17 E3A-Awacs-Maschinen hatte es immer wieder Spekulationen gegeben. Vor allem, nachdem ein geplanter Einsatz der Aufklärer im Afghanistan-Krieg im politischen und militärischen Debakel endete. Fast zwei Jahre lang hatte die Nato versucht, die Awacs-Maschinen im afghanischen Luftraum einzusetzen - und war am Ende kläglich gescheitert: Zunächst blockierten die Deutschen, weil es kein Mandat für die deutschen Soldaten an Bord der Aufklärer gab.

Als der Bundestag den Einsatz freigab, stellten sich die Franzosen quer, weil sie die Kosten nicht mittragen wollten. Als letztlich auch diese Hürde genommen war, verweigerten Aserbaidschan und Turkmenistan den Aufklärungsmaschinen den Überflug. Damit war der Afghanistan-Einsatz des Geilenkirchener Verbandes beendet, bevor er auch nur eine Minute lang den Luftraum über dem Hindukusch überwachen konnte.

Personal bereits deutlich abgebaut

In den vergangenen fünf Jahren sind auf der Airbase in Geilenkirchen zahlreiche Stellen gestrichen worden. Arbeiteten 2005 noch rund 3000 Menschen auf dem Flugplatz, sind es heute noch etwas mehr als 2400.
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