„Gangway“ will viele Brücken bauen

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Stolze Integrationslotsen mit der „Mutter des Projektes“, Barbara Kramer. Jede Teilnemerin erhielt eine Rose und die verdiente Urkunde nach fast zwölf Monaten regelmäßiger Schulung. Foto: Eva Kehmer

Übach-Palenberg. Feierlicher Moment: Die Unterstützer des Projektes „Gangway“ trafen sich jüngst mit den fleißigen Integrationslotsen im Gangway-Büro, um ihnen dort ihre Zertifizierungen zu überreichen. In der Schulung zwischen Januar und Dezember wurden den Lotsen im Alter von 18 bis 38 Jahren hilfreiche Kompetenzen vermittelt, mit denen sie Menschen mit Migrationshintergrund unter die Arme greifen und es ihnen erleichtern, einen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Alle drei Wochen gab es für die Lotsen einen Schulungsabend sowie vier Vertiefungsseminare an Samstagen oder Sonntagen. Dort lernten sie etwas über Netzwerkarbeit im Kreis Heinsberg, und sie lernten viele verschiedene Handlungsfelder kennen, etwa Sprachförderung, Auslandsbehörde, Jugendamt, Gewalt und Kindeswohlgefährdung, Suchtberatung, Konfliktlösungen und kultursensible Pflege. Mit diesem Wissen können die Teilnehmer, die selbst aus verschiedenen Ländern wie Russland, Rumänien, Marokko und Türkei kommen, Brücken für die Menschen mit Migrationshintergrund bauen, wie es das Projekt zum Ziel hat. Besonders stolz ist die Projektleiterin Barbara Kramer, die ihren Schützlingen gratulierte und die die Zertifizierung als ein „berufliches Weihnachtsgeschenk“ betrachtet.

Lob und Gratulation gab es auch von Jens Sannig, Superintendent der Evangelischen Kirchengemeinde Übach-Palenberg, der in seiner Ansprache betonte, dass dies ein Schritt sei, um Parallelgesellschaften zuvorzukommen und Gesellschaft nur so funktionieren könne. „Man braucht andere Menschen, um zum Beispiel Sprachbarrieren zu überwinden“, so der Superintendent, der hier aus Erfahrung spricht, da auch er beim Besuch der Partnerkirche in Marokko auf eine Sprachbarriere traf.

Zuletzt übermittelte Wolfgang Jungnitsch, der Bürgermeister von Übach-Palenberg, seine Glückwünsche. „Menschen, die miteinander zueinander führen“, so Jungnitsch, der damit die herausragende Leistung der Teilnehmer würdigte, bevor die verdienten Urkunden verteilt wurden. Die Urkunden überreichte Barbara Kramer, die von Herbert Hamann, Geschäftsleiter der Diakonie Jülich, aufgrund ihrer „Liebe für die Arbeit“ bereits als „Mutter des Projektes“ tituliert wurde. Jeder einzelnen Teilnehmerin sagte sie beim Überreichen der Urkunde noch ein paar persönliche Worte und hob die Stärken jedes Einzelnen hervor. Dazu gab es eine Rose und Schokolade aus Übach-Palenberg, die der Bürgermeister überreichte.

So erhielten Özgül Uslu, Yasmin Tahir, Aylin Coskun, Veronica Müller, Zümrehan Turhan, Burcin Türkoglu, Laura Diel, Hüsniye Tali, Kübra Ögütcü, Olesja Hildermann und Alexander Grenz das hart erarbeitete Zertifikat.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Praktikumsstudentin Alena Ponomarenko, die ebenfalls fleißig an der Integrationshilfe beteiligt war.

Damit ist das Projekt „Gangway“ noch nicht am Ende, denn für das Jahr 2013 haben sich die Projektleiter und die Integrationslotsen noch einige Ziele gesetzt. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist hier die Sicherung der Nachhaltigkeit der geschaffenen Projektstrukturen. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt wurden Ideen für das Jahr 2013 zusammengetragen:

Der Informationsdienst im Gangway-Büro einer Lotsin soll auf einen Vormittag monatlich erweitert werden und in der Moschee Übach-Palenberg stattfinden; der Lotsendienst soll ebenfalls in der OGS und im Gymnasium Übach-Palenberg vorgestellt und angeboten werden. Dazu wollen zwei Lotsinnen mit russischer Zuwanderungsgeschichte ihren Dienst im Café Vielfalt in der GGS Geilenkirchen anbieten, und zwei weitere möchten Nachhilfeunterricht im Gangway-Büro geben. Der Informationsdienst im Büro soll neben Montagvormittag auch Donnerstagnachmittag stattfinden und auch den niederschwelligen Frauenangebotsgruppen angeboten werden, wie etwa der internationalen Kochgruppe und Hobbygruppe.

Ein weiteres Ziel ist es, alle sechs Wochen ein Teamtreffen im Gangway-Büro stattfinden zu lassen, und die Lotsen sollen ihre Kompetenzen erweitern und zu vier weiteren Schulungen gehen. Eine Verselbstständigung der Frauengruppe im Café Vielfalt, in der Moschee und in der Evangelischen Kirchengemeinde Übach-Palenberg ist geplant.

Für 2014 möchte Barbara Kramer neue ehrenamtliche Integrationslotsen gewinnen, um die Weiterführung des Café Vielfalt zu sichern. Damit sollen die Grundstrukturen des Projektes gefestigt werden.

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