Fünf Kilo Haschisch über Grenze gebracht

Von: Herbert Keusch
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren hat das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Helmut Bongartz einen 29-jährigen Angeklagten aus Übach-Palenberg verurteilt.

Der hatte ganz am Ende der Beweisaufnahme in der Verhandlung so gerade noch die Kurve bekommen und ein Geständnis abgelegt, nachdem er sowohl in einer abgebrochenen als auch in der gestrigen Verhandlung beharrlich geleugnet hatte, in einem Fall fünf Kilogramm Haschisch aus den Niederlanden in die Bundesrepublik eingeführt zu haben.

Das Urteil ist rechtskräftig, weil sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte und sein Strafverteidiger auf Rechtsmittel verzichten. „Sie sollten jetzt ganz schnell versuchen, eine Drogentherapie nicht nur anzutreten, sondern auch durchzuziehen. Dann kann der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden”, gab der Richter dem 29-Jährigen mit auf den Weg.

Staatsanwalt Lutz Dirksen hatte dem Angeklagten vorgeworfen, von Juni 2006 bis Juli 2007 in insgesamt 14 Fällen Drogen aus den Niederlanden eingeführt zu haben. Geständig war der Angeklagte von Anfang an, in zehn Fällen bis zu 50 Gramm Amphetamine und in drei weiteren Fällen zwischen 100 und 200 Gramm Amphetamine über die Grenze geschmuggelt zu haben. Kein Geständnis gab es in einem Fall, in dem er fünf Kilogramm Haschisch über die Grenze gebracht haben soll.

„Die Abnehmer haben mir 250 Euro dafür geboten, das war mir zu wenig für so viel Risiko”, erklärte der 29-Jährige. Dem Angeklagten waren die Polizeibeamten auf die Spur gekommen, indem sie Telefonate der damaligen Drogenhändler in Übach-Palenberg abhörten. „Ich bin zwar für die Einfuhr von fünf Kilogramm verurteilt worden, obwohl ich diese Straftat nicht begangen habe”, erklärte ein 35-jähriger Zeuge, der gemeinsam mit dem Angeklagten als Fahrradkurier diese fünf Kilo über die Grenze gebracht haben soll. „Wir haben das damals abgelehnt, weil uns das Risiko für 250 Euro zu hoch war”, erklärte er jetzt in der Verhandlung.

In die Niederlande geradelt

Auch der Hinweis des Richters, dass er wegen einer falschen Zeugenaussage erneut angeklagt werden könne, bewirkte keine andere Aussage des Zeugen. Dagegen erläuterte ein 27-jähriger Zeuge, der damals das Fünf-Kilo-Geschäft für Abnehmer in Berlin in die Wege geleitet hatte, erklärte eindeutig, dass der Angeklagte damals gemeinsam mit dem 35-Jährigen mit dem Fahrrad in die Niederlande gefahren sei, um das Haschisch abzuholen.

„Wir haben damals in der Wohnung des Angeklagten gewartet, weil sich unsere Abnehmer in meiner Wohnung befanden. Die beiden sind mit fünf Kilo Haschisch zurückgekehrt, wir haben jedem der beiden Kuriere 250 Euro gezahlt.”

Ähnlich die Aussage des 26-jährigen Zeugen, der damals mit dem 27-Jährigen gemeinsame Sache gemacht hatte. Auch er erklärte, dass die Gruppe aus Berlin in der gemeinsamen Wohnung gewartet hätte, wobei verhindert werden sollte, dass diese Berliner Kontakt zu den Drogenkurieren bekamen. Erst nach diesen Aussagen und einem Gespräch mit seinem Strafverteidiger legte der Angeklagte das Geständnis ab.

„Das Sachverhalt hat sich zugetragen, wie in der Anklageschrift festgehalten”, begann Staatsanwalt Lutz Dirksen sein Plädoyer. Der Angeklagte sei einschlägig vorbestraft. „Ich fordere eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten.”

Auf ein milderes Urteil plädierte Strafverteidiger Theo Depenau. „Die Sache liegt länger als drei Jahre zurück.” Sein Mandant sei nur Kurier gewesen, und zudem dürfe im Zuge der Gleichbehandlung jetzt keine höhere Strafe als die 18 Monate ausgesprochen werden, zu denen der andere Kurier verurteilt worden sei. „Ich fordere eine Freiheitsstrafe, die noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert