Für Karnevalsauftritte ist der Spaß zu groß

Von: Danielle Schippers
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Spaß an und mit der Rhythmus
Spaß an und mit der Rhythmus bringt die Frauen zum orientalischen Tanz, den Ulrike Gutt-Jansen (r.) lehrt. Die auffälligen Tücher dienen der Dekoration wie auch der Motivation und kontrollieren die Hüftbewegungen. Foto: Danielle Schippers

Geilenkirchen. Wenn aus der alten Grothenrather Schule mitreißende arabische Klänge wie „aus 1001 Nacht” zu hören sind, trifft sich die Bauchtanzgruppe zum Raks Sharki.

Das ist die richtige Bezeichnung für das, was allgemein unter Bauchtanz bekannt ist und bedeutet „Tanz des Ostens”. Melodsiche arabische Musik, farbenfrohe Hüfttücher zum rhythmischen Klimpern und lächelnde Frauen lassen fast den Alltag vergessen.

In Grotenrath weist Tanzlehrerin Ulrike Gutt-Jansen (48) „ihre Frauen” in die Kunst des Orienttanzes ein. Und die ist weitaus größer als es auf den ersten Blick scheint. Der orientalische Tanzstil ist ein effektives Ganzkörpertraining, stärkt besonders die Beckenbodenmuskulatur, fördert die Körperbeherrschung und trainiert gleichzeitig Gedächtnis, Fitness und Koordination. Außerdem lockert er die Muskulatur im Rücken und ist daher auch hilfreich gegen Verspannungen.

Die Teilnehmerinnen des Kurses haben aber während des Tanzens einfach viel Freude. Christa Schmitt (50), Lernwillige aus Geilenkirchen, schätzt besonders die Zusammensetzung der Gruppe: „Es macht mir sehr viel Spaß hier. Wir sind einfach eine nette Gemeinschaft, und Ulrike kann auch sehr gut erklären. Sie ist eine super Tänzerin.”

Den Kurs „Orientalischer Tanz” bietet das katholische Bildungswerk zum dritten Mal an. Die meisten der Teilnehmer sind als Anfänger zur Gruppe gestoßen. Ulrike Gutt-Jansen ist seit 14 Jahren leidenschaftliche Tänzerin. „Ich bin im Fitness-Studio aufs Tanzen gekommen. Da habe ich den Bauchtanz ausprobiert und bin sofort dabei geblieben.” Erinnert sie sich. Seitdem hat sie bei verschiedenen Ausbilderinnen in Aachen, Köln und Recklinghausen die Kunst des orientalischen Tanzes perfektioniert. „Mich faszinieren bei diesem Stil einfach die Bewegungsabläufe. Standardtanz hat mich nie richtig interessiert. Wenn, dann schon Salsa”, erklärt sie lächelnd.

Was den Teilnehmerinnen hier in Grotenrath vermittelt wird, ist überraschend weit entfernt von den lasziven Tänzerinnen in bauchfreien bunten Gewändern, die man von Feiern zu Geburtstagen oderen ähnlichen Anlässen kennt. Die traditionellen Folklore-Kostüme der Tänzerinnen im Orient sind nämlich keine aufreizenden Zweiteiler, sondern einteilige farbenfrohe Kleider. Die Frauen hier tragen gemütliche Sportklamotten und bunte, mit Glöckchen verzierte klimpernde Hüfttücher. Die Damen legen großen Wert auf lockere und lustige Atmosphäre.

Ulrike Gutt-Jansen hat sichtlich Freude daran, ihre Passion zu teilen. „Der Orienttanz hat mein ganzes Leben bereichert. Ich habe eine viel positivere Lebenseinstellung. Ich gehe, bewege und fühle mich anders. Gerade diese Art zu Tanzen verbindet uns Frauen sehr stark.”

Sogar aus Landgraaf reist jetzt eine Teilnehmerin an, um in dieser Gruppe zu lernen. Judith Preis (30) ist erst seit kurzem dabei. „Ich bin durch eine Kollegin auf den orientalischen Tanz gekommen. Zuerst war ich in Alsdorf, aber hier fühle ich mich sehr wohl. Ich habe in meiner Jugend zehn Jahre Ballett getanzt und hatte schon immer Spaß an Bewegung und netten Leuten.”

Die Choreografien und Bewegungsabläufe sitzen. Trotzdem sind sich die Teilnehmerinnen einig, erst einmal nicht öffentlich aufzutreten, zum Karneval etwa. Es geht ihnen um den Spaß und die Bewegung, nicht um Perfektion. Ulrike Gutt-Jansen lädt Interessierte gerne zur Schnupperstunde ein. Ihr nicht ganz ernsthaftes Argument: „Meine Frauen lernen hier auch, wie man im Aldi richtig einkaufen geht, nämlich anmutig.” Und nicht zu vergessen: wie beim Tanzen - immer lächeln!
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