Früh übt sich, wer Manager werden will

Von: Ines Kubat
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Sie wollten die Planung selbst in die Hand nehmen: Elf Schüler um Mathelehrer Robert Jansen (4.v.r.) haben den Berufsinformationstag „Zukunftspläne“ für ihre Mitschüler organisiert. Foto: Ines Kubat

Geilenkirchen. Der Beruf des Journalisten landet im Traumjob-Ranking bei Schülern nicht ganz oben. Zumindest nicht am St. Ursula Gymnasium: Gegen die Ausbildung bei der Bundeswehr oder der Polizei hat das schreibende Handwerk bei den Jugendlichen keine Chance.

Trotzdem wollen viele Gymnasiasten am Donnerstag dem Referenten unserer Zeitung beim Studien- und Berufsinformationstag lauschen.

Seit einigen Jahren können sich Schüler der Oberstufe an diesem Tag über mögliche spätere Berufswege informieren. Diese Orientierungshilfe braucht eine Handvoll Schüler der QI, der elften Klasse, eigentlich gar nicht. Sie wissen längst, wohin ihre berufliche Zukunft sie führen soll: ins Projektmanagement. Warum also nicht während der Schulzeit Erfahrungen sammeln und ein Projekt stemmen? Lehrer Robert Jansen gab den elf Schülern die Chance: Fast in Eigenregie organisierten sie ein Schuljahr lang den anstehenden Berufsinformationstag des Gymnasiums.

Erwartungen sind hoch

Nun gehen die Vorbereitungen in die heiße Phase. „Showdown ist am Donnerstag“, sagt Jansen und legt dem Projektkurs „Management“ die Anmeldezahlen vor: Knapp 400 Schüler der zehnten und der elften Klasse wollen zum Thema „Zukunftspläne“ informiert werden. Fast 30 Redner kommen dafür ans Gymnasium. Beide Seiten erwarten einen reibungslosen Ablauf.

Anders als bei normalen Kursen, zu denen man sich einfach einschreibt, waren die Erwartungen des Lehrers Jansen von Anfang an hoch: Jeder Schüler musste vorab eine kurze Bewerbung mit Analyse der eigenen Stärken und Schwächen sowie ein Motivationsschreiben einreichen.

Im Branchenjargon

Die, die diese erste Hürde geschafft haben, sitzen nun gemeinsam am Tisch und stimmen die letzten Abläufe für Donnerstag ab. Vor knapp einem Jahr hat der Lehrer ihnen die Theorie beigebracht, erinnert sich Yannik Heidbüchel. Dann ging es an die Praxis: Sie nahmen die bisherige Organisation des Berufsinformationstages unter die Lupe. „Wir haben den Ist-Zustand der Veranstaltung betrachtet“, sagt Anna Wolff im Branchenjargon, „dann haben wir den Soll-Zustand festgelegt“. Sprich: Die Schüler haben sich Ziele gesetzt.

Früher hat Mathematiklehrer Robert Jansen den Infotag allein organisiert. Er ist an der Schule der Studien- und Berufswahlkoordinator. Es war seine Idee, dass die Planung nun mit Schülern stattfindet.

Gemeinsam hat die Gruppe alle 400 Mitschüler befragt, welche Berufsbilder sie am Infotag kennenlernen wollen. Das Ergebnis war sehr breit gefächert – eine Herausforderung für die elf Schüler, die die Referenten akquirieren mussten. Der Lehrer hielt sich bewusst zurück: „Je älter ich werde, desto mehr entferne ich mich von den Themen der Schüler.“ Der Kurs hätte traditionelle Referenten gestrichen und dafür neue angeworben.

In einem Jahr haben die Schüler viel auf die Beine gestellt, ihre Kommunikation wirkt professionell, das Programm für Donnerstag kann sich sehen lassen: Es gibt Referenten, die über reguläre Studienfächer berichten, andere werben für Ausbildungsberufe oder ein Duales Studium. Auch „alternative Angebote wie Au-pair oder Work and Travel“ seien abgedeckt, sagt Juliane Imm.

„Ob die Veranstaltung gelingt, zeigt sich noch. Dass der Kurs etwas gebracht hat, ist jetzt schon klar“, fasst Yannik Heidbüchel zusammen. Robert Jansen ist ebenfalls zufrieden. Das liege „an den Schülern, die selbstständig und zuverlässig gearbeitet haben“. Deshalb soll der Kurs noch mal angeboten werden, und eine nächste Schülergeneration den Infotag organisieren, sagte Jansen – dann eventuell mit der Unterstützung eines Experten für Projektmanagement.

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