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Geilenkirchen auf dem Weg in die Zukunft

Von: Udo Stüßer
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Hanno Frenken, Geschäftführer der Franziskusheim gGmbH (links), Architekt Josef Viethen (Mitte), Leo Kuhn (3. von links), stellvertretender Bürgermeister, und Pastor Peter Frisch (rechts) beim Spatenstich. Foto: Markus Bienwald.
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Quartiersentwicklerin Melanie Hafers-Weinberg freut sich schon auf viele kulturelle Veranstaltungen und generationenübergreifende Angebote im Bauchemer Sozialzentrum. Foto: Markus Bienwald.
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Und so soll das Zentrum aussehen, wenn es fertig ist – das wird planmäßig in 14 Monaten sein. Animation: Architekturbüro Viethen

Geilenkirchen. Am Freitagnachmittag wurden die Spaten geschultert, in gut zwei Wochen übernehmen die Bagger die Arbeit: Mit dem ersten offiziellen Spatenstich ist der Bau des Bauchemer Sozialzentrums der Franziskusheim gGmbH gestartet.

18 altersgerechte Wohnungen und eine Tagespflege entstehen in einem ersten Bauabschnitt, auch ein ambulanter Pflegedienst, ein Sakralraum und ein Quartierstreff mit Gastronomie sollen hier untergebracht werden. Hanno Frenken, Geschäftsführer der Franziskusheim gGmbH, rechnet mit einer Bauzeit von 14 Monaten. Die Kosten beziffert er mit rund fünf Millionen Euro.

Steht der erste Komplex, wird gleich der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen. Innerhalb von weiteren 14 Monaten sollen nochmals 36 Wohnungen entstehen.

Hanno Frenken hat vor fünf Jahren die Geschäftsführung der Franziskusheim gGmbH übernommen. „Seitdem haben wir geplant, gerechnet, kalkuliert und noch einmal gerechnet“, erklärte er. Derweil freut sich Pastor Peter Frisch bereits auf die Einsegnung des Sozialzentrums. „Es ist ein segensreicher Ort für Bauchem. Wir sind weiter als Kirche im Ort präsent“, sagte er vor dem Hintergrund, dass die sanierungsbedürftige Kirche abgerissen wird.

„Geilenkirchen macht sich auf einen nachhaltigen Weg in die Zukunft.“ Mit diesen Worten sprach Geilenkirchens stellvertretender Bürgermeister Leo Kuhn wohl vielen Gästen aus dem Herzen. Es handele sich um ein einzigartiges und wegweisendes Projekt.

Der Stadtteil Bauchem habe in den vergangenen Jahren erhebliche Einbußen im Bereich der Begegnungs- und Freizeitaktivitäten hinnehmen müssen. Der Verlust von Lebens- und Freizeitqualität sei die Folge gewesen. Der Abriss der Kirche stelle eine weitere wesentliche Veränderung im Leben der Bewohner Bauchems dar. Mit dem Spatenstich wolle man weitere Veränderungen anstoßen, „die mit positiven Erlebnissen und nicht mit Einschnitten verbunden werden“.

Dass Quartiersentwicklerin Melanie Hafers-Weinberg so gewinnbringend tätig werden konnte, sei auf das Engagement der Stadtverwaltung zurückzuführen. Schon vor über einem Jahr, so Kuhn, sei im Rahmen des Projekts „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ in Zusammenarbeit mit der TH Aachen der Stadtteil Bauchem als besonderes Quartier untersucht worden.

Für die folgende Bewerbung um Fördermittel zur Quartiersentwicklung beim Land sei dies sicherlich ein Grundstein, der letztlich den Erfolg des Antrages auf Fördermittel mit herbeigeführt habe. „Ich bin stolz darauf, dass Geilenkirchen die einzige Kommune des Kreises ist, in der die Quartiersentwicklung in dieser Form gefördert wird“, sagte Kuhn. Mit dem Spatenstich werde nun ein weiterer Bestandteil der Quartiersentwicklung umgesetzt. „Mit dem Sozialzentrum versuchen wir, nicht nur eine Antwort auf die drängenden Probleme des demografischen Wandels zu geben.

Darüber hinaus begegnen wir einer der größten Herausforderungen unsere Zeit – dem Klimaschutz“, sagte Kuhn weiter. Das Zentrum werde als Klimaschutzsiedlung errichtet und sei damit eines von wenigen Projekten, das seitens des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert werde. Ziel der nordrhein-westfälischen Energie- und Klimaschutzstrategie sei es, umweltverträgliches Bauen zu fördern. „Geilenkirchen macht sich auf einen nachhaltigen Weg in die Zukunft. Ohne den Bauherrn des Sozialzentrums, die Franziskusheim gGmbH, wäre dies nicht möglich“, sagte Kuhn abschließend.

Dass Bauchem für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen Heimat sei, machte Quartiersentwicklerin Melanie Hafers-Weinberg deutlich. Sie freue sich jetzt schon auf viele kulturelle Veranstaltungen und generationsübergreifende Angebote im neuen Sozialzentrum.

Ansgar Lurweg, Mitglied des Aufsichtsrates der Franziskusheim gGmbH, erklärte, dass mit dem Passivhaus höchste Baustandards erfüllt würden. Man wolle im Sinne der Schöpfung nachhaltig bauen. Mit der Photovoltaikanlage würde sogar mehr Energie gewonnen als man für das Gebäude benötige.

„Vielleicht können wir später mit diesem Strom Elektrofahrzeuge des Pflegedienstes betreiben“, blickte er in die Zukunft. Sicherlich sei der Bau eines Gebäudes mit Passivhausstandard teurer. Die Fördermittel würden den Mehraufwand allerdings wieder reduzieren. Wie die Energie Agentur NRW am Freitag mitteilte, wird das Projekt in Bauchem durch das Land mit 81.000 Euro gefördert.

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