Füttern verboten: Enten und Gänse am Kahnweiher in Gefahr

Von: hama
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„Oh, sind die süß!”: Im S
„Oh, sind die süß!”: Im Sinne des Tierschutzes appelliert Willi Babel dafür, die Tiere nicht zu füttern und Hunde in diesem Bereich an der Leine zu führen. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Gut gemeint” ist oft das Gegenteil von „gut gemacht”! Das erlebt Willi Babel, Vorsitzender des Gangelter Angelvereins, nahezu täglich, wenn er seinem Hobby frönt oder einfach einen Rundgang um den Kahnweiher nahe des Naturparks macht.

„Die Leute meinen es sicherlich gut, wenn sie die Enten füttern”, sagt Babel. Darüber, dass mit dieser Art der Futterzufuhr bei den Tieren mehr Schaden angerichtet werde, als dass man ihnen helfe, sei den Fütternden nicht bewusst.

Wer möchte, dass Tiere so gesund und natürlich wie möglich aufwachsen, sollte, so schwer es manchmal auch sein mag, ganz bewusst von der Fütterung von wildlebenden Tieren absehen, meint Babel.

Den Enten gehe der Trieb, selber nach Nahrung zu suchen, verloren. Die Tiere seien auf tierisches Eiweiß angewiesen, das in Brot nicht enthalten sei. Aufgrund der fehlenden Mineralien und Vitaminen komme es zu Mangelerscheinungen.

Verfettung und die Abhängigkeit von den Menschen sind laut Babel weitere negative Begleiterscheinungen. Zu beobachten sei, dass im Winter oder bei schlechtem Wetter, wenn nur wenige Besucher am Kahnweiher anzutreffen sind, ein Rascheln mit der Brottüte reicht, und Dutzende Enten aus dem ganzen Bereich kommen angeflogen.

Die Mengen, die täglich in den Kahnweiher oder an den Rand geworfen werden, seien enorm. „Nicht selten sehe ich Leute, die ganze Tragetaschen voll mit Brot haben, ja, ganze Brotlaibe werden da verfüttert!”

Nicht gefressenes Brot sinke im Wasser auf den Boden, dort zersetze es sich, wodurch Bakterien entstünden. Diese Bakterien könnten bei Enten Krankheiten hervorrufen und zum Tod führen. An Land locke nicht gefressenes Brot auch Ratten und Mäuse an, die sich über das Mehrangebot an Futter ebenfalls übermäßig vermehrten.

Der Angelverein habe auch schon einmal Schilder mit entsprechenden „Bitte-nicht-füttern”-Hinweisen aufgestellt. „Die waren schneller verschwunden, als wir sie aufgestellt haben.” Willi Babel appelliert deshalb nicht nur an den gesunden Menschenverstand der Entenfütterer.

Ein weiteres Ärgernis seien frei laufende Hunde. Erst vor kurzem sei es wieder zu einem unschönen Zwischenfall gekommen, als ein Hund eines der Jungen der Kanadagänse attackiert und dem Tier in den Flügel biss habe. „Die Gans kann nun nicht mehr fliegen und wird bald elend zu Grunde gehen”, ärgert sich Willi Babel über soviel Unvernunft.
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