Fünfstöckiger Anbau am Franziskusheim

Von: Udo Stüßer
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Die von dem Erkelenzer Architekten Dipl.-Ing. Josef Viethen vorgelegten Pläne fanden im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung die Zustimmung der Stadtverordneten. Rechts im Plan ist der fünfstöckige Anbau zu sehen, links ist der Altbau, der saniert werden muss. Plan: Architekturbüro Viethen

Geilenkirchen. Die Geilenkirchener Franziskusheim gGmbH hat große Pläne: Sie will nicht nur ein großes Sozialzentrum in Bauchem mit Miet- und Eigentumswohnungen, mit Tagespflege, Pflegedienst, Café, Vereins- und Sakralraum bauen.

Das Franziskusheim „Am Kniepbusch“ soll durch einen fünfstöckigen Anbau erweitert werden. Sobald dieser Bau fertig ist, wird das bestehende Gebäude, in dem 126 Senioren leben, kernsaniert.

Hanno Frenken, Geschäftsführer der Franziskusheim gGmbH, rechnet mit einer Bauzeit von insgesamt etwa zwei bis drei Jahren. Mit diesem Anbau sollen die Anforderungen des Landespflegegesetzes erfüllt werden, das einen Einzelzimmeranteil von 80 Prozent fordert. Frenken ist optimistisch diese 80 Prozent deutlich überschreiten zu können. Für jedes Stockwerk sind jeweils sieben Einzelzimmer, ein gemeinsam zu nutzendes Wohnzimmer und ein Mitarbeiterzimmer geplant.

Nach etwa einem Jahr soll der Neubau stehen, die ersten Bewohner können umziehen, so dass mit der Sanierung des Altbaus begonnen werden kann. Geplant sind energetische Maßnahmen, unter anderem neue Fenster und eine Dämmung der Fassade sowie weitere Brandschutzmaßnahmen. Hinter dem Franziskusheim soll ein kleiner Erlebnispark speziell für an Demenz erkrankte Menschen entstehen.

Durch eine entsprechende Farbgestaltung und intensiv blühende Büsche sollen alle Sinne angesprochen werden. Die von dem Erkelenzer Architekten Dipl.-Ing. Josef Viethen vorgelegten Pläne fanden im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung die Zustimmung der Stadtverordneten.

Diskutiert wurde im Ausschuss über das geplante Sozialzentrum in Bauchem. „Das Projekt ist begrüßenswert. Sie werden breite Unterstützung bekommen“, erklärte Grünen-Fraktionssprecher Jürgen Benden. Aber: „Die Bürgerbeteiligung kommt mir zu kurz. Die Bevölkerung hätte früher mit ins Boot geholt werden müssen. In Bauchem rumort es. Schließlich sind viele Menschen mit der Kirche dort groß geworden.“

Unterstützung fand Benden auch bei der CDU: „Es gibt Unruhe in Bauchem. Manche glauben, wir hätten entschieden, dass die Kirche abgerissen wird. Wir tun das nicht, das tut die Kirche“, meinte Fraktionschef Wilhelm-Josef Wolff. Der Bedarf für altersgerechte Wohnungen sei da, man müsse den Menschen in Bauchem das Projekt nur vorstellen. Hanno Frenken bezweifelte, dass eine Informationsveranstaltung zielführend ist. „Bei solch einer Veranstaltung geht es immer sehr emotional zu. Außerdem ist das für die Bauchemer nicht neu.“

Wolff entgegnete. „Die Bürger müssen aufgeklärt werden, so nimmt man die Emotionen raus.“ Auch Rainer Jansen (Die Grünen) wies darauf hin, dass vielen Bürgern die Eigentumsverhältnisse nicht klar seien. „Wir müssen den Menschen erklären: Wem gehört was, und wer macht was. Auch Gabi Kals-Deußen (SPD) sprach sich für eine Informationsveranstaltung aus: „Es wäre schlimm, wenn die Leute glauben, wir würden sie überfahren.“

Bürgermeister Thomas Fiedler sah das ganz anders: „Ich glaube, nicht, dass die Wogen hochschlagen. Es handelt sich um einen sakralen Raum. Diese Frage muss die Kirche mit ihren Gläubigen regeln. Das geht uns nichts an.“ Der Ausschuss gab grünes Licht, verlangte allerdings eine Bürgerinformationsveranstaltung.

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