Für gefährliche Einsätze jetzt bestens gerüstet

Von: g.s.
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Nach dem Einsatz mussten sich
Nach dem Einsatz mussten sich die Wehrleute auf dem Dekontaminationsplatz gründlich reinigen. Eine Wasserversorgung musste deshalb aufgebaut werden. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Ein ABC-Lehrgang (früherer GSG-Lehrgang, Gefährliche Stoffe und Güter) vermittelt das Wissen über ein breites Gefahrenpotenzial und deckt so ein Spektrum ab, mit dem die Feuerwehren zunehmend konfrontiert werden können.

ABC steht für „Atomar, biologisch, chemisch”, die Unterrichtung für die Feuerwehrangehörigen ist eigentlich eine Aufgabe des Kreises.

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Geilenkirchen übernahm diese Spezial-Ausbildung jetzt in Eigenregie und führte in den vergangenen Monaten einen ABC-Lehrgang durch, wobei das AB-Modul bereits im September abgeschlossen werden konnte. Beim finalen chemischen Ausbildungsteil bekamen 13 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Geilenkirchen das notwendige Wissen in Theorie und Praxis vermittelt.

Der auf die Truppmann-Module aufbauende ABC-Lehrgang wurde von der Feuerwehr der Stadt Geilenkirchen unter Lehrgangsleiter Brandinspektor Thomas Graf mit den weiteren Ausbildern Armin Pennartz, Dirk Beemelmanns, Simon Heinrichs, Heinz Kamphausen, Markus Kleinen, Werner Kochs, Bastian Mänz, Christian Plum, Gerrit Schulmeyer und Dr. Rick Postma durchgeführt. Das abschließende Modul beinhaltete, wie auch der AB-Teil, 42 Unterrichtseinheiten. Die theoretische Unterweisung fand ebenso wie der praktische Teil im und am Feuerwehrgerätehaus Gillrath statt. Auf dem Lehrplan standen die Bereiche Menschenrettung, Betriebsunfall, Löschangriff, Aufbau eines Dekontaminationsplatzes und die Strahlersuche.

Einsatztaktik, naturwissenschaftliche Grundlagen, Schutzkleidung, Fahrzeug- und Gerätekunde, Rechtsgrundlagen, Messtechnik, Erste Hilfe und vieles mehr gehörten ebenfalls zum theoretischen Lehrplan. Feuerwehrangehörige, die über eine ABC-Ausbildung verfügen, können im „Zug Umweltschutz” mitarbeiten. Die Feuerwehrleute in den Umweltschutz-Einheiten rekrutieren sich aus nahezu allen 13 Löscheinheiten der städtischen Wehr.

Die ABC-Kräfte sind einer hohen physischen und körperlichen Belastung ausgesetzt. Das Einsatzrisiko mit extrem gefährlichen Stoffen geht einher mit schwerer körperlicher Arbeit unter starker Wärmeeinwirkung in umluftunabhängigen Schutzanzügen. Der Einsatz von Pressluftatemschutzgeräten kommt erschwerend hinzu. Auch nach einem bestandenen Lehrgang sind ständige Schulungen und Übungen erforderlich, denn das Gefahrenpotenzial nimmt zu und die Palette der gefährlichen Stoffe vergrößert sich rasant. Die 13 Feuerwehrmänner und -frauen absolvierten den ABC-Lehrgang während ihrer Freizeit. Neben Beruf, Ausbildung und Schulbesuch galt es, den komplexen Unterrichtsstoff zu bewältigen und auch am „üblichen Feuerwehrdienst” teilzunehmen.

Vor der abschließenden Prüfung stand eine praktische Übung am Gillrather Feuerwehrhaus auf dem Plan. Die Lage ging von einem verunglückten Stückguttransporter mit unbekannter Ladung aus. Anhand der Beschilderung mussten die Feuerwehrleute die Gefahrstoffe identifizieren. Dabei gingen sie in 3er-Trupps in Chemikalienschutzanzügen vor. Im Dekontaminationszelt und auf dem davor aufgebauten Dekontaminationsplatz mussten sich die Teilnehmer nach erfolgter Arbeit einer gründlichen „Reinigung” unterziehen. Parallel dazu wurde eine Wasserversorgung aufgebaut.

Nach der abschließenden Prüfung im Feuerwehrgerätehaus Gillrath durch Stadtbrandinspektor Michael Meyer, seinem Stellvertreter Armin Pennartz und Lehrgangsleiter Thomas Graf hielten folgende Feuerwehrkameraden am Abend ihre Teilnahmebescheinigung in der Hand, in Klammern die Löscheinheit: Stephan Aretz, Steffen Heinrichs, Johannes Hoffmann (alle Gillrath-Hatterath); Sarah Classen (Süggerath); Patrik Gutsche, Thomas Mengeler (Geilenkirchen); Pascal Hilgers, Heiko Lindner (Würm); Jan Motzkus (Nirm); René Peltzer, Florian Troschke, Philipp Vieten (Waurichen); Michael Plum (Teveren).
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