Geilenkirchen - Für den Bankchef sind persönliche Kontakte wichtig

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Für den Bankchef sind persönliche Kontakte wichtig

Von: Kirsten Barth
Letzte Aktualisierung:
Bernd Schmitz / Petra Schlingmann
Ein eingespieltes Team: Volksbank-Chef Bernd Schmitz und seine „rechte Hand” Petra Schlingmann. Foto: Kirsten Barth

Geilenkirchen. Vorstandsvorsitzende von Unternehmen stellt man sich gemeinhin als Magnaten vor, die, abgetrennt vom „Volk” und bewacht von einem Zerberus, dem so genannten Assistenten der Geschäftsleitung, hinter gläsernen Türen in den obersten Etagen residieren.

In der obersten Etage, das heißt im ersten Stock, sitzt auch Bernd Schmitz, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der Volksband Randerath-Immendorf mit Hauptsitz in Immendorf. Doch alle oben angeführten Klischees treffen so gar nicht auf den sympathischen Banker zu, der jetzt nach über 40 Jahren im Finanzgeschäft, davon mehr als 20 Jahre im Vorstand der Genossenschaftsbank, einem Jüngeren den Führungsstab überlässt.

Auch die Mitarbeiterin am Schalter hat einen „direkten Draht” zum Chef, und so wird der Besucher nach kurzer Anmeldung gleich durch das sonnige Treppenhaus ins „Allerheiligste” geschickt, denn der persönliche Kontakt war und ist Bernd Schmitz überaus wichtig.

In Immendorf und Umgebung kennen ihn deshalb nicht nur die Erwachsenen und die Vereine, sondern auch schon die Allerjüngsten. Ob als Jurymitglied beim Lesewettbewerb in der Immendorfer Grundschule, als Bewunderer beim Tannenbaumschmücken der Kindergartenkinder oder als heiß erwarteter Verteiler von Wettbewerbspreisen - Bernd Schmitz ist bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund”. Wen wundert„s da, dass er auch am Sonntag als rettender Engel fungiert. „Schließlich kann ich den Schützenkönig doch nicht ohne sein Silber aufziehen lassen”, schmunzelt Schmitz und erinnert sich an den Kirmessonntag, an dem er deswegen in den Tresor stieg.

Gut, dass der Bankchef mit Frau und Kindern - einem Sohn und einer Tochter - im nahen Geilenkirchen wohnt und damit zwar „Nackser” per Wohnsitz, aber doch inzwischen auch fast vollwertiger „Immenwauweiler” ist. Neben der Mitgliedschaft bei der Rhenania und bei der St.-Petri-und-Pauli-Schützenbruderschaft gehört sein Herz der KG „Lott se loope Immenwauweiler”. Dort agiert er als Vizepräsident, „und das ganz sicher auch über den beruflichen Ruhestand hinaus”, verspricht Schmitz.

Wenn der Vorstandsvorsitzende sich am 26. März offiziell verabschiedet, dann blickt er nicht nur auf 40 Jahre Bankgeschäft, sondern auch auf eine Revolution in Sachen Informationstechnik (IT) zurück. „1968, als ich meine Ausbildung bei der Stadtsparkasse Aachen begann, hatten wir im Dezember und Januar noch Urlaubssperre, vor allem weil die Zinsen auf Sparkonten noch "zu Fuß" berechnet wurden. Heute gibt es einen Zinseinbuchungstermin und danach werden die Zinsen bei Vorlage des Sparbuches vom PC automatisch gutgeschrieben. Überweisungen werden heute direkt online verbucht, damals wurden sie zunächst einmal in Lochstreifen verwandelt.” All das hat natürlich immense Vorteile, andererseits sind Beratung und Bedienung bei Computerausfall heute kaum noch möglich”, so Schmitz.

Auch durch die „Bankenkrise” hat der Vorstandsvorsitzende zusammen mit seinem Vorstandskollegen Peter Grefen die Genossenschaft souverän navigiert. „Ich habe jedoch die Sorge, dass zu wenig Lehren daraus gezogen worden sind, sowohl von der Bankenaufsicht, wie auch von den Banken und von den Kunden”, erklärt Schmitz unumwunden. „Die soziale Komponente verschwindet immer mehr aus dem Wirtschaftsleben.”

„Der Lotse geht von Bord, aber ein ausgezeichneter Nachfolger ist schon in Einarbeitung”, verrät der scheidende Vorstandsvorsitzende mit beruhigender Gewissheit, denn hier hat er die Weichen noch mitgestellt, bevor er Ende März seinen Hut nimmt.
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