Gangelter Ritterfest: Gekämpft, geschlemmt, gefeiert

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Ob beim abendlichen Fackelumzug... Foto: Karl-Heinz Hamacher
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...spannenden Reiterspielen... Foto: Karl-Heinz Hamacher
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...spektakulären Wettkämpfen... Foto: Karl-Heinz Hamacher
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...oder auch im Waschzuber: Beim Gangelter Ritterfest gab es vielerlei Sehenswürdiges. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Furchterregend: Dieser Gestalt möchte man ungern im Dunkeln begegnen. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Appetitanregend: Selbstredend kam in Sachen Verpflegung niemand zu kurz. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Es gab wieder fürchterliche Keilereien in Gangelt, haarsträubende Vorurteile gegen Frauen und Bauern wurden gepflegt und mit der Rechtsschreibung haperte es – das alles jedenfalls wären Wertung und Wahrnehmung aus heutiger Sicht.

Die heutige Sicht aber spielte am Wochenende in Gangelt gar keine Rolle, denn bei der fünften Auflage des Ritterfestes war alles auf die Zeit zurückgesetzt, als die Mauern um Gangelt noch standen.

Brüllt nicht gerade irgendein Fürst oder Feldherr durch die Gegend, ist es eine wunderbare Sprache, die die Leute in Sackleinen oder metallenen Rüstungen untereinander pflegen. „Ei, schauet nur her in welcher Pracht der edle Rat uns die Ehr erweist“ – der Satz lässt Großes vermuten. Dahinter steckte aber nur die Begrüßung von Bürgermeister Bernhard Tholen, der das Ritterfest am Samstag eröffnete. Er freute sich über das Glück mit dem Wetter, sah noch deutlich mehr Teilnehmer und Gäste als in den Jahren zuvor und dankte allen, die zum Gelingen beigetragen hatten.

Angetreten zum gemütlichen Beisammensein ebenso wie zum Wettkampf waren zuvorderst die Schildwächter, die ja bekanntlich in Gangelt seit Jahren mit der Stadtführerin Monika Tholen zusammenarbeiten. Die Ritter des bergischen Bündnisses waren da, die freien Ritter zu Monschau, die Kaisergarde Barbarossa, die Ritterleut von Berg, aus Aachen die Hospitaliter, die Wurmauenritter sowie die neu gegründete Ritterschaft Hospizium. Erste Verluste musste Dominum Hardenberg bei der Begrüßung eingestehen. „Unser Fürst liegt noch“, hieß es am frühen Nachmittag, und das deutete darauf hin, dass eben dieser Fürst erst im Morgengrauen die Taverne schwankend verlassen hatte.

80 Heerlager verteilten sich auf der großen Wiese nahe dem Hof Grootfeld. Über 800 Teilnehmer machten das Gangelter Ritterfest zu einem der größten Feste, für die man keinen Eintritt zu zahlen braucht. Geboten bekommen die Besucher allerdings eine Menge. Schon am Freitag gab es einen wunderbaren Fackelzug durch den alten Ortskern mit den Teilnehmern. Anschließend wurde rund um ein riesiges Lagerfeuer gefeiert. Der Umzug wollte kaum enden, als am Samstag zum offiziellen Eröffnungstermin die Heerlager aufmarschierten. Die Spielleute sangen anschließend von Wein, Weib und Gesang, lobten Schlachten und Gelage. Man kann davon ausgehen, dass die Herrschaften das geübt haben, was die bei den Schauspielen und Turnieren mit Schwertern, Äxten und Morgenstern oder in der Reiterei veranstalten. Diese Wettkämpfe sind natürlich der große Publikumsmagnet.

Herr Wirt tischt auf

Wunderbar das Angebot an Speisen. „Herr Wirt tischt auf und gebet mir geschwind vom gesottenen Gemus, ich bitt darum“, hört sich ja nun ganz anders an, als das hier bekannte: „Tu mich mal Fritten mit ohne alles!“ Dem Gaumen wurde an vielen Ständen geschmeichelt. Fleisch jeder Art gab es, Honigwein und viele außergewöhnliche Leckereien. Für die Kinder gab es ein umfangreiches Programm. Viele von den Kleinen kamen in Jeans und T-Shirt, verließen den Markt aber als Jung-Ritter in Plastikrüstung mit Schwert und Helm. Da braucht man sich um das nächste Fest im kommenden Jahr keine Sorgen zu machen.

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