Geilenkirchen - Gegenwind für Ortsvorsteher Henßen: Ersatz für das Bürgerhaus?

Gegenwind für Ortsvorsteher Henßen: Ersatz für das Bürgerhaus?

Von: Markus Bienwald
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Die Sprecher aller Fraktionen mit Max Weiler (CDU), Christoph Grundmann („SPD-Linke“), Wilfried Kleinen („GK bewegen! und FDP“), Gabi Kals-Deußen („Für GK!“), Helmut Gerards (Bürgerliste) und Jürgen Benden (Grüne, v.l.) wollen sich keine politische Untätigkeit vorwerfen lassen.
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Das neue Bauchemer Bürgerhaus soll ungefähr an dieser Stelle nahe der Baustelle für das neue Geilenkirchener Hallenbad entstehen – wann es kommt, ist momentan allerdings ebenso unklar, wie die Form und auch die Finanzierung. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Für Helmut Gerads war es kein schöner Fettdonnerstagmorgen, als er die Tageszeitung aufschlug. Der Grund dafür prangte auf der ersten Lokalseite und trieb dem Stadtverordneten der Bürgerliste Geilenkirchen die Zornesröte ins Gesicht. Es ging jedoch nicht nur ihm so, die Vertreter aller im Rat vertretenen Fraktionen fühlten sich auf den Schlips getreten, als sie über das Bauchemer Bürgerhaus lasen.

Vor allem ein Satz ließ die Lokalpolitiker nicht ruhen: „Die Parteien stimmen für den Neubau eines Bürgerhauses, das sind aber nur Lippenbekenntnisse“, wurde der Ortsvorsteher von Bauchem, Geilenkirchen und Hünshoven, Johannes Henßen, da zitiert.

Eine Frechheit sei dies, eine haltlose Unterstellung, wie Helmut Gerads von der Bürgerliste, Jürgen Benden von den Grünen, Max Weiler von der CDU, Christoph Grundmann von der Fraktion SPD-Linke, Wilfried Kleinen von „Geilenkirchen bewegen! und FDP“ und Gabi Kals-Deußen von „Für GK“ nun betonen. Alle Fraktionsvertreter zeigen sich entsetzt über die Form, mit der Henßen an die Öffentlichkeit getreten ist. „Was wir entschieden haben, sind definitiv keine Lippenbekenntnisse“, stellt Jürgen Benden klar. So stünden alle im Rat der Stadt Geilenkirchen vertretenen Fraktionen ganz klar dafür, dass sich in Bauchem etwas bewegt. „Für die Bauchemer Bevölkerung ist es wichtig, dass dort etwas kommt“, betont Christoph Grundmann. Das sei auch nie in Abrede gestellt worden, ganz im Gegenteil, wie Helmut Gerads anführt.

Schon nach dem Brand des Hallenbades, dessen Restaurant von Germania Bauchem gepachtet und von den Bauchemer Ortsvereinen als Versammlungsstätte gern genutzt wurde, habe die Stadt den Vereinen in Aussicht gestellt, im Neubau des Bades einen Mehrzweckraum einzurichten. Die Kosten von rund 200.000 Euro hätte die Stadt übernommen, „dieser Raum war den Vereinen jedoch nicht ausreichend“, so Gerads.

Ein frei stehendes, größeres Gebäude wurde daraufhin gewünscht, und wie in ähnlich gelagerten Fällen, beispielsweise bei den neuen Vereinsheimen in Teveren und Gillrath, kam seitens der Stadt der Vorschlag, die besagten 200.000 Euro dafür zur Verfügung zu stellen. Allerdings sei dies an die Forderung geknüpft worden, weitere Kosten durch Barmittel oder Eigenleistungen über die Bürger selbst aufzubringen.

Genau an dieser Stelle setzt allerdings auch die weitere Kritik der Fraktionsvertreter an. Denn ihnen fehlen konkrete Aussagen zur Finanzierbarkeit des Projekts. „Das Eigenkapital ist zurzeit schlicht nicht vorhanden“, bemängelt Max Weiler. Auch fehlen ihm konkrete Angaben dazu, wie die Bauchemer Gemeinschaft die ganze Finanzierung stemmen will. Eine Bürgschaft durch die Stadt steht für Helmut Gerads und die anderen Ratsvertreter außerhalb der Diskussion. „Würde die Stadt Bürgschaften geben, würde das finanzielle Risiko komplett auf die Stadt übergehen, eine solche Haushaltsführung wäre unverantwortlich“, so Gerads.

Blicken er und seiner Ratskollegen zurück und nach vorn, ergeben sich weitere Hindernisse. So ist man sich in der Riege der Fraktionsvertreter einig, dass es in der Vergangenheit vor allem die Eigenleistung war, die Gemeindezentren wie beispielsweise das Haus Vossen in Gillrath ermöglicht hat. Käme die Stadt nun dem Wunsch der Bauchemer nach, eine Bürgschaft zu übernehmen, dann könnten andere Stadtteile sich ebenfalls auf eine Wunschliste setzen lassen. „Im alten Feuerwehrhaus in Hatterath muss beispielsweise eine behindertengerechte Toilette eingebaut werden“, führt Gabi Kals-Deußen an.

Wenn es so käme, dass die Stadt Bürgschaften übernimmt, könnte sich ja jeder alles wünschen, so der Tenor der Fraktionsvertreter. „Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, was alles passieren könnte, würde man die ‚Büchse der Pandora‘ öffnen“, schließt Helmut Gerads.

Grundsatz der Gleichbehandlung

Dafür seien er und die anderen Ratsvertreter auch nicht gewählt, weiß Wilfried Kleinen. „Alle Bürgervertreter, selbst die Sachkundigen Bürger verpflichten sich bei Amtsantritt zum Wohle der gesamten Stadt zu handeln“, schiebt er nach. Würde nun ein Ortsteil eine gesonderte Behandlung erfahren, wäre das nicht mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung zu vereinen.

Positiver Nebeneffekt

Die in besagtem Artikel angeführte Verwendung der Versicherungszahlungen zur Sanierung des Haushaltes halten zuletzt alle am Tisch Sitzenden für grundlegend falsch. „Dass die Stadt durch die Zahlung das Haushaltssicherungskonzept verlassen konnte, ist vielmehr lediglich ein positiver Nebeneffekt“, stellt Gerads klar. Ohne den zusätzlichen finanziellen Spielraum wäre es schlicht unmöglich gewesen, überhaupt eine solche freiwillige Leistung wie den Bau eines Bürgerhauses anzudenken.

Dass dieses Haus auch mit dem Segen und auch mit finanzieller Unterstützung der Stadt für Bauchem kommen soll, steht außer Frage, da sind sich alle Fraktionsvertreter einig. Dass sie von Ortsvorsteher Henßen dargestellt würden, als wollten sie nichts für Bauchem tun, bestreiten sie vehement. „Es ist und bleibt wichtig für Bauchem, dass etwas kommt“, sagt Jürgen Benden.

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