Gangelt setzt sich ein hohes Klimaschutzziel

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Professor Dr. Isabel Kuperjans
Professor Dr. Isabel Kuperjans vom Fachbereich Energietechnik der Fachhochschule (FH) Aachen, Bürgermeister Bernhard Tholen und Willibert Mevißen, Bauamtleiter und gleichzeitig Sachbearbeiter und Ansprechpartner für das Klimaschutzkonzept, bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Grünes Licht für die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes gab der Bau- und Umweltausschuss auf seiner jüngsten Sitzung. Damit wird die Gemeinde Gangelt als erste Kommune im Kreis Heinsberg ein Klimaschutzkonzept erstellen.

Dabei sollen sinnvolle Maßnahmen entwickelt und koordiniert werden, die kurz-, mittel- und langfristig den Primärenergiebedarf in der Gemeinde senken und den CO2-Ausstoß deutlich reduzieren sollen. „Wir wollen in der Gemeinde Gangelt soviel Energie produzieren, wie wir verbrauchen!” Diese hohe Marge setzte Bürgermeister Bernhard Tholen vor einigen Monaten bei einem Gespräch mit dieser Zeitung angesichts der Klimaschutzziele in Deutschland und der EU.

Jetzt wurde er konkreter: „Unser Ziel ist es, 2020 klimaautark zu sein!” Vorgetragen bekam das Professor Dr. Isabel Kuperjans vom Fachbereich Energietechnik der Fachhochschule (FH) Aachen, die mit ihrem Team die Maßnahmen entwickeln und koordinieren wird. Das Institut der FH hatte sich mit seinem Konzept gegen zwei weitere Bewerber durchgesetzt. Zur Vertragsunterzeichnung war sie nach Gangelt gereist und besprach mit Bernhard Tholen erste Einzelheiten.

Das rund 40.000 Euro teure Gutachten wird zu 65 Prozent vom Bund gefördert. Den Rest tragen Partnerunternehmen der Gemeinde aus der Region. Die Durchführung der Studie beginnt mit einer Potenzialerhebung. Es erfolgt eine differenzierte Betrachtung der unterschiedlichen Ortsteile und der jeweiligen kommunalen Sektoren wie private Haushalte, Wirtschaft, öffentliche Einrichtungen und Verkehr. Die klimarelevanten Bereiche werden identifiziert.

Die Bilanz wird so aufgebaut, dass eine regelmäßige Aktualisierung einfach zu bewerkstelligen ist, wodurch eine Basis zur Erfolgskontrolle geschaffen wird. Zusätzlich wird ein Aktivitätsprofil der bereits durchgeführten Klimaschutzmaßnahmen in Gangelt erstellt.

In Zusammenarbeit mit der Kommune wird das FH-Team ein Referenzszenario für die Entwicklung des Energiebedarfs erstellt. Dazu werden die zu erwartende Einwohnerzahl, Industrie- und Gewerbeansiedlung sowie Verkehrsmenge festgelegt. Anschließend wird das Potenzial zur CO2-Minderung der Gemeinde Gangelt unter Voraussetzung einer optimalen Klimaschutzpolitik abgeschätzt.

Hierbei werden die folgenden Bereiche betrachtet: Das Potenzial zur Reduktion des Energiebedarfs zum Beispiel durch Sanierungen oder Änderungen im Verkehrssektor, das Einsparpotenzial bei der Umwandlung von Energie, beispielsweise der Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung und das Potenzial durch konsequente Nutzung erneuerbarer Energien, wie Biomasse, Sonne und Wind. Generell werden alle klimarelevanten Bereiche wie kommunale Liegenschaften, Straßenbeleuchtung, private Haushalte und die Bereiche Gewerbe, Handel und Dienstlungen, Industrie, Verkehr, Abwasser und Abfall berücksichtigt.

Die Potenzialermittlung berücksichtigt kurz- und mittelfristig technisch und wirtschaftlich umsetzbare Maßnahmen, die die regionale Wertschöpfung verbessern.

Die Konzepte werden sowohl für den kommunalen als auch für den privaten und kommerziellen Bereich entwickelt. So entsteht ein Klimaschutzszenario, welches die Entwicklung der CO2-Emissionen und des Energieeinsatzes bei Umsetzung einer konsequenten Klimaschutzpolitik beschreibt. Durch Vergleich der Szenarien wird das Gesamtpotenzial zur CO2-Einsparung der Gemeinde Gangelt bestimmt.

Dies dient der Festlegung konkreter Einsparziele durch die Kommune. Wichtig ist es allen Beteiligten, die Öffentlichkeit in diesen Prozess mit einzubinden.

In gut einem Jahr soll das Ergebnis vorliegen. Am Ende soll ein Maßnahmenkatalog vorgestellt werden, der Einsparmöglichkeiten aufzeigt, die die Kommune, Firmen und auch der einzelne Bürger in seinem Einflussbereich realisieren können.

Gleichzeitig soll aufgezeigt werden, inwieweit regenerative Energien weiter ausgebaut werden können, um die hohen Klimaziele in der Gemeinde zu erreichen.
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