Gangelter Ritterfest: Wilde Meute im Burgstädtchen

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Als schließlich die warme Septembersonne unterging, wurde still und gesellig das Leben genossen. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Die Reiterspiele stehen beim Publikum hoch in der Gunst. Action und Spaß wechseln sich hier ab.
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Vor vielen Zelten wurde derweil Deftiges gekocht. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Wenn wir so viele Bilder zeigen möchten, dann war in Gangelt Ritterfest – und Karl-Heinz Hamacher ebenda mit seiner Kamera unterwegs.
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Wenn wir so viele Bilder zeigen möchten, dann war in Gangelt Ritterfest – und Karl-Heinz Hamacher ebenda mit seiner Kamera unterwegs.
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Wenn wir so viele Bilder zeigen möchten, dann war in Gangelt Ritterfest – und Karl-Heinz Hamacher ebenda mit seiner Kamera unterwegs.
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Wenn wir so viele Bilder zeigen möchten, dann war in Gangelt Ritterfest – und Karl-Heinz Hamacher ebenda mit seiner Kamera unterwegs.
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Wenn wir so viele Bilder zeigen möchten, dann war in Gangelt Ritterfest – und Karl-Heinz Hamacher ebenda mit seiner Kamera unterwegs.
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Wenn wir so viele Bilder zeigen möchten, dann war in Gangelt Ritterfest – und Karl-Heinz Hamacher ebenda mit seiner Kamera unterwegs.
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Wenn wir so viele Bilder zeigen möchten, dann war in Gangelt Ritterfest – und Karl-Heinz Hamacher ebenda mit seiner Kamera unterwegs.
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Wenn wir so viele Bilder zeigen möchten, dann war in Gangelt Ritterfest – und Karl-Heinz Hamacher ebenda mit seiner Kamera unterwegs.

Gangelt. Keilereien an jeder Ecke, der Duft von Gesottenem hängt über dem Zeltlager, gebadet wird zu Fünft im Freien und das Frauenbild kommt – vorsichtig ausgedrückt – antiquiert daher: alles wie im Mittelalter. Und genau so sollte es am Wochenende in Gangelt sein.

Das siebte Ritterfest stand in allen Belangen unter einem guten Stern und lockte wieder Tausende Besucher in den Ort, den man so gerne als altes Burgstädtchen beschreibt. „Wer mit offenen Augen durch unseren Ort läuft, dem fallen die mittelalterlichen Wehranlagen, die Stadttore und der Burgturm auf“, begrüßte Bürgermeister Bernhard Tholen als Knappe rund 900 Teilnehmer, die sich auf 110 Heerlager aufteilten, und zahlreiche Besucher schon an frühen Nachmittag.

Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke gaben eigentlich kurze Hosen und – möglichst atmungsaktive – T-Shirts als Garderobe vor. Doch nicht so bei den Rittern. Die vom bergischen Bündnis, die freien Ritter zu Monschau, die Kaisergarde Barbarossa, die Rittersleut von Berg, aus Aachen die Hospitaliter, die Wurmauenritter Ritterschaft Hospizium oder Dominum Hardenberg standen stellvertretend mit allen anderen in der prallen Sonne und waren in Sackleinen, Kettenhemden oder gar in Rüstungen gewandet. Dankbar waren sie, dass der Bürgermeister nur kurz sprach und die Gesellschaft sich alsbald lechzend in den Tavernen einfand. Auf dem Weg dahin hörte man an den schmatzenden Geräuschen, dass ihnen das Wasser in den Stiefeln stand.

Dass die Organisatoren um Thorsten Zeise, Albert Baeumer, Monika Tholen und Helmut Görtz ganze Arbeit geleistet hatten, zeigte sich wieder am Rahmenprogramm. Leerlauf gab es kaum. Die Spielleute sangen an allen Ecken von Wein, Weib und Gesang selbst, lobten Schlachten und Gelage. Auf dem Turnierplatz ging es heftig zu. Man kann davon ausgehen, dass die Herrschaften das geübt haben, was sie bei den Schauspielen und Turnieren mit Schwertern, Äxten und Morgenstern oder in der Reiterei veranstalten. Diese Wettkämpfe waren natürlich der große Publikumsmagnet, und immer wieder wurden die Besucher in die Handlung einbezogen.

Wenn das bunte Treiben des Tages der abendlichen Ruhe und Geselligkeit weicht, dann ist die Zeit der Lichter. Der dunkelblaue Himmel, der Halbmond und ein Meer aus Kerzen und Lichtern lassen eine wunderbare Stimmung aufkommen. Während „Weiber“ und „Zwerge“ sich größtenteils nahe an Feuer und Bett aufhielten, trafen die Blechträger sich hier und da zu „wichtigen Gesprächen“.

Beeindruckend war der Fackelumzug am Freitagabend. So viele Teilnehmer gab es noch nie, und die Prozession vom neuen Rathaus zur Festwiese durch den alten Ortskern wollte nicht enden. Am Samstag war Stadtführerin Monika Tholen in ihrem Element. Die alte Zeit ist ihr Metier, und viele Gäste freuten sich bei ihrem Rundgang und dem Schauspiel der „Schildwächter“.

Dass das Konsumverhalten des Mittelalters sich nicht grundlegend von dem der heutigen Gesellschaft unterscheidet, zeigte das Warenangebot an den zahlreichen Ständen, die verteilt zwischen den über 200 Zelten warteten. Es gab Schmuck, mittelalterliche Gewänder, Schilder, Lanzen, Wein und Met zu kaufen. „Elfenstaub“ gab es auch und wäre heute sicher der große Renner im Home-Shopping-TV. Aber auch bei den Rittern hält die Moderne Einzug. Samstagnachmittag sah man einige verschämt auf ihre Handys starren. Sie stellten entsetzt fest, dass Aachen und Gladbach wieder einmal verloren haben. Hier und da liefen halbherzig versteckt Stromkabel in die Zelte und der nahe Supermarkt hatte seltsam angezogene Kunden. Der Bäcker freute sich über steigenden Absatz – natürlich ist ein schmackhaftes Croissant eine wunderbare Abwechslung zum Einerlei der allmorgendlichen Wildschweinkeule.

Das größte Kompliment für die Gangelter Organisatoren kam von einem kleinen Mann, der im Bayerntrikot das Areal betreten hatte und mit Papphelm, Schild und Holzschwerte wieder heimwärts zog: „Mama, hier gehen wir morgen wieder hin!“

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