Gangelter Jam Session: Mühelos die Töne finden und improvisieren

Von: Karl-Heinz Hamacher
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„Saturday Night Fish Fry“ aus Eschweiler begeisterte bei der Gangelter Jam Session mit Rhythm‘n & Blues und Rock‘n‘Roll“. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Leidenschaft ist eine der Grundvoraussetzungen, um bei der offenen Jam Session mitspielen zu können. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Man folgt den Rhythmusleuten, gibt sich auf die Suche nach einer Melodie und steigt dann ein.“ Das hört sich so einfach an und ist offenbar die Formel für den großen Erfolg der offenen Jam Session, die jedes Mal der Höhepunkt der Veranstaltung Blues & more in Gangelt ist.

Manfred Breuers ist es, der die oben genannte Formel zum Besten gibt, wenn die Frage auftaucht, wie denn das Zusammenspiel der Leute bei dieser Session funktioniert – schließlich haben diese üblicherweise nicht miteinander geprobt, kennen sich teilweise nicht einmal. Breuers, ein Ausnahmetalent in Sachen Musik, geht davon aus, dass er auf Grund seiner langjährigen Erfahrung auf Blasinstrumenten in den Fächern Jazz und Blues „jedes Stück mitspielen kann!“ Improvisation bedeutet für ihn zuerst zuhören, dann die Melodie finden und anfangs unauffällig im Stück mitspielen.

„Während der Improvisation entdecke ich die Töne, die ich für die Melodie brauche“, gibt er, der scheinbar mühelos und ohne Noten diverse Saxophone, Klarinette und andere Blasinstrumente meisterhaft beherrscht, einem meist staunenden Publikum mit auf den Weg.

Im vierten Jahr ist Christian Schröder nun im Raum Gangelt mit seinem Blues & more-Meeting aktiv und seit geraumer Zeit Gast im Schützenheim der Gangelter St.-Johanni-Schützenbruderschaft. Das ist nur auf den ersten Blick eine seltsame Koexistenz. Es gibt reichlich Platz für die Bühne, eine Theke für die Durstigen und weit und breit keine Nachbarn, die sich gestört fühlen könnten.

Der Besucherzustrom schwankt, ist aber in der Regel gut. Die Zahl der Musiker, die dort im Laufe der Zeit aufgetreten sind, lässt sich nur schwer festmachen. Viele sind inzwischen Stammgäste, aber es stoßen immer wieder auch neue Gesichter hinzu. Vom Anfänger bis zum erfahrenen Musiker hat man dort, wo die Schützen üblicherweise auf Scheiben schießen, schon viel gehört und gesehen. Hier sieht Christian Schröder sich seiner Grundidee nahe: „Ein offenes Live-Forum für alle, die sich fürs Musizieren allgemein und natürlich im Speziellen für den Blues begeistern können.“

Für wenig Geld tolle Musik

Gerne gesehen sind auch junge Musiker wie Tobias Stroeckens aus Tüddern. Der 16-Jährige ist Mitglied der „Life-Teen-Band“ und kam über die Gitarre zum Schlagzeug. Er brauchte nur ein paar Minuten, um sich im Konzert der Großen zurechtzufinden. Arkadius Gabrisch ist bekannt als Musiker der Band „Glenrock“. Bei „Blues & more“ hat er über die Jahre fast keine Veranstaltung ausgelassen.

Der gelernte Pianist spielt „ein bisschen von allem“ und hält sich selber für keinen musikalischen Überflieger: „Man hat mich aber auch noch von keiner Bühne runtergeschmissen!“ Er ist voll des Lobes über das Angebot in Gangelt. Wo kann man für so wenig Geld so tolle Musik hören und machen?“

Laut Veranstalter Christian Schröder bestand die Hauptband des Abends aus Herren, „die etwas in die Jahre gekommen sind, aber die Vierviertel hat das Quintett drauf!“ Das aktuelle Programm von „Saturday Night Fish Fry“ besteht aus Rhythm‘n & Blues und Rock‘n‘ Roll. Spätestens nach dem zweiten oder dritten Stück wussten die Gäste, was mit „schnörkelloser Musik“ gemeint war. Wolfgang Wynands und Majid Salama an den Gitarren, Erwin Görres mit der Mundharmonika, Dieter Nitsche als ruhender Pol am Bass und Winni Rüland, der genau das Gegenteil am Schlagzeug veranstaltet, boten allerbeste Unterhaltung.

Das Blues & more-Meeting geht jetzt schon mal in eine lange Sommerpause.

Da sich während der Sommermonate die Veranstaltungen nicht lohnen, wird es erst zum Jahresende hin wieder laut im Gangelter Schützenheim.

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