Geilenkirchen - Für ein kleines Erfrischungsgeld im Wahllokal im Einsatz

Für ein kleines Erfrischungsgeld im Wahllokal im Einsatz

Von: Udo Stüßer
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Die Stimmzettel zur Bundestagswahl am 24. September liegen bereit. In Geilenkirchenhaben bereits 4162 Bürger Briefwahl beantragt, viele haben ihre Stimmen schon abgegeben. Foto: imago/Torsten Becker
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Sie weisen auf die Möglichkeit der Briefwahl hin: Peter Klee, Sandra Schuhmachers, Joachim Grünewald und Beigeordneter Herbert Brunen (von links). Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Rathaus, 1. Stock, Raum 117: Hier sitzt Sandra Schuhmachers, Mitarbeiterin des Hauptamtes der Stadt Geilenkirchen. Während es ansonsten eher ruhig auf dem Flur vor ihrem Büro zugeht, herrscht in diesen Tagen reger Besucherandrang. Viele Geilenkirchener wollen schon vor der Bundestagswahl am 24. September ihre Stimme abgeben und machen bereits von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

„Von den 20.800 Wahlberechtigten in Geilenkirchen haben bereits über 4162 Bürger Briefwahl beantragt. Das sind 20 Prozent“, sagt Peter Klee, Leiter des Hauptamtes. „Das sind jetzt schon mehr als vor vier Jahren, bei der letzten Bundestagswahl hatten wir exakt 3776 Briefwähler“, sagt er.

Hauptamtsleiter Peter Klee organisiert bereits seit 30 Jahren die Wahlen in Geilenkirchen, sein Stellvertreter Joachim Grünewald steht ihm seit 20 Jahren zur Seite. Sicherlich sind die beiden Verwaltungsbeamten routiniert. Dennoch beginnen sie mit den Vorbereitungen bereits eineinhalb Jahre vor der Wahl.

„Dann nämlich erscheinen bereits die Leitfäden zur Wahl mit allen gesetzlichen Grundlagen, Kommentaren, Erläuterungen und mit dem exakten Terminplan. Und da kann es auch schon einmal Änderungen geben“, sagt Peter Klee. Bereits eineinhalb Jahre vor der Wahl legen sie die Wahllokale fest, blocken Termine für Nutzung der Gebäude und überprüfen, ob sie den gesetzlichen Erfordernissen entsprechen.

„Es sollen öffentliche Gebäude wie Kindergärten und Schulen sein. Da wir die nicht in jedem Ort haben, weichen wir auf Pfarrhäuser, Jugendheime und Bürgerhäuser aus“, sagt Peter Klee. Ganz wichtig: Alle müssen behindertengerecht zugänglich sein. Dass die Bundestagswahl für eine Kommune nicht ganz so arbeitsintensiv ist wie eine Kommunalwahl, macht Beigeordneter Herbert Brunen deutlich: „Die Kommunalwahl organisieren wir komplett selbst bis hin zum Druck des Stimmzettels. Bei der Bundestagswahl kommen die Stimmzettel vom Kreis.“

Der Wahlausschuss des Stadtrates hat schon längst die Grenzen für die 26 Stimmbezirke und vier Briefwahlbezirke festgelegt, dabei hat er sich an den Grenzen der letzten Kommunalwahl orientiert. Bis zu 2500 Menschen dürfen in einem Stimmbezirk wohnen.

Die Wahlurnen stehen derzeit noch fein säuberlich poliert im Rathauskeller. Für Aussehen und Größe gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen, nur eine: „Es muss ein abschließbares Behältnis sein. Das Wahlgeheimnis steht im Vordergrund“, sagt Brunen. Jetzt müssen die Wahlurnen nur noch mit Wählerverzeichnis, Merkblättern und Schreibutensilien ausgestattet werden, damit sie am Samstag vor der Wahl von Männern des Bauhofes zu den Wahllokalen gebracht werden können.

Ein Wahlvorsteher, ein stellvertretender Wahlvorsteher, ein Schriftführer und vier Beisitzer bilden in jedem Wahllokal den Wahlvorstand. „Alle unterstehen der Geheimhaltungspflicht“, sagt Herbert Brunen. Da 26 Wahllokale jeweils mit einem siebenköpfigen Wahlvorstand besetzt werden müssen, werden insgesamt 182 Ehrenamtler benötigt, die für ein „Erfrischungsgeld“ in Höhe von 30 Euro im Wahlvorstand arbeiten. Hinzu kommen noch 20 Ehrenamtler für die Besetzung der Briefwahlvorstände.

Joachim Grünewald hat 300 Menschen angeschrieben und 120 Absagen erhalten. Ein großer Teil der Wahlvorstände wird von den Bediensteten der Stadt oder anderen Behörden wie Finanzamt und Amtsgericht gebildet, auch Kommunalpolitiker werden gerne gefragt.

„Doch die Bereitschaft der Politiker ist im Laufe der Jahre rückläufig“, bedauert Grünewald. Vor allem ist man auf der Suche nach jungen Leuten, die an der Seite von erfahrenen Wahlhelfern an die Arbeit herangeführt werden. Am Wahlabend selbst sind 25 Bedienstete der Stadtverwaltung im Einsatz, die Schnellmeldungen entgegennehmen, Wahlurnen und Niederschriften in Empfang nehmen und die Niederschriften prüfen.

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