Gefallene von Süggerath finden letzte Ruhe

Von: Georg Schmitz
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Große militärische Ehren auc
Große militärische Ehren bei der Beisetzung von Edward L. OToole. Ein erkundeter Verwandter aus Nevada nahm die US-Fahne an sich. Auch sein Kamerad William F. Stehlin fand nun endlich seine letzte Ruhe.

Geilenkirchen/Washington. Fast zwei Jahre nachdem die sterblichen Überreste von zwei US-Soldaten bei Geilenkirchen-Süggerath gefunden worden waren, sind William F. Stehlin und Edward L. OToole kürzlich in den Vereinigten Staaten von Amerika mit großen militärischen Ehren beigesetzt worden.

Bei den Trauerfeiern auf dem Nationalfriedhof Arlington bei Washington sowie auf dem Golden Gate Nationalfriedhof in San Bruno bei San Francisco wurde beiden Soldaten posthum der „Purple Heart”-Orden verliehen.

Dieses Zeichen ist die weltweit älteste Auszeichnung dieser Art, die noch heute an Soldaten, die im Kampf durch gegnerische Kräfte verwundet werden, verliehen wird.

Der von George Washington im Jahre 1782 gestiftete Orden mit der Aufschrift „For Military Merit” zeigt das goldene Porträt des damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten auf violettem Grund in einem goldenen Herz an violettem Band. Er wird auch Angehörigen gefallener Soldaten ausgehändigt

Es bedurfte einer langwierigen Prozedur, bevor das beauftragte „Joint POW/MIA Accountung Command” (JPAC) im auf die Identifizierung gefallener US-Soldaten spezialisierten Labor in Hawaii mit Sicherheit sagen konnte, dass es sich um die beiden am 20. November 1944 im Zweiten Weltkrieg bei den Kampfhandlungen nahe Süggerath ums Leben gekommenen US-Amerikaner handelte.

Dabei genügte nicht der Fund der beiden Erkennungsmarken, es wurden auch Dental-Unterlagen der Zahnärzte, Gebissvergleiche und Skelett-Analysen berücksichtigt.

Nachdem die Identität der Toten einwandfrei festgestanden hatte, informierte das US-Verteidigungsministerium erst vor einigen Monaten die Familien der beiden früheren „Privates First Class” (Gefreite) Stehlin und OToole. Dabei stellte sich heraus, dass Frank William, genannt „Bill”, der einzige Sohn von Stehlin, bei Louisville/Kentucky lebt. Bill Stehlin war gerade einmal zwei Jahre alt, als sein beim 333. Infanterie-Regiment, 84. Infanterie Division eingesetzter Vater bei Süggerath fiel. Der Soldat galt lange Zeit als vermisst, bevor man ihn 1951 als „unauffindbar” eintrug.

Die Menschen in den USA und besonders in den Heimatstaaten der beiden Soldaten nahmen regen Anteil an der Beisetzung, und viele Medien berichteten über das Auffinden bei Geilenkirchen-Süggerath. Die Familie Stehlin erzählte den lokalen Medien, dass Angehörige des Militärs im vergangenen Jahr zu ihnen gekommen seien und erklärt hätten, dass - 66 Jahre nach Kriegsende - eventuell die Überreste von William F. Stehlin gefunden worden seien.

Nun sind nun die Körperteile von Willieam F. Stehlin mit allen militärischen Ehren und Salutschüssen auf dem Friedhof in Arlington beigesetzt worden. Für den Tag der Beisetzung hatte der Regierungschef des Bundesstaates Kentucky, Governer Steve Beshear, für alle öffentlichen Gebäude die Beflaggung auf Halbmast angeordnet.

Der bei Süggerath in der gleichen Kampfstellung gefundene Leichnam von Edward L. OToole fand auf dem Golden Gate National-Friedhof in San Bruno direkt neben seinem 1951 bei einem Unfall ums Leben gekommenen Bruder Michael seine letzte Ruhestätte. Der in San Francisco geborene Edward OToole war 23 Jahre alt, als er am - nach jetzigen Erkenntnissen - 20. November 1944 neben seinem Kameraden William Stehlin ums Leben kam.


„Es ist sehr selten, dass ein Soldat so viele Jahre nach seinem Tod zur Ruhe gebettet wird”, sagte Friedhofs-Leiterin Cathy McCall den lokalen Medien anlässlich der Beisetzung.

Mit Thomas OToole aus Nevada fand sich nur ein entfernter Verwandter der Familie, der an der Beisetzung teilnahm. Edward OToole gehörte, wie auch sein Gefährte Stehlin, 1944 zum Nachschub der US-Truppen. Mit seinen Kameraden war er per Schiff von New York Richtung Europa gestartet, wo er zunächst in Schottland an Land ging. Über Frankreich kam sein Regiment nach Holland, wo es die deutsche Grenze überschritt.

„Das waren alles unerfahrene Jungs, nur ein paar wenige waren kampferprobt”, berichtet Charles B. MacDonald in seinem Buch „The Siegfried Line Campaign”. Das 333. Infanterie-Regiment war an der „Operation Clipper” beteiligt mit dem Auftrag, die Stadt Geilenkirchen einzunehmen.

Wie weiter in der Abhandlung zu lesen ist, standen die US-Truppen bei Süggerath der deutschen 15. Panzergrenadier-Division gegenüber, die Schlacht habe sich über mehrere Tage erstreckt. Dabei habe es auf US-Seite 169 Tote gegeben. Bei immer noch 752 vermissten Soldaten, heißt es, sei ebenfalls vom Tod auf dem Kampffeld auszugehen.
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