Friedhöfe sollen einheitlicher gestaltet werden

Von: dawin
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Die überarbeitete Satzung soll es richten: Das Erscheinungsbild der Friedhöfe in der Gemeinde Gangelt – hier in Gangelt – soll künftig einheitlich sein. Foto: dawin

Gangelt. Die Hinterbliebenen möchten die letzte Ruhestätte ihrer Verstorbenen so schön wie möglich herrichten und dekorieren. Der individuelle Geschmack fügt sich dabei nicht selten zu einem ungeordneten Erscheinungsbild auf den Friedhöfen. Die Gemeinde Gangelt schiebt dieser Entwicklung – vor allem auch mit Blick auf die verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten – einen Riegel vor.

Der Haupt- und Finanzausschuss votierte einstimmig für die Neufassung der Satzung über die Ordnung auf den acht kommunalen Friedhöfen, namentlich in Gangelt, Birgden, Breberen, Stahe, Langbroich, Schierwaldenrath, Hastenrath und Kreuzrath.

Das Thema lag den politisch Verantwortlichen offensichtlich so am Herzen, dass im vergangenen Jahr ein Arbeitskreis aus Ratsmitgliedern gegründet wurde, der die Vereinheitlichung des Erscheinungsbildes auf den Friedhöfen im Blick hatte. Bürgermeister Bernhard Tholen lobte dessen Engagement: „Es wurden Friedhöfe in anderen Kommunen besichtigt, um Anregungen zu bekommen. Es wurde viel diskutiert, was verboten und was erlaubt sein soll.“ Besondere Schwerpunkte bildeten dabei die Urnenkammern und die Wiesengräber. „Und herausgekommen ist diese Satzung“, gab sich Tholen mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Der neugefasste, wichtige Paragraph 22 der Satzung regelt künftig die Gestaltungsmodalitäten für Urnenkammern (Kolumbarien), so dass gerade in diesem bislang problematischen Bereich ein einheitliches Erscheinungsbild gewährleistet ist. Es dürfen nur die vorgegebenen Gedenktafeln verwendet werden. Ein Austausch ist nur auf Antrag hin zulässig.

So sind etwa zur Verdeutlichung von Schriften, Ornamenten und figürlichen Darstellungen nur die Farben grau/silbergrau in gemeißelter Form zulässig, erhabene Schriften oder Aufdrucke sind unzulässig. Die Ornamente beziehungsweise figürlichen Darstellungen müssen der Würde des Friedhofes entsprechen.

Im Einzelfall ist die Friedhofsverwaltung berechtigt, Gestaltungen für unzulässig zu erklären. Blumenvasen und Lichter dürfen nicht an den Gedenktafeln befestigt werden; Blumenschmuck, Grablichter sowie jeglicher anderer Grabschmuck dürfen nur an den dafür vorgesehenen Pflanzstellen platziert werden, sofern vorhanden. Weiterhin besagt der neue Paragraph, dass das Abstellen von Grabschmuck vor den Urnenwänden verboten ist.

Karl-Heinz Milthalter, CDU-Fraktionsvorsitzender, begrüßte die gefundene Lösung: „In der Satzung ist alles drin.“ Ein Problem, das in den Vorschriften keinen Niederschlag findet und das er immer wieder auf dem Gangelter Friedhof beobachtet, trieb Milthaler aber um: „Die Leute fahren mit dem Wagen bis zum Grab. Die Autofahrerei dort ist sehr beliebt. Solange nicht kontrolliert wird, ist diese Unsitte nicht zu verhindern.“ Sein Vorschlag: Vielleicht könne man das Tor schließen und, im Bedarfsfall, mit einem Dreikant öffnen.

Bürgermeister Tholen hatte da seine Bedenken: „Was, wenn eine ältere Dame beispielsweise ihren Sack mit Blumenerde oder schwere Töpfe ans Grab bringen möchte?“ Angeregt wurde, Schubkarren, Bollerwagen, Gießkannen und andere Hilfsmittel auf dem Friedhof für die Benutzer bereitzustellen, damit Transporte mit dem PKW bis ans Grab nicht mehr erfolgen. Die Schließung des Tores birgt nach Aussagen des Beigeordneten Gerd Dahlmanns ein Sicherheitsrisiko: „Im Notfall muss die Feuerwehr mit der Drehleiter bis zur Kirche vorfahren können.“

Weiterhin steht in der überarbeiteten Satzung festgeschrieben, dass das Verstreuungsfeld für Urnenbestattungen (Aschenverstreuung) nach wie vor nur auf dem Friedhof in Breberen angeboten wird. Der Satzung ist zu entnehmen, auf welchen Friedhöfen Eigentiefengrabstätten erworben werden können. Für die Nischengräber als Eigengrabstätten auf dem Friedhof in Gangelt gilt: Zurzeit ist wegen der Beschädigungen am Mauerwerk der Kirche keine Wiedervergabe und Neuvergabe möglich.

Rainer Mansel, SPD-Fraktionsvorsitzender, konstatierte: „Der Arbeitskreis hat sich sehr intensiv mit der Überarbeitung der Satzung befasst. Es wäre vermessen, davon auszugehen, dass wir hier etwas Besseres hinkriegen. Deshalb sollten wir den Entwurf so beschließen.“ Damit traf er die Meinung aller Ausschussmitglieder. Heinz-Josef Schlicher, UB, machte sich gar Gedanken über den Fortbestand des interfraktionellen Gremiums: „Wir sollten den Arbeitskreis fortbestehen lassen.“ Das Erscheinungsbild im Ausschuss war in dieser Frage einheitlich: Die Experten zum Thema Friedhof sollen in regelmäßigem Turnus zusammentreffen.

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