Gangelt - Gangelter Einrichtungen investieren 15 Millionen Euro

Gangelter Einrichtungen investieren 15 Millionen Euro

Von: Udo Stüßer
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Unter seiner Geschäftsführung expandiert ViaNobis weiter: Martin Minten will die Einrichtung weiter ausbauen. Foto: Udo Stüßer

Gangelt. Die Katharina Kasper ViaNobis GmbH in Gangelt, in der Region besser bekannt als Gangelter Einrichtungen Maria Hilf, ist weiterhin auf Expansionskurs: Bis zum Jahr 2020 plant sie, mit einem Bauvolumen von zwölf bis 15 Millionen Euro neue Wohnstätten für behinderte Menschen zu errichten.

In diesem Monat werden aber erst einmal die Sanierung und Modernisierung der Gangelter Klinik nach eineinhalbjähriger Bauzeit abgeschlossen. Rund 5,5 Millionen Euro wurden hier investiert.

Martin Minten, seit 13 Monaten Geschäftsführer, erläutert neue Pläne des Trägers zahlreicher Behinderten- und Jugendhilfeeinrichtungen, einer Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, mehrerer Tageskliniken und Institutsambulanzen, Seniorenheime und Kindertagesstätten und eines ambulanten Pflegedienstes. „Unser Ziel ist es zu wachsen“, erklärt der Wirtschaftsmathematiker, der vor seiner Gangelter Zeit mehr als 20 Jahre in leitenden Funktionen in Krankenhäusern von Jülich bis Berlin tätig war.

Am heutigen Mittwoch unterschreibt er erst einmal den Pachtvertrag für die Schierwaldenrather Bahnhofsgaststätte, die ab dem 1. April von behinderten Menschen betrieben werden soll. „Unser Ziel ist, möglichst viele Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt zu bringen“, sagt er. Damit meint er aber nicht die mehr als 1500 Mitarbeiter aus über 40 Berufsgruppen in den Einrichtungen am linken Niederrhein von Herzogenrath bis Weeze und von Niederkrüchten bis Düsseldorf, sondern Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung.

Werkstatt in Geilenkirchen

Während es sich bei dem Betrieb der Gaststätte um ein 100-prozentiges ViaNobis-Projekt handelt, wird im Sommer der erste Spatenstich zu einem gemeinsamen Unternehmen mit der Lebenshilfe stattfinden. Die Prospex gGmbH, eine Tochtergesellschaft von ViaNobis und Lebenshilfe, die die Werkstatt für behinderte Menschen in Heinsberg betreibt, gliedert ihre Schlosserei aus. Für diesen Teil der Werkstatt entsteht ein Neubau in der Niederheider Selfkant-Kaserne. Von den 300 Menschen mit Behinderung, die bislang noch in Heinsberg arbeiten, werden dann etwa 100 in Geilenkirchen ihr Geld verdienen.

Wie breit gefächert die Arbeit von ViaNobis ist, zeigt ein neues Projekt im Bereich der Jugendhilfe: Am Standort Brüggen wurde nun eine Gruppe für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge eingerichtet.

Noch Zukunftsmusik hingegen ist derzeit noch der Aufbau eines gerontopsychiatrischen Zentrums im Kreis Heinsberg. „Wir müssen die Demenz stärker in den Fokus nehmen“, sagt Martin Minten, der in einigen Jahren Beratung, Therapie und Begleitung von dementen Menschen und ihren Angehörigen unter einem Dach vereint wissen will.

250 Menschen mit Behinderungen leben auf dem Gelände in Gangelt, hinzu kommen 183 Plätze in der Fachklinik für Psychiatrie. In dezentral eingerichteten ViaNobis-Gruppen werden am linken Niederrhein insgesamt 1200 behinderte Menschen betreut. „Von den 250 Plätzen in Gangelt soll eine große Zahl abgebaut werden. Die Menschen sollen dann dezentral untergebracht werden“, erklärt Minten.

Neben den drei Wohnstätten in Heinsberg, Geilenkirchen und Hückelhoven mit 16 oder 24 Plätzen sollen in den nächsten Jahren drei bis vier weitere Wohnstätten entstehen. „In Hückelhoven gibt es bereits ein Grundstück, in Wegberg werden Gespräche geführt. Wir suchen aber auch in Geilenkirchen und Übach-Palenberg.“

Sicherlich sei eine dezentrale Unterbringung personalintensiver als die zentrale Betreuung vor Ort in Gangelt. „Aber wir bilden ständig aus.“ In der Ausbildung zum Altenpfleger geht die Gangelter Einrichtung neue Wege: Die Altenpflegeschule mit bis dato noch 100 Plätzen will Minten nicht mehr alleine betreiben. Er wird ab Sommer mit Max Q, dem Fachseminar Altenpflege in Hückelhoven, fusionieren.

„Die Fusionsgespräche sind bereits im Herbst gestartet, im Sommer könnten wir gemeinsam die Ausbildung starten. Dann wären wir der größte Altenpfleger-Ausbilder im Kreis Heinsberg“, freut sich der Geschäftsführer. Während die dann 300 angehenden Altenpfleger in Hückelhoven unterrichtet werden, soll der praktische Teil der Ausbildung bei ViaNobis erfolgen.

Minten schaut für seine Einrichtung optimistisch in die Zukunft: „2014 war wirtschaftlich ein erfolgreiches Jahr. Die Eingliederungshilfe ist ein wachsender Markt. Es gibt immer mehr Menschen, die Begleitung brauchen. Und die Jugendhilfe boomt.“

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