Gedanken zwischen Stadtlasten und Bürgerengagement

Von: Markus Bienwald
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Bürgermeister Wolfgang Jungni
Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (an der Gitarre) und dessen Familie gaben einer Benefizaktion nun auch eine Melodie. Das Septett überraschte beim Empfang mit einem eigenen Lied zur „Aktion unsere Kinder”. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Ganz so lang wie die elfseitige Neujahrsansprache vom vorigen Jahr war die Rede von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch beim jetzt 31. Bürgerempfang der Stadt im weiten Rund des Pädagogischen Zentrums (PZ) nicht. Dennoch hörten die mehr als 500 Gäste am Samstagvormittag gewichtige Worte des Verwaltungschefs.

Das geschah im Beisein von Vertretern von Rat und Verwaltung der Stadt, Angehörigen von Polizei, Feuerwehr und Militär sowie Delegierten von Anstalten Öffentlichen Rechts sowie vor Gästen aus Wirtschaft und Kultur.

Cent um Cent gespart

Der Ratsvorsitzende setzte nicht nur zu einem Jahresrückblick auf 2011 an. Mehr noch hatte der Verwaltungschef, der an diesem Tag zum dritten Mal die Amtskette anlegte, eine besondere Überraschung für die Öffentlichkeit: Gemeinsam mit seiner Familie hob er zu einem Lied an im Rahmen der „Aktion unsere Kinder”, um dieses Mittel schneller, unbürokratischer Hilfe für Kinder aus in Notlage geratenen Familien in Übach-Palenberg noch weiter anzuschieben.

Hilfe in der Not war ein gutes Stichwort, schließlich durfte auch Abisha Ahne, in Begleitung ihrer Großmutter Ursula Mosdzien, auf die Bühne. Abisha hatte ein Jahr lang jeden möglichen Cent gespart, um schließlich mit 50 Euro aus ihrer Sparkuh diese Aktion zu unterstützen.

Sparen - aber nicht um jeden Preis war schließlich auch Inhalt der Rede zur Lage der Stadt. Wolfgang Jungnitsch holte zu Schlagzeilen aus, die möglicherweise nicht immer im Sinne der Stadt formuliert wurden: „Für mich darf ich feststellen, dass die öffentliche Auseinandersetzung und die dort produzierte angebliche öffentliche Meinung sich völlig anders darstellt, als die Meinung der vielen Menschen, mit denen ich persönlich gesprochen habe.”

Zweites Thema war das Geld, wobei der Bürgermeister aber vor allem auf Entlastungen übergeordneter Behörden abhob. Dies wären in seinen Augen Rücknahmen von Bürden, die durch Land und Bund in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer mehr auf die Stadt übertragen wurden. „Der seinerzeit völlig richtige, aber mittlerweile gänzlich in dieser Form überholte Solidaritätsbeitrag, der uns als Stadt jährlich fast eine Million Euro kostet”, war nur ein Beispiel, das der Verwaltungschef gab.

Das alles habe schließlich zu einer Situation geführt, in der Übach-Palenberg auch im Jahr 2011 immer zu oft habe „Nein” zu freiwilligen Leistungen sagen müssen, obwohl die Stadt viel lieber „Ja” gesagt hätte.

Für das frisch gestartete neue Jahr freute sich Wolfgang Jungnitsch auf eine stetig wachsende Schokoladenfabrik mit Aussicht auf steigende Steuereinnahmen, auf ein weiterhin tolles Miteinander mit den Partnerstädten Rosny-sous-Bois in Frankreich und Landgraaf in den Niederlanden, wachsenden Neubaugebieten in Scherpenseel und Boscheln, die Sanierung des Fußwegs entlang der Friedrich-Ebert-Straße und auf weiterhin engagierte freiwillige Hilfe der Bürger in dieser Stadt.

Mit den Worten „das Wesentliche ist gesagt, und wenn man unten ist, kann es eigentlich nur noch aufwärts gehen”, entließ er die Gäste des Empfangs unter langem Applaus.
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