Gangelt - Gangelter Familien-Rat ist um ein Mitglied reicher

Gangelter Familien-Rat ist um ein Mitglied reicher

Von: tp
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Links FDP, rechts SPD: Ingrid Heim und ihre Tochter Freya Otto sitzen für unterschiedliche Parteien im Gangelter Rat. Foto: Thorsten Pracht

Gangelt. Mit Familienangelegenheiten kennen sie sich aus im Gangelter Gemeinderat. Schließlich sorgt das Ehepaar Hans-Günter und Helga Heinen dafür, dass die Meinung der Freien Wähler nicht ungehört bleibt. Aber Mutter und Tochter, und dann auch noch in verschiedenen Parteien? Das ist auch für Gangelt etwas Neues.

Ingrid Heim (FDP) und Freya Otto (SPD) bilden dieses neue ungewöhnliche Ratsgespann. Schließlich liegen Freie Demokraten und Sozialdemokraten auf der politischen Landkarte nicht unmittelbar nebeneinander. Ist da also was aus dem Ruder gelaufen bei der Erziehung? „Nein, da ist nichts schiefgelaufen“, lacht Ingrid Heim. „Entscheidend ist doch, dass man sich überhaupt engagiert und nicht so sehr, für welche Partei. Und bei den Zielen sind wir uns eigentlich einig“, sagt die FDP-Ratsfrau aus Schierwaldenrath.

Prinzipiell darf man sagen, dass Freya Otto in einem politischen Umfeld aufwuchs. Ihre Eltern, beide Pädagogen, waren seit den 1970er Jahren engagiert, und zwar für die SPD. Eine Generation vorher war Wilhelm Josef Zander, der Schwiegervater von Ingrid Heim und Großvater von Freya Otto, als Zentrumspolitiker Bürgermeister von Zülpich und Bad Godesberg, ehe er von den Nationalsozialisten aus dem Amt gejagt wurde. Zweimal habe er die Fahne der NSDAP aus der Stadt entfernen lassen, erzählt Otto. „Darauf kann man als Enkeltochter stolz sein, finde ich.“

Im Jahr 2005, mit gerade 21 Jahren, tritt Freya Otto in die SPD ein, ein Jahr zuvor hatte sich ihre Mutter der jungen Gangelter FDP-Ortsgruppe angeschlossen. Irgendwie habe sie sich bei der SPD, deren Mitglied sie nie gewesen sei, nicht mehr aufgehoben gefühlt, erzählt Ingrid Heim. So unterschiedlich das mit den Parteien sein mag, ihr Weg in den Rat lief identisch ab: Ingrid Heim zog 2009 als Nachrückerin ins Gemeindeparlament, Tochter Freya ersetzt seit wenigen Tagen Karsten Reh, der aus der Region weggezogen ist.

Viel Post bekomme sie jetzt, erzählt die 32-jährige Mutter von drei Kindern, die ebenfalls in Schierwaldenrath wohnt. Sie ist Mitglied in den Ausschüssen für Sport- und Vereinsangelegenheiten sowie für Kultur und Soziales. Mit Ratschlägen hält sich die Mutter bislang zurück. „Sie möchte das machen, dann soll sie es auch allein schaffen. Wenn sie mich etwas fragt, ist das natürlich etwas anderes“, sagt Heim. Immer wachsam sein, möglichst gut informiert, einen langen Atem haben – ein paar Ratschläge hätte sie für die Tochter dann schon parat. „Ich denke schon, dass man Ziele haben sollte, die man nicht aus den Augen verlieren darf“, sagt Otto.

Seit vielen Jahren kämpft sie mit ihrer Mutter für einen Spielplatz in Schierwaldenrath – bislang ohne Erfolg. Auch die Verkehrssituation im Ort wollen beide im Auge behalten, ohne Kirchtumspolitik nur vor der eigenen Haustür zu machen. Losgelöst vom Tagesgeschäft wollen Mutter und Tochter zeigen, dass bürgerschaftliches Engagement sich lohnt. „Es wird immer schwerer, den Menschen zu vermitteln, was der Rat eigentlich macht. Da fehlt manchmal die Transparenz, das müsste man den Leuten viel klarer machen“, findet Ingrid Heim.

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