Friedenswoche klingt mit einem beeindruckenden Konzert aus

Von: wald
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Konzert in der Erlöserkirche: Xing Wang, Florian Koltun und Pfarrer Thomas Reppich am Flügel. Foto: Schmitz

Übach-Palenberg. Vor dem Hintergrund des Volkstrauertages veranstaltete auch in diesem Jahr die Evangelische Gemeinde Übach-Palenberg eine Friedenswoche, die am Totensonntag mit einem Klavierkonzert ausklang.

Wenn am Volkstrauertag der Gefallenen und der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht wird, sollte man sich ins Gedächtnis rufen, dass auch unser Land seit Jahren in einen Guerillakrieg am Hindukusch verwickelt ist, dessen militärische und politische Fragwürdigkeit mit zunehmender Dauer immer mehr zutage tritt.

Internationale Preise

Eingeladen hatte man wiederum Florian Koltun, auch im Heinsberger Raum als Organisator der „Randerather Konzerte” bekannt. Er hatte erst kürzlich im Gemeindesaal der Erlöserkirche einen Celloabend zusammen mit Jan Trost gestaltet. Diesmal trat er gemeinsam mit der aus China stammenden Pianistin Xin Wang auf, die ebenso wie Koltun mehrfach internationale Preise errang und vor zwei Jahren ihre künstlerische Ausbildung an der Kölner Musikhochschule abschloss.

Temperamentvolle Spielfreude

Begonnen wurde mit der vierhändigen Klaviersonate D-Dur KV 381 von Mozart. Nach einem lebhaft-spritzigen Allegro folgte ein ruhiges und melodiöses Andante, das vielleicht noch besser zur Geltung gekommen wäre, wenn man - wie im ersten Satz - die Wiederholungen fortgelassen hätte. Der Finalsatz war von temperamentvoller Spielfreude geprägt und bildete einen fröhlichen Kehraus.

Nach einer Lesung mit Texten von Matthias Claudiua, Erich Fried und Volker Braun ging es weiter mit der Sonate op. 2 fis-moll von Brahms. Dieses großangelegte Werk wurde Clara Schumann gewidmet, die Brahms - ebenso wie ihren verstorbenen Gatten Robert Schumann - sein Leben lang tief verehrte. Florian Koltun gelang eine emotionsgeladene und überzeugende Wiedergabe dieses technisch hochanspruchsvollen Werkes. Aber auch Xin Wang wusste mit dem „Rain Tree Sketch” aus der Feder des Japaners Takemitsu das Publikum zu begeistern. Nach einer weiteren Lesung mit einem Text von Khalid Hosseini erklang dann zum Schluss die vierhändige Fantasie f-moll op. 103 von Franz Schubert. Dieses Werk entstand in Schuberts Todesjahr 1828 und ist von beklemmender Intensität des Ausdrucks erfüllt.

Auf mustergültige Weise

Ähnlich wie eine Klaviersonate besteht es aus mehreren Teilen, die jedoch ohne Pause ineinander übergehen.

Hier erwiesen sich Florian Koltun und Xin Wang als vorzüglich aufeinander eingespieltes Duo und interpretierten dieses von seelischen Abgründen erfüllte Werk auf mustergültige Weise. Am Ende gab es großen Beifall und noch eine kleine Zugabe.
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