„Frühjahrsputz“: Reste vom Raubzug mitten in der Natur

Von: Christina Kolodzey
Letzte Aktualisierung:
7494381.jpg
Die Jugendfeuerwehr in Sachen Sauberkeit unterwegs: (v.l.) Michele Meijers (14), Anna Abel (14), Dominic (15) und Dennis Luchte (11).
7494368.jpg
Alles klar zum Einsatz für die Müllaktion am Wasserturm: Schüler der fünften Klassen der Gesamtschule mit Lehrerin. Foto: Christina Kolodzey

Übach-Palenberg. „Iiih, das stinkt ja fürchterlich“, „Bah, da Maden krabbeln drauf rum“, „Da guckt ein Bein raus“ – Enrico Schulte (14), Jan Braun (11) und Jiyan Avdiya (11) von der Jugendfeuerwehr sowie ihre Betreuerin Lisa Fischer (20) können es nicht fassen.

Da hat tatsächlich jemand ein kleines Tier – Hund oder Katze – in einem Müllbeutel „entsorgt“ und in ein bewaldetes Gebiet nahe des Schroiffweges geworfen.

Gerade dort wäre es für den Besitzer ein Leichtes gewesen, es pietätvoll der Erde anzuvertrauen. Entsetzt und traurig legen jetzt die jungen Helfer die übelriechende Fundsache in den Container. So etwas beim traditionellen „Frühjahrsputz“ zu finden, damit hatten sie nicht gerechnet.

Elf Bezirke eingerichtet

Wie in jedem Jahr machten auch diesmal viele fleißige Hände das „Großreinemachen“ zu einem vollen Erfolg. Das Startsignal gab Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch am Morgen auf dem Parkplatz des CMC. Er begrüßte die Aktiven zur jetzt schon 14. Säuberungsaktion und betonte, dass deren Sinn nicht nur darin läge, den Müll einzusammeln, sondern vor allem darin, die Bürger zu sensibilisieren, den Müll vorschriftsmäßig zu entsorgen.

Die Mitarbeiter des Bauhofes sind tagtäglich unterwegs, um die Natur von achtlos weggeworfenem Abfall zu befreien, so der Verwaltungschef. Das koste unter anderem viel Geld.

Friedel Mannheims, Leiter des Technischen Betriebes, gab eine Beschreibung der elf Bezirke, in die man sich einbringen konnte. Kurz darauf herrschte in all den beschriebenen Stadtteilen reges Treiben. Allein die Scherpenseeler Helfer waren bereits eine Woche vorher rund um die Teverener Heide aktiv gewesen. In Boscheln nahmen jetzt 180 Schüler der Hauptschule anlässlich einer Projektwoche den Termin zum Anlass, ihren Ortsteil wieder sauber erstrahlen zu lassen, während 50 Schüler der Comeniusschule den Stadtteil Marienberg zu ihrem Revier erklärt hatten.

Unter die Schar der Freiwilligen aus dem ganzen Stadtgebiet mischten sich 25 Mitarbeiter des Bauhofes, zehn Mitglieder der Jugendabteilung des Technischen Hilfswerks (THW), 31 Jugendliche und Betreuer der Feuerwehr sowie Bedienstete der Verwaltung wie auch Angehörige der im Rat vertretenen Parteien.

Jeder schnappte sich Eimer, Greifer, blauen Sack, Handschuhe, – und los ging‘s. Die Feuerwehr machte sich in der ehemaligen Kiesgrube Schroiffweg nützlich, in der die Kinder auch nach schwer zugänglichem Abfall Ausschau hielten, natürlich unter strenger Aufsicht der Betreuer.

„Die werden am Abend müde sein von der frischen Luft – da freuen sich die Eltern“, sagte schmunzelnd Patrick Vystrcil, einer der erfahrenen Begleiter. Große Mengen Kabelisolierungen, womöglich Reste von Diebstählen, ein Schreibtischstuhl, Glas- und Klapptische, sogar ein Bettgestell war Teil der Ausbeute.

Fünfeinhalb Kubikmeter

Um den Wasserturm herum erstreckte sich das Reich der Umwelt-AG der fünften Klassen der Gesamtschule. Phil van der Meeren (11) und Sven Kleinen (11) erzählten aufgeregt, dass sie neben sechs Säcken Müll auch zwei mit Pfandflaschen füllen konnten, die sie dem Bauhof übergeben hätten, damit dieser Zubehör für den nächsten Einsatz kaufen könne. Und Murat Özer (12) wies stolz auf seinen Eimer. „Das ist schon der siebte, den ich ausleere!“

Als am Ende alle Container abgeladen waren, kamen fünfeinhalb Kubikmeter Unrat zusammen. Immerhin weniger als bei der Aktion in 2012. Dennoch: Schweiß und Mühen hatten sich wiederum gelohnt. Und bei der Bilanz all dessen schmeckte mittags auch die bereitgestellte Erbsensuppe.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert