Freifunk für Geilenkirchen: Kostenloses WLAN in der City

Von: Sonja Essers
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Insgesamt 1719 WLAN-Netze sind in Geilenkirchen für jeden Bürger frei zugänglich. Foto/Grafik: Claßen/dpa
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Sebastian Dietz, Mitglied des Vereins Freifunk Rheinland, hatte die Idee für das freie WLAN in Geilenkirchen. Foto: Sonja Essers

Geilenkirchen. Angefangen hat vor rund einem Jahr alles mit einer E-Mail. „Warum gibt es in Geilenkirchen noch keinen Freifunk?“, schrieb Sebastian Dietz an Bürgermeister Georg Schmitz. Eine Antwort hatte Schmitz darauf nicht parat. Er lud Sebastian Dietz ins Rathaus ein, und aus einer Beratung wurde schnell eine intensive Zusammenarbeit, wie Schmitz nun erklärte.

Das Ergebnis: Seit einigen Tagen ist die Geilenkirchener Innenstadt nun flächendeckend mit dem so genannten Freifunk ausgestattet, einem für jedermann kostenlos nutzbaren WLAN. Auch in den Außenbezirken sollen in Zukunft weitere Knotenpunkte eingerichtet werden.

Dass das Thema Freifunk längst nicht überall im Kreis Heinsberg angekommen sei, weiß Schmitz zu berichten. „Das Wort Freifunk scheint in manchen Kommunen noch nicht bekannt zu sein. Manche basteln daran auch noch herum“, sagt er und lacht. In Übach-Palenberg stand das Thema nun im Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Ordnung auf der Tagesordnung. Dort soll es in den öffentlichen Gebäuden künftig auch Freifunk geben.

Doch nicht nur Schmitz ist „stolz“ auf das Erreichte. Auch Gort Houben, Leiter des Amtes für Bildung und Wirtschaft der Stadt Geilenkirchen, findet nur positive Worte für das Projekt. Die Stadt befinde sich – nicht zuletzt durch dieses Projekt – im Aufwind. „Wir sind in diesem Bereich eine der führenden Kommunen im Kreis Heinsberg. Deutschland wird oft als Servicewüste bezeichnet, aber Geilenkirchen gehört nicht dazu. Der Fortschritt hat bei uns Einzug gehalten“, sagt er. Houben hofft nun, dass das Konzept auch bei den Bürgern gut ankommt.

Die aktuellen Zahlen sprechen für sich. Derzeit gibt es 1925 Hotspots in der Region Aachen – Tendenz steigend. „Die Nutzung steigt und steigt“, sagt Sebastian Dietz. Er ist Mitglied im Verein Freifunk Rheinland und kümmert sich neben seiner Arbeit als IT-Spezialist auf der Nato-Base in Teveren ehrenamtlich darum, dass Kommunen mit diesem System ausgestattet werden. Der Verein Freifunk Rheinland finanziert sich durch Spenden und Mitgliederbeiträge. „Die ganze Aktion steht und fällt aber mit den Geschäftsleuten“, sagt Dietz.

Bisher stellen 20 von ihnen den Bürgern in Geilenkirchen den freien Internetzugang zur Verfügung. Rund zehn Router wurden bereits installiert, der Rest soll in den kommenden Tagen folgen. Finanziert wurden die Router übrigens von der Stadt und dem Aktionskreis Geilenkirchen.

Die Einzelhändler zahlen die anfallenden Stromkosten, der Internetanschluss wird geteilt. „Um den Markt herum sind nun alle online“, sagt Dietz. Die Resonanz sei bisher positiv, sind sich die Verantwortlichen sicher. „Bisher haben die jungen Leute am Wochenende mit ihrem Handy immer auf der Treppe des Rathauses gesessen. Dann konnten wir montagmorgens erst einmal saubermachen. Mittlerweile verteilen sich die Leute viel mehr“, zieht Schmitz eine erste Bilanz.

Die kommenden Wochen und Monate sollen zeigen, wie erfolgreich das Projekt in Geilenkirchen wird. Erfahrungen wollen die Verantwortlichen auch auf verschiedenen Großveranstaltungen sammeln, die in diesem Jahr rund um den Marktplatz stattfinden sollen. Ein Thema, mit dem sich Sebastian Dietz und seine Mitstreiter vom Verein Freifunk Rheinland bestens auskennen. Momentan arbeite man daran, das Freifunknetz in Aachen für den Straßenkarneval zu modifizieren.

Auch in Geilenkirchen müsse man in den kommenden Tagen noch einige Knotenpunkte optimieren. „Die Feinheiten müssen wir nach und nach einstellen“, erklärt Dietz. Und wie ist es um die Zukunft des Freifunks in Geilenkirchen bestellt?

Fest steht, dass das Netz mit und mit ausgebaut werden soll. „Unser Ziel ist es, die Grenzen weiter auszubauen und Freifunk auch in die Außenorte zu tragen. Wir hoffen, dass wir schon bald über die bloße Innenstadtversorgung hinausgehen können“, sagt Gort Houben. Hilfreich sein könnten dabei Router an Wasser- und Kirchtürmen. Das sei allerdings noch Zukunftsmusik, macht Houben deutlich.

Angetan von dem Projekt Freifunk ist natürlich auch der Vorsitzende des Aktionskreises Geilenkirchen, Karl-Heinz Esser. „Geilenkirchen fängt nun an, auf der Überholspur zu fahren“, erläutert er. Besonders freue er sich darüber, dass man ein gemeinsames Ziel verfolgt und auf diese Weise etwas in der Stadt bewegt habe, sagte er.

Wer sich für den Verein Freifunk Rheinland interessiert oder Fragen rund um das Thema Freifunk hat, kann sich an Sebastian Dietz wenden. Am kommenden Dienstag, 21. Februar, findet ab 19.30 Uhr im Hotel am Markt das erste Freifunktreffen statt. Ab März soll dieses dann jeden letzten Dienstag im Monat stattfinden.

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