Gegen Einbrecher: Wachsam sein und im Zweifel die Polizei rufen

Von: Markus Bienwald
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Nützliche Tipps zum Schutz vor Dieben und Betrügern (hier eine fiktive Einbruch-Szene): Ein Vortrag zur Einbruchprävention klärte über Risiken und Hilfsmaßnahmen auf. Foto: Silas Stein/dpa
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Grotenraths Ortsvorsteherin Resi Hensen organisierte einen Informationsabend zum Thema „Einbruchsicherung“. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Nur ein Beispiel aus dem täglichen Leben genügte, um Resi Hensen vom Gefühl des eisigen Schauers auf dem Rücken in den „Dagegen müssen wir was tun“-Modus zu versetzen. Sie erinnert sich noch gut: „Es war vor einigen Wochen, als ich am Nachmittag Zuhause einen seltsamen Anruf erhielt“, erzählt die engagierte Ortsvorsteherin von Grotenrath.

 Am anderen Ende der Leitung gab sich jemand als Mitarbeiter der Handwerkskammer aus, der im Auftrag eben jener anrufe, um den Menschen ein für sie kostenloses Angebot zur Energieberatung zu machen. „Das machte mich direkt stutzig, ich rief bei der Handwerkskammer an, aber dort gab man mir die Auskunft, dass derzeit keine derartige Kampagne laufe“, so Hensen weiter. Mehrere ihrer Nachbarn berichteten ihr auch von diesen Anrufen - für Resi Hensen Zeit zu handeln.

Da da sich in der letzten Zeit erfolgreiche und nicht erfolgreiche Einbruchsversuche auch in Grotenraht, dem idyllisch gelegenen Stadtteil von Geilenkirchen, häuften, wurde nun eine Informationsveranstaltung über Einbruchsprävention organisiert.

30 Interessierte sorgten an diesem Abend in der Gaststätte „Jägerhof Schummertz“ im Ort aber nicht nur für einen gut gefüllten Saal. „Die Leute redeten auch offen über ihre persönlichen Erlebnisse, die sie abseits von Einbrüchen hatten“, so Hensen. Man kam miteinander ins Gespräch über seltsame Anrufe, die unter anderem auch den versuchten „Enkeltrick“, bei dem sich jemand als Familienmitglied in Geldnöten ausgibt, zum Inhalt hatten. „Das hatte in diesem Fall zum Glück nicht geklappt, und hier reichte eine einfache Rückfrage an den Anrufer aus, um festzustellen, dass es sich bei dem Anrufer nicht um den Enkel, sondern um einen dreisten Betrüger handelte“, so Hensen.

Dass Kommunikation und eine funktionierende Nachbarschaft eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von derlei Delikten spielen, belegte auch Kriminalhauptkommissar Jakob Liebernickel, der vom Kooperationspartner, der Kreispolizeibehörde Heinsberg, am Abend als Vortragender und Berater vor Ort war.

„Der Polizist hat viele nützliche Tipps gegeben, beispielsweise in der Nachbarschaft aufeinander aufzupassen und im Verdachtsfall sofort die Polizei zu informieren“, so Hensen. Auch mache es schon viel aus, sein Haus mit günstigen Maßnahmen einbruchssicher zu machen. Allerdings sei es hier wie mit vielen Dingen im Leben, die zwar vorhanden seien, aber auch genutzt werden müssten. So mache es keinen Sinn, abschließbare Fenstergriffe zu haben, wenn der Schlüssel dauerhaft darauf stecken blieb, unterstrich der Polizist beispielsweise.

Ein Blick in die Statistik zeigte zudem, dass es in Wohngebieten eher nicht die ruhigen Nachtzeiten sind, zu denen Einbrüche passieren. Auch und gerade am helllichten Tag gelte es, wachsam zu sein, vorhandene Sicherungen zu nutzen und lieber einmal zu viel als einmal zu wenig die Ordnungshüter zu informieren.

Für den Fall, dass dann doch einmal ein Trickbetrüger gewonnen habe, nahm Resi Hensen den Tipp des Fachmanns von der Polizei ebenfalls gerne mit nach Hause. „Man soll sich nicht schämen, wenn man auf so etwas hereinfällt, denn wirklich jedem kann es einmal passieren“, so Hensen.

Und wenn man sich nicht sicher sei, dass am Haus genug getan wird, um sich beispielsweise vor Einbrüchen zu schützen, dann kommt die Polizei mit ihrem zuständigen Kommissariat Vorbeugung auch gerne zur persönlichen Beratung ins Haus. „Und das völlig kostenlos und unverbindlich“, schließt Resi Hensen.

Vielleicht hilft ja schon der Blick der Experten, dass sich die Menschen auch in Zeiten gestiegener Einbruchs-, Diebstahls- und Betrugsdelikte wieder etwas sicherer fühlen.

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