Gedenkstein: Erinnerung an das Unglück auf der Grube

Von: Renate Kolodzey
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Lukas Stempin (3. v. r.) bläst zu Erinnerung an die verunglückten Bergleute „Das Steigerlied“ auf der Posaune. Hinter dem Zaun liegt der verschüttete Schacht. Foto: Renate Kolodzey
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Neuer Gedenkstein in der Nähe des alten Schachtes der Carolus Magnus Grube.

Übach-Palenberg. „Glück auf“ lautet der alte Bergmannsgruß, der unter anderem den Wunsch für ein wieder gesundes Ausfahren aus dem Bergwerk beschreibt. Dieses Glück hatten nicht alle Kumpel, denn im Bergbau ereigneten sich viele Unfälle.

Auch in der ehemaligen Grube Carolus Magnus in Übach, wo von 1919 bis 1962 Steinkohle gefördert wurde, gab es vor mehr als hundert Jahren im Jahr 1913 ein schweres Unglück, bei dem 13 Arbeiter getötet wurden.

Damals wandte man zum Herstellen von senkrechten Schächten, dem sogenannten „Abteufen“, ein neues Gefrierverfahren an. Hierbei wurden Gestein und Erde mit dem Wasser darin eingefroren, und anschließend mittels Bohren und Sprengen erschlossen.

Am 22. Juli 1913 führte zu wenig Kühlflüssigkeit zum vorzeitigen Abtauen des stabilisierenden Sandes, so dass im nur provisorisch ausgebauten Schacht herausströmende Sandmassen 13 Arbeiter verschütteten. Kürzlich wurde in Erinnerung an dieses Unglück am Übacher Magnus Einkaufspark in der Nähe des alten Schachts, der zugeschüttet hinter einem Zaun liegt, ein Gedenkstein aufgestellt. Auf ihm ist eine Platte angebracht, die den Unfallhergang schildert sowie die Namen der Verschütteten trägt. Auch eine Skulptur mit dem Symbol des Bergbaus „Schlägel und Eisen“ ist zu sehen. Die Anregung hierzu kam von einem Bürger: Gerhard Lauterbach.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch begrüßte bei der Feier zahlreiche Gäste, unter ihnen Vertreter des „Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz im Kreis Heinsberg“ und der Stiftung „Niederländisches Zechenmuseum Heerlen“ sowie Vertreter aus Rat und Verwaltung.

Er bedankte sich beim Steinmetzbetrieb Frank Peters, der die Platte spendete, bei Bernhard Gottlob, Geschäftsführer der Carolus Magnus GmbH, für die Übernahme der Kosten für die Inschrift und bei der ITG, die eine Sitzbank neben dem Gedenkstein sponserte und das Grundstück für den Gedenkstein zur Verfügung stellte.

Auch lobte der Verwaltungschef den Technischen Betrieb der Stadt, der den Findling zum Aufbringen der Platte bereitstellte und die Pflasterarbeiten rundherum bewerkstelligte, sowie die Gesamtorganisation durch Thomas Schröder und Jutta Gündling vom Fachbereich Allgemeine Verwaltung, die bei historischen Daten vom ehemaligen Stadtschreiber Jürgen Klosa unterstützt worden waren.

Nach einer Gedenkminute für die Verstorbenen und einem Gebet spielte Lukas Stempin von der Privatmusikkapelle Scherpenseel feierlich auf seiner Posaune „Das Steigerlied“, begleitet vom Gesang der Anwesenden.

Die letzte Zeile des Liedes lautet: „…und saufen Schnaps!“, und gemäß dieser Tradition wurden zum Abschluss kleine Gläschen mit Hochprozentigem herumgereicht und an die Gäste verteilt.

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