Geilenkirchen - Frosch gesucht, reich und alleine

Frosch gesucht, reich und alleine

Von: Andrea Schever
Letzte Aktualisierung:
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Lachen programmiert: An einem Schädel zeigt Hamlet (Aleander Braun) der Putzfrau Aschenputtel (Natalie Leuchen), wie der König bei der Anschuldigung des Mordes reagiert hat. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen. Mit einem „herzlich willkommen bei dieser Welturaufführung” eröffnete Bernward Coers, stellvertretender Schulleiter des St. Ursula-Gymnasiums, einen unterhaltsamen Theaterabend. Gespielt wurde das von der Literaturkursgruppe „Theater” unter der Leitung von Claudia Villis selbstkonzipierte und -geschriebene Stück „Schönheitswahn und Prinzenkram”.

Seit Beginn des Schuljahres hatte sich die Gruppe Gedanken über eine mögliche Handlung gemacht, sichtete viele Ideen gebende Materialen und stellte schließlich ihr Stück auf und ging damit in die Probe. Die zwei Protagonisten wurden Prinzessin Anorexia (Julia Brinkmann) und Hamlet, Prinz von Dänemark (Alexander Braun).

Der Handlungsstrang: Anorexia, wie der Name (Magersucht) schon andeutet, hat Probleme mit ihrem Aussehen, ist ihrer Meinung nach zu dick. Er, getreu seinem literarischen Vorbild, soll den Tod seines ermordeten Vaters (Sara-Pia Schirrmacher) durch den jetzigen Stiefvater (Jonas Ohlenforst) aufdecken.

Die zwei Freundinnen der Prinzessin, Schneewittchen (Monika Martinovic) und Dornröschen (Ariane Houben), kamen beim gemeinsamen Kuchenessen auf die Idee, es mit einer Kontaktanzeige zu versuchen.

In den Märchenland-News wurde gesucht eine „Prinzessin, die einen einsamen reichen Frosch durch einen Kuss in ihren Prinzen verwandelt.” Die rasche Mail-Antwort von „frosch 111” ließ Anorexia mit ihrem „Ey, sorry wa, heut´ Abend geht mit uns beiden nix” jedoch nur weiter verzweifeln.

Frisch frisiert in den Wald

Während sich Anorexia frisch frisiert in den Wald zum Joggen aufmacht, erhält Prinz Hamlet den Auftrag vom Geist seines Vaters. In der folgenden Szene trifft er auf die als Putzfrau arbeitenden Aschenputtel (Natalie Leuchen).

Um ihr das Gespräch mit seinem bösen Stiefvater zu verdeutlichen, in dem er ihn des Mordes beschuldigt, nutzt er einen im Mädchenklo gefundene Totenkopf. Das ununterbrochene „Und ich so:”, „und er so:” steigerte sich für alle anwesenden derart ins Komödiantische, dass selbst die Schauspieler sich ein Grinsen nicht verkneifen konnten.

Mordplan beim Golfen

Auch das Missgeschick, dass dem Schädel plötzlich der Unterkiefer abfiel, konnte nicht peinliches Schweigen auslösen, sondern nur weitere Lacher produzieren.

Mithilfe eines Theaterstücks zeigt Hamlet dem Stiefvater, dass dessen Verbrechen nicht unentdeckt geblieben ist. Während der Stiefvater beim Golfen mit seinem Diener James (Anne Grein) Pläne schmiedet, Hamlet loszuwerden, musste James dann einiges einstecken: Der König erwischte ihn mit dem Schläger bei dem Versuch, Schokoladenbällchen ins Publikum zu schießen. Der gefasste Plan: Hamlet dank seines fehlenden Orientierungssinns im Wald zu verlieren.

Zunächst gelingt dies, doch nach einem Treffen mit einer sehr hippen Version von Hänsel (Anne Ritterbex) und Gretel (Julia Spehl) laufen sich Hamlet und die joggende Anorexia beim Gefühlsladen der Fee (Jenny Winkels) über den Weg: Liebe auf den ersten Blick! Es folgt die Hochzeit mit einem ins Publikum geworfenen Brautstrauß und - wohl zur Freude Hamlets - dem Tod des Stiefvaters.

Die letzte Szene, 25 Jahre nach der Hochzeit, beendete für Hamlet dann auch die Zeit, in der er - entgegen seiner ursprünglichen Pläne - mit einer komplizierten Prinzessin verheiratet war. Mit einer List, in der das angekündigte Einhorn endlich seinen (akustischen) Auftritt hatte, lässt er Anorexia für verrückt erklären und in eine Psychiatrie bringen. Der dickbäuchige Herr konnte nun endlich ruhig schlafen.

Das für eine Stunde Spielzeit sehr kurzweilige, an einigen Stellen dennoch etwas zu schnell handelnde Stück erhielt vom zahlreich anwesenden Publikum reichlichen und verdienten Applaus.

Im Namen des Literaturkurses bedankte sich Jonas Ohlenforst auch bei den Mitwirkenden hinter der Bühne, bei der Technik-AG, bei Simone Dünkel und Ursula Abidemi für die Plakatgestaltung, bei Birgitta Wolff und Frau Zumfeld für die Maske, bei Hausmeister Mund für das Aufstellen der Stühle in der Aula.

Ein zusätzliches Dankeschön ging an Daniel Beaujean, der - trotz Abiturstress - bereitwillig die Rolle des Friseurs übernommen hatte. Zu guter Letzt erhielt Claudia Villis Blumen und eine große Schoko-Packung.
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