Gangelt - Gangelt: Naturschützer im Zwist über Tafeln für Wanderer

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Gangelt: Naturschützer im Zwist über Tafeln für Wanderer

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Wunderschöne scheinbar unberÀ
Wunderschöne scheinbar unberührte Natur im Rodebachtal auf beiden Seiten der Grenze. Würde die Landschaft durch Hinweisschilder auf die Brutzeit leiden oder soll man Wege schließen? Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Natur und deren Entwicklung hört nicht an der Grenze im Verlauf des Rodebaches auf. Das ist unter anderem ein Grund dafür gewesen, den Naturpark im Gangelter Bruch grenzüberschreitend zu planen. Die Gemeinden Gangelt und, auf niederländischer Seite, Onderbanken waren gemeinsam aktiv.

In beiden Gemeinden gibt es starke Naturorganisationen, die federführend an der Betreuung und Weiterentwicklung dieses Projektes beteiligt sind „Natuurmonumenten” auf niederländischer und der „Nabu (Naturschutzbund Deutschland) Rodebach-, Saeffelbach-, Kitschbachtal” auf deutscher Seite. Und wenn deren Vorsitzender Franz Oschmann betont, trotz der genannten „Wehwehchen” gesagt werden muss, dass trotz einiger Probleme „nicht Funkstille herrscht”, sondern der „Kontakt zur anderen Seite angebahnt worden ist” und man „miteinander spricht und plant”, dann kann man davon ausgehen, dass es dunkle Wolken über dem Rodebachtal gibt.

Schon kurz nach dem Start des Naturpark-Projekts fiel den Nabu-Leuten die schnelle Verbuschung der Landschaft auf, hier zum Beispiel speziell in Mindergangelt von der Schinvelder Straße bis zur so genannten Pumpstation. Von den Niederländern so gewollt und akzeptiert, sehen die Gangelter die Grundidee einer offenen Landschaft konterkariert. Das ist aber auf der andern Seite des Rodebaches und damit ausschließlich Sache der Niederländer.

Das gleiche gilt für Problem Nummer zwei. Im Bereich des Segelflugplatzes führen zwei Wege durch sehr sensible Bereiche für Offenlandarten und Bodenbrüter. Zumindest speziell während der Brutzeit würden Franz Oschmann und seine Mitstreiter diesen Bereich komplett und weiträumig für Wanderer sperren. Spaziergänger und auch Radfahrer finden in dem über rund 700 Hektar großen Naturpark, der ja außerdem mit der Teverener- und der Brunssumer Heide zum Heidenaturpark vernetzt ist, ausreichend Raum, sich zu bewegen.

In den Niederlanden möchte man, dass alle Wege jederzeit für die Gäste offen sind. Wenn man heute der Sperrung dieser Wege zustimmen würde, gehe man davon aus, dass dann weitere Anträge auf Sperrungen folgen würden. Der Naturpark wird von Besuchern mit Hunden gerne dazu genutzt, die Tiere frei laufen zu lassen. Auch das ist ein großes Problem. Die Gemeinde Onderbanken erläuterte Franz Oschmann, dass dieses Fehlverhalten der Besucher kontrolliert und mit Bußgeldern geahndet werde. Die Realität zeigt aber kaum Wirkung.

Nur eine Notlösung

Franz Oschmann hat aber die letzte Hoffnung auf der Suche nach einem Konsens noch nicht aufgegeben und wartet seit einiger Zeit auf ein ihm versprochenes Gespräch mit der Wethouderin Jeannette Quadvlieg-van Dam. Es ist nur eine absolute Notlösung, dass jetzt in diesen genannten Bereichen Hinweistafeln aufgestellt wurden, die an die Vernunft der Besucher appellieren und auf denen darum gebeten wird, während der Hauptbrutzeit von 1. März bis Ende August diese Gebiete nicht zu betreten.

Sieht man davon ab, dass die Aufstellung deutlich verzögert wurde, weil die vom Nabu entworfene Tafel nicht dem gewünschten Layout der niederländischen Na­tuurmonumenten-Schilder entsprach, wird man sich auch vorstellen können, dass die zweisprachigen Tafeln auch nur eine begrenzte Wirkung haben werden. „Würde man die Wege aus dem Gesamtwanderkonzept herausnehmen, zumindest während der Brutzeit unzugänglich machen, hätte man ganz auf die Schilder verzichten können”, zeigt sich Franz Oschmann nicht begeistert von der Aktion. „Denn ich bin der Letzte, der gerade im Bruch noch ein weitere Infotafel aufstellen möchte”, gibt es noch einen Seitenhieb auf den „Schilderwald” im Naturpark.

Die Tafeln enthalten allerdings auch viel Information zur Problematik an sich. Was den Kiebitz angeht, steht er natürlich hier nur stellvertretend für alle dort lebenden Offenlandarten. „Sein Balz- und Brutverhalten lässt sich gut beobachten und verdeutlichen”, fasst Franz Oschmann die Aktion zusammen. „Andere Arten agieren mehr im Verborgenen.” Die Bedrohung besteht eben unter anderem darin, dass die Tiere gestört, beziehungsweise schlimmer noch, von Hunden gejagt und gerissen werden.

Die Tafeln sollen außerhalb der genannten Brutzeit wieder entfernt werden, um einen gewissen Gewöhnungseffekt zu vermeiden und das Augenmerk in erster Linie auf die sensible Zeit lenken.
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