Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht

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Gangelt. Der 9. November ist in Deutschland kein Tag wie jeder andere. Deshalb kam es an diesem Tag zu einer bewegenden Feier auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof in Gangelt-Stahe.

Nachdem Pfarrer Schoenen die Begrüßungsworte gesprochen hatte und ein Psalm gebetet worden war, sprach Diakon Lütgemeier das Kaddisch, das traditionelle jüdische Totengebet. Dann gab es den Beitrag der Realschule des Schulverbandes Selfkant in Gangelt zur Feier, den Harry Seipolt an diesem Sonntag im November mit den Schülerinnen Katja Mesdag (10a), Alicia Dahlmanns (10c), Carolin Wilms (10c), Jana Ströckens (10c), Lena Reiners (10c), Stefanie Vogels (10c) und Christina Geradts (10c) vortrug.

Harry Seipolt erinnerte daran, dass die systematische Verfolgung und Ermordung der Juden in Deutschland und Europa am 9. November 1938 eine schreckliche neue Dimension erhalten habe. Sechs Kerzen symbolisierten die sechs Millionen ermordeten Juden, den Tod und das Leid eines ganzen Volkes.

Dann schlugen die Schüler einen Bogen von dem Symbol der industriell betriebenen Massenvernichtung des Holocaust, Auschwitz, in die Heimat Gangelt. So wurden die schrecklichen Ereignisse der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Gangelt wieder greifbar. Die Zerstörung der Synagoge und der jüdischen Geschäfte, die Vertreibung der Juden aus ihren Häusern, das Verbrennen der heiligen Schriften, das Plündern und Brandschatzen. Harry Seipolt nannte die Namen der Täter und die Schüler gedachten der Opfer der Pogromnacht mit Trauer und Scham.

Ortsvorsteher Gerd Schütz war es dann vorbehalten, den jüdischen Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Gangelt einen Namen zu geben und damit die ehemaligen Bürger der Stadt aus dem Vergessen zu reißen. Nach den Fürbitten durch Pfarrer Schoenen gab es noch das Schlusswort und den Segen für alle Beteiligten mit den Worten: Friede sei mit euch, Schalom und Salam. Gangelt hatte eine Feierstunde, die mehr als 75 Teilnehmer vertragen hätte.

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