Für Flüchtlinge mit der Spendenbüchse von Haus zu Haus

Von: Markus Bienwald
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Spender Alex Hoch (l.) steckt den Sternsingern Felix Walther (M.) und Bastian Schoof gerne etwas in die Spendendose. Fotos (6): Markus Bienwald Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Es ist kühl an diesem Morgen, und der leichte Nieselregen lässt nichts Gutes hoffen. Doch das macht Felix Walther, seinem Bruder Justus und Bastian Schoof nichts aus. Schließlich sind sie für die gute Sache unterwegs. Drei Jungs in Königskostümen, mit einem Stern in der Hand und einer Begleiterin, die nicht verkleidet ist, ziehen sie quer durch das Zentrum Übachs.

Gleich am ersten Haus, einem Acht-Parteien-Haus am Tomberg, haben sie Glück. Zwar öffnen viele der Bewohner ihre Wohnungstüren nicht, doch bei einer Mieterin hat es Klick gemacht. Felix stimmt das Lied von den Heiligen Drei Königen an, die anderen machen mit, ganz so, wie sie es noch vor wenigen Minuten im Bischof-van-der-Velden-Haus am Übacher Kirchberg eingeübt haben. Zum Schluss darf jeder noch seinen „Decknamen“ für den heutigen Einsatz in guter Mission – Caspar, Melchior und Balthasar – sagen und sich kurz vor der Spenderin verneigen.

Die hat einen Geldbetrag in die Sammelbüchse gesteckt, bekommt nun einen Zettel, der zeigt, dass die jungen Herren an diesem Tag schwerpunktmäßig für Flüchtlinge in der ganzen Welt unterwegs sind. Und natürlich bekommt die Dame auch den Haussegen. „Die Wände im Hausflur sind schon weiß, also bekommen sie von uns einen Aufkleber“, erklärt Bastian fachmännisch. Ruckzuck wird der Nachweis mit der Aufschrift „20C+M+B+14“ auf den Türstock geklebt, und weiter gehts mit ihrer Betreuerin Rebecca Scholtes. Dafür, dass sie im Namen des Herrn unterwegs sind, ließen sie sich gerne in die Geheimnisse eines guten Sternsinger-Daseins einweisen.

„Wir fangen schon ein paar Wochen vorher mit den Vorbereitungen an“, sagt Harald Lengersdorf, der in Übach die singenden Könige anleitet. Da werden nicht nur die Lieder eingeübt und die passenden Kostüme geschneidert und gebastelt, auch bei der Auswahl des stets in den Dreiergruppen mitgeführten Sterns gilt es, gut zu planen. „Nehmt die mit dem roten Griff, sonst tun euch nachher die Finger weh“, rät Rebecca. Die 17-Jährige ist selbst schon seit vielen Jahren dabei, seit drei Jahren ist sie nun aber nicht mehr als Sängerin unterwegs, sondern schaut, was ihre Eleven so treiben.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagt sie lächelnd und strahlt mit allen über das ganze Gesicht, als Spender Alex Hoch nicht nur etwas in die Spendendose wirft, sondern auch ein paar Süßigkeiten für die ehrenamtlich gekrönten Häupter dazugibt. „Ich freue mich, etwas geben zu können“, sagt er. Nicht vergessen haben Felix, Bastian und Justus, dass sie überall auch die kleinen Zettel mit dem Hinweis auf die Sternsinger-Aktion in die Briefkästen von den Menschen werfen, die nicht geöffnet haben. „Dann können die nachher nicht sagen, dass wir nicht da waren“, sagt Harald Lengersdorf.

Als erfahrener Sternsinger-Aussender weiß er natürlich genau, was alles unterwegs gebraucht wird: Zweimal Kreide für den Haussegen an der Wand, die passenden Aufkleber und Infozettel, einen Stern pro Gruppe, eine Spendendose und möglichst warme Kleidung sind da von Vorteil, auch wenn in diesem Winter die richtig kalten Temperaturen noch auf sich warten lassen.

Ein Haus weiter gehört auch Irmgard Wolff zu denen, die gerne spenden möchten. „Wenn ich sehe, dass andere Menschen noch weniger haben, dann gebe ich natürlich gerne etwas ab“, sagt die Frau und nimmt ihren kleinen Hund, der zuvor die Gruppe im Hausflur freundlich begrüßt hat, wieder auf den Arm. Die Jungs sind gut drauf, singen ihr Lied, sind nett, und alle, die ihnen die Tür öffnen, helfen gerne und geben immer etwas, auch, wenn es ihnen selbst vielleicht nicht so gut geht. „Ich finde das toll“, sagt Rebecca, die für die süßen Gaben, die die Sternsinger auf ihrem gut dreistündigen Weg durch die Gemeinde natürlich gut gebrauchen können, eine kleine Stofftasche dabei hat. Später wird sich dann aufgewärmt, gemeinsam zu Mittag gegessen und der Tag darf noch einmal Revue passieren. „Es macht einfach Spaß“, sagt Felix Walther.

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