Gegen rechte Saat: Solidarisches Vorgehen

Von: hama
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Nein zu jeder Form von Rechtsextremismus und Intoleranz: Die Gemeinde Gangelt ist dem „Bündnis gegen Rechtsextremismus – für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg“ beigetreten; im Bild Fraktionsvorsitzende, Vertreter des Bündnisses und der Verwaltung. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Wir wollen ein Zeichen setzen und den betroffenen Bürgern zeigen, dass wir hinter ihnen stehen“, sagte Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen, als er die unterschriebene Beitrittserklärung zum „Bündnis gegen Rechtsextremismus – für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg“ Christian Ehlers, dem Vertreter dieser Gruppe, übergab.

Es stehe außer Zweifel, so Bernhard Tholen, dass die Gemeinde – wie auch alle Fraktionen im Rat – die Ziele des Bündnisses unabhängig von einer Mitgliedschaft vertreten.

Christian Ehlers erinnerte daran, dass seit 2009 im Kreis Heinsberg eine erfreulich steigende Zahl von Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen daran arbeite, auch hier rechtsextremistischem Gedankengut, und daraus motivierten Aktionen und Gewalttaten entschieden entgegenzutreten.

Dass Gangelt keine extremismusfreie Oase ist, zeigen Beispiele aus der Vergangenheit, so im Ortsteil Schierwaldenrath. Es gibt Schmierereien an und im Bereich der Selfkantbahn, das Grölen rechtsextremistischer Parolen bei kleinen Aufmärschen, einschlägige Fahnen wurden beispielsweise zum „Hitler-Geburtstag“ auf Privatgrundstücken gehisst.

Besonders verwerflich, so Bürgermeister Bernhard Tholen, sei das Anpöbeln von Bürgern des Ortes oder Neubürgern aus den Niederlanden gewesen. „Da ist solidarisches Vorgehen wichtig“, erinnerte der Ratsvorsitzende daran, dass es immer wieder vorkomme, dass betroffene Bürger oder Zeugen von Vorfällen sich nicht trauen, entsprechende Anzeigen zu machen.

Christian Ehlers konnte von diversen Problemen berichten und wusste, dass entsprechende Netzwerke über den Kreis Heinsberg hinaus wirken, sich aber auf die Region zu konzentrieren scheinen: „Das macht uns Sorgen!“

Die systematische Einschüchterung derer, die sich gegen Rechts engagieren, sei bekannt und zeige leider Wirkung. Trotzdem gehe man im Bündnis davon aus, dass die Öffentlichkeit gesucht werden müsse: „Wir freuen uns, wenn rechtsextremistische Aktionen öffentlich gemacht werden.“

Gerda Piepers berichtete von Aktionen des Gangelter Ordnungsamtes, deren Leiterin sie ist, und zeigte sich erschrocken darüber, wie unbedacht manche Jugendliche mit diesem Thema umgehen. Markus Fabricius, Konrektor der Realschule, erläuterte die Präventionsarbeit mit den Schülern.

Christian Ehlers überreicht schließlich eine Sonnenblume als kleine Erinnerung an den Betritt und freute sich darüber, dass nun die Gemeinde Gangelt auch zum dem Bündnis gehöre, „das offensiv zeigt, dass rechte Aktionen nicht gewünscht sind.“

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