Gangelter Freibad: Wasserratten freuen sich schon auf Freitag

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Wie aus dem Ei gepellt: Pünktlich zu Saisonbeginn präsentiert sich die Hauptattraktion des Freibades generalüberholt. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Ger Demandt, Theo Sligchers und Ralf Schmitz versprechen, dass zur Eröffnung 24 Grad Wassertemperatur erreicht sein werden.

Gangelt. Architektonisch ist er eine Augenweide, in der Qualität ein Beispiel für deutsche Wertarbeit. Jetzt aber, nach über 50 Jahren und zehntausendfacher Nutzung, musste der Sprungturm im Gangelter Freibad saniert werden.

In dem Stahlbetonbauwerk, dessen höchster Absprung fünf Meter hoch ist und an den Seiten jeweils drei und einen Meter hoch, mussten Teile des Stahls ausgetauscht und der Beton an vielen Stellen abgeschliffen werden. Der Turm war in der Bauphase komplett eingerüstet und mit Kunststofffolie verkleidet. So gab es im Gangelter Freibad für einige Wochen ein Objekt, das aussah, wie von dem Aktionskünstlerpaar Christo verpackt.

Kunst hatten diejenigen, die den Turm damals gebaut haben, nicht im Sinn. Bei der Einweihungsfeier des Ur-Schwimmbades, 1926, so kann man in den Gangelter Annalen nachlesen, gab es „offensichtliche Störversuche“, denn, man höre und staune, Lampions wurden entwendet.

Die Bauern, die damals das Land nahe des Rodebachs an die Gemeinde abtraten, brauchten als Belohnung „von 1926 bis 1940 den Rodebach nicht mehr zu säubern“. Das Bad erlebte immer wieder Renovierungen und erhielt das heutige Bild mit dem Sprungturm, dem Nichtschwimmer-, dem Zwei- und dem Fünf-Meterbereich in den 60er Jahren.

Damals baute die Firma Schlun (Stahe) die Gebäude rund um das Bad. Die Firma Schmetz (ebenfalls aus Stahe) war für das Becken und den Sprungturm verantwortlich. Daran erinnern sich der damalige Polier Peter Kofferath (Birgden) und Mitarbeiter Günter Betz (Gangelt) noch gut.

„Das Einschalen dieses für damalige Verhältnisse futuristischen Bauwerks war ein riesiger Aufwand“, so Kofferath. „Den Beton haben wir teilweise mit Eimern und Schaufeln in die Schalung gekippt“, erinnert sich Günter Betz. „Dieses Projekt war damals alles andere als einfach“, entsinnen beide sich an die Großbaustelle, deren Ergebnis heute noch weitestgehend erhalten ist.

„Irgendwas ist immer“, sagt Bürgermeister Bernhard Tholen, wenn er erläutert, wie wichtig es ist, bei Einrichtungen wie dem Freibad keinen Investitionsstau aufkommen zu lassen. Noch ist das Projekt nicht abgerechnet, es wird aber den Haushalt mit 85.000 bis 90.000 Euro belasten. War es im Vorjahr die große Rutsche, bei der zahlreiche Elemente ausgetauscht wurden, so ist 2014 das komplette Bad mit einer Spezialfolie ausgekleidet worden. Davor war die Filteranlage und noch früher große Teile der Photovoltaikanlage erneuert worden.

Eröffnet wird das Freibad am 29. April um 15 Uhr mit einem kleinen Festprogramm. Tholens Sekretärin Dorothee Fernholz stellte derzeit die Gästeliste für das traditionelle Anschwimmen zusammen, und der Bürgermeister freut sich, dass Turmspringer vom SV Neptun Aachen den neuen Antirutschbelag des Sprungturms testen werden.

Bei einer Wasserolympiade ist dann jeder Schwimmer zum Mitmachen eingeladen. „Dem Wunsch unserer Gäste folgend, werden wir zukünftig dienstags und donnerstags das Bad bis 20 Uhr öffnen“, so Tholen. Bisher war der Dienstag der lange Tag bis 21 Uhr.

Die letzte Stunde habe sich aber nie so richtig gelohnt. „Trotz des alljährlichen Defizits halten wir an den Eintrittspreisen fest“, erläutert er weiter und verspricht, dass der Kiosk, nun wieder unter Federführung von Jürgen Hermanns und damit der Gemeinde, ein deutlich erweitertes Angebot haben werde.

Auch wird derzeit daran gearbeitet, W-Lan über Freifunk rund um das Bad anzubieten. Die Router hierfür liegen bereit, es fehlt nur das Glasfaserkabel bis in den Freibadbereich. Ob das aber zu Saisonbeginn angeboten werden kann, liegt in der Hand der Deutschen Glasfaser. Derzeit wird das große Becken von Grund auf gereinigt.

Das heißt, das Wasser ist abgelassen und mit Dampfstrahlern werden der Schmutz und die Ablagerungen des Winters beseitigt. Dann wird das Wasser eingelassen und Ger Demandt, Theo Sligchers und Ralf Schmitz versprechen, dass zur Eröffnung 24 Grad Wassertemperatur erreicht sein werden. Wenn die Sonne es über die Photovoltaikanlage nicht schafft, wird die Heizung zugeschaltet.

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